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1:3 gegen Hannover : Wolfsburger Angriff auf Europa verpufft

  • Aktualisiert am

Matchwinner: Leonardo Bittencourt trifft doppelt Bild: AFP

Die Wolfsburger Träume vom internationalen Geschäft bekommen schon beim regionalen Duell gegen den niedersächsischen Rivalen einen herben Dämpfer.

          2 Min.

          Trainer-Novize Tayfun Korkut hat mit Hannover 96 beim erneut aufgerüsteten VfL Wolfsburg einen Traumeinstand gefeiert. Bei Korkuts Debüt in der Fußball-Bundesliga gewann 96 zum Rückrundenstart mit 3:1 (1:1) beim hoch gehandelten VW-Club und feierte den ersten Auswärtssieg der Saison. Auf Seiten der Gastgeber konnte der teuerste Liga-Wintertransfer Kevin De Bruyne am Samstag noch nicht die erhofften Impulse setzen.

          Vor nur 28 139 Zuschauern schossen Zugang Artjoms Rudnevs (28. Minute) und Leonardo Bittencourt (50./72.) die Tore für Hannover. Ivica Olic (35.) traf für Wolfsburg, das erstmals seit neun Spielen wieder ein Bundesligaduell verlor. Es war der fünfte Sieg in Serie im Niedersachsen-Derby für Hannover, das in der Hinserie unter Korkuts Vorgänger Mirko Slomka auswärts nicht einen einzigen Punkt holte. Wolfsburg deutete zwar an, warum die meisten Experten den VfL mit 20-Millionen-Mann De Bruyne nun zu den Champions-League-Anwärtern zählen.

          Hannover eiskalt

          Allerdings nutzten die Gäste die Defensivpatzer Wolfsburgs eiskalt aus. Mit weiterhin 30 Punkten verpasste der VfL den erhofften Anschluss an die vier Bundesliga-Topteams. Hannover schob sich mit nun 21 Zählern dagegen ins gesicherte Tabellen-Mittelfeld. Dabei dominierten die Gastgeber das Spiel, ließen den Ball gut und ansehnlich laufen, ohne sich hundertprozentige Chancen zu erspielen. Diego gab in der siebten Minute einen ersten Warnschuss ab, der Ball glitt aber am langen Eck vorbei. Zehn Minuten später entschärfte Hannovers Keeper Ron-Robert Zieler einen abgefälschten Freistoß von Naldo, kurz darauf parierte Zieler einen Diego-Schlenzer (24.). Hannover hatte lange Zeit so gut wie nichts vom Spiel, stand in die Defensive gedrängt - dort aber kompakter als in der Hinserie unter Slomka, der das Spiel bei eisiger Kälte auf der Tribüne verfolgte.

          Sieg aus dem Dunkeln: Tayfun Korkut debütiert als 96-Trainer mit einem Prestigesieg
          Sieg aus dem Dunkeln: Tayfun Korkut debütiert als 96-Trainer mit einem Prestigesieg : Bild: dpa

          Slomkas Nachfolger Korkut setzte bereits vor seinem ersten Spiel als Bundesliga-Coach ein Zeichen und nahm den bisherigen Stammverteidiger Salif Sané gar nicht erst mit nach Wolfsburg. Anders als zuletzt agierte 96 auch mit zwei Stürmern und mit einer weit zurückgezogenen Viererkette im Mittelfeld, bei der Linksfuß Szabolcs Huszti überraschend auf der rechten Seite spielte. Immer wieder beorderte Korkut seine Spieler weit zurück in die eigene Hälfte. So setzten die Gäste zwar lange kaum Akzente, ließen gegen die hochgelobte Wolfsburger Offensive aber auch keine Großchancen zu.

          Bittencourts Tore

          Perfekt deckte Hannover auch die Schwachstellen der offensiven Wolfsburger auf. Nach einem unnötigen Ballverlust von Slobodan Medojevic im Mittelfeld überrumpelten die 96-Angreifer Mame Diouf und Rudnevs die Wolfsburger Innenverteidigung mit einem einfachen Doppelpass. HSV-Zugang Rudnevs vollendete zur Führung und feierte wie Korkut einen tollen Einstand für Hannover. Der freilich verdiente Ausgleich für den VfL fiel aus 96-Sicht reichlich unglücklich. Zieler ließ einen Arnold-Weitschuss nach vorne abprallen, wo der abseitsverdächtige Olic abstauben konnte. Nach dem Wechsel spielten die Gäste mutiger.

          Einem Huszti-Freistoß (49.) folgte die erneute Gäste-Führung. Wieder verlor Wolfsburg unnötig den Ball, diesmal gar bei eigenem Freistoß. Das Missverständnis zwischen Diego und erneut Medojevic nutzte Bittencourt kaltschnäuzig aus. Der 20 Jahre alte Wirbelwind zeigte sich auch beim 3:1 besonders effektiv. Wieder nutzten die Gäste dabei einen Medojevic-Patzer aus. Knapp zehn Minuten zuvor hatte De Bruyne die große Chance zum Ausgleich vergeben (63.). Seinen Gewaltschuss brachte der vom FC Chelsea gekommene Belgier aber nicht aufs Tor. Insgesamt spielte Wolfsburg nach Bittencourts Toren enttäuschend ideenlos.

          VfL Wolfsburg - Hannover 96 1:3 (1:1)

          VfL Wolfsburg: Benaglio - Träsch (61. Perisic), Naldo, Knoche, Rodriguez - Medojevic, Luiz Gustavo - De Bruyne, Arnold, Diego - Olic (69. Dost)
          Hannover 96: Zieler - Sakai, Marcelo, Hoffmann, Schulz - Bittencourt (89. Prib), Stindl, Schmiedebach, Huszti (83. Andreasen) - Rudnevs (90.+3 Schlaudraff), Diouf
          Schiedsrichter: Schmidt (Stuttgart)
          Zuschauer: 28 139 (ausverkauft)
          Tore: 0:1 Rudnevs (28.), 1:1 Olic (35.), 1:2 Bittencourt (50.), 1:3 Bittencourt (72.)
          Gelbe Karten: Arnold (3), Träsch (1) / Sakai (5)

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