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1:2 in Paderborn : Adler im Sturzflug

  • -Aktualisiert am

Die Gesichter sagen alles: Eintracht-Akteure mit abermaliger Niederlage. Bild: dpa

Die Frankfurter Eintracht kann ihre Krise auch im letzten Spiel des Jahres nicht stoppen. Nach dem 1:2 in Paderborn müssen die Sinne geschärft werden für die Rückrunde.

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          Das daheim schwächste gegen die auswärts schlechteste Mannschaft: Der Superlativ, der diesem Duell zwischen dem Ligaletzten und den seit Wochen formschwachen Frankfurtern am Sonntagabend zueigen war, hatte eine negative Färbung. Der SC Paderborn machte das Beste aus der letzten Gelegenheit vor der Winterpause, die eigene Bilanz aufzuhübschen und besiegte den Europa-League-Teilnehmer verdientermaßen 2:1 durch die Tore von Sabiri (9. Minute) und Schonlau (41.) bei einem Gegentreffer durch Bas Dost (72.). Während die Ostwestfalen frische Hoffnung schöpften, konnte die Eintracht den zuletzt freien Fall nicht stoppen und ist als Tabellendreizehnter nah an die Abstiegszone gerückt.

          Eine ungute Situation nach einer strapazösen Halbserie, die das Team zuletzt auch spielerisch aushöhlte. In der kurzen Winterpause müssen sich die Spieler schon sehr gut erholen, um danach wieder angreifen und höhere Ambitionen als den womöglich bevorstehenden Abstiegskampf aufleuchten zu lassen. „Wir müssen den Kampf in der Zone, in der wir jetzt sind, annehmen“, forderte Sportvorstand Fredi Bobic für die nächste Zeit Taten statt Worte. Die Eintracht habe sich „in den letzten vier, fünf Wochen sehr viel kaputt gemacht“. Manchmal sei ein „Tick zu wenig“ gemacht worden und die eine oder andere Niederlage „selbstverschuldet“ gewesen. Vom Januar an aber werde „wieder angegriffen“. Trainer Adi Hütter wies noch einmal darauf hin, dass das Selbstvertrauen seiner Spieler momentan „nicht so gut bestückt“ sei. Um so mehr werde es nach der Winterpause darauf ankommen, „die Dinge nach der Winterpause wieder in die richtige Richtung zu bringen“.

          Bundesliga

          Eine kollegiale Teamsitzung mit Trainer Adi Hütter und ein zusätzlicher freier Tag am Freitag halfen dem Team letztlich nicht weiter. Am Sonntagabend hatte die Eintracht, die vom gewohnten 3-4-3-System auf ein 4-2-3-1 wechselte, zwei weitere Ausfälle zu beklagen: Die angeschlagenen Rode und Paciencia, mit sieben Treffern bester Torschütze der Hinserie, mussten passen. Dazu der gesperrte Innenverteidiger Hinteregger, mit sechs Toren der zweitbeste Torschütze. Für den Österreicher spielte der erstmals in dieser Bundesliga-Saison eingesetzte Falette, der nach dem Spiel sagte, „wir hätten vielleicht gewinnen können“. Tatsächlich aber war der Paderborner Sieg verdient, weil das Team sich wesentlich mehr Chancen als die Eintracht erarbeitete,

          Die Verunsicherung, die sich zuletzt in den Köpfen der Frankfurter Profis breit gemacht hat, war zu Beginn des Spiels deutlich zu spüren. Hier ein verunglückter Rückpass von Fernandes (5.), da ein verlorener Zweikampf von Hasebe (7.), der Antwi-Adjej beinahe das 1:0 ermöglicht hätte – und schließlich die Paderborner Führung durch einen Sonntagsschuss von Mittelfeldspieler Sabiri, der sich über Torhüter Wiedwald, den dritten Keeper hinter den verletzten Trapp und Rönnow, ins Netz senkte und nicht ganz unhaltbar wirkte..

          Diesen frühen Rückschlag aber steckten die Frankfurter rasch weg. Sie drängten auf den prompten Ausgleich, der in der 17. Minute möglich schien, als Kilian eine Flanke von Kostic mit ausgestrecktem Arm zu blocken versuchte. Schiedsrichter Schmidt entschied sofort auf Strafstoß, Mittelstürmer Dost stand schon parat, da kam der Hinweis aus der Kölner Videoassistentenzentrale, dass der Paderborner Innenverteidiger bei seinem unstrittigen Handspiel nicht im Strafraum, sondern knapp außerhalb gestanden habe. Schmidt sah sich die ganze Sache am Stadionbildschirm an und entschied sodann auf Freistoß für die Eintracht, den Kohr am Tor vorbei setzte (19.). Eine zweite große Gelegenheit legte der wie fast immer umtriebige Kostic seinem serbischen Landsmann Gacinovic auf, dessen Schuss das Tor knapp verfehlte (24.). Auf der anderen Seite blieben die Ostwestfalen bei ihren schneidigen Attacken, oft nach langen Bällen, wegen ihrer Tempovorteile stets bedrohlich. Vor allem, als Rechtsaußen Pröger auf der linken Seite an Hasebe vorbeikurvte, mit seinem Schuss an Wiedwald scheiterte und Antwi-Adjej den Nachschuss leichtfertig über das Tor zimmerte (36.).

          Fünf Minuten später war es dann wieder so weit. Prögers Freistoß nach einem der vielen Frankfurter Notfouls erreichte punktgenau die Stirn des hochspringenden Innenverteidigers Schonlau, der dem Tabellenletzten eine komfortable Führung bescherte. Sie wurde duch Gacinovics Freistoß Sekunden vor dem Pausenpfiff gefährdet, doch der Ball verfehlte sein Ziel knapp (45.+4). Die Eintracht hatte es bis dahin nicht geschafft, den SCP in dessen Stärken, Aggressivität, unermüdliches Anlaufen und wilde Entschlossenheit zumindest zu beschneiden.

          Den endgültigen Knockout verhinderte Wiedwald mit einer prächtigen Parade nach Mambas Schuss (50.). So hoffte die durch die Einwechslung von Angreifer Silva anstelle des defensiven Mittelfeldspielers Fernandes belebte Eintracht weiter auf eine Wende. Doch die Chancen auf noch mehr hatte Paderborn. So, als Sabiri bei einem Freistoß zu seinem zweiten Kunstschuss ansetzte, der sich diesmal aufs Tornetz senkte (50.). Danach vergaben Antwi-Adjej und Zolinski (57.) kapitale Gelegenheiten. Die Eintracht aber berappelte sich im 56. Pflichtspiel dieses Jahres noch einmal, kam durch Dosts reaktionsschnell erzielten Anschlusstreffer auf 1:2 heran, ohne im Endspurt die Verhältnisse ausgleichen zu können. Mijat Gacinovic, angesprochen auf den nun womöglich einsetzenden Abstiegskampf, bestand auf seiner gegenteiligen Überzeugung: „Wir wissen, wie gut wir sind und müssen es wieder zeigen.“ Es wird Zeit dafür.

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