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1:2 in Freiburg : Fortsetzung der Wolfsburger Sorgenwochen

Einer wie keiner: Papiss Cisse bleibt Garant der Freiburger Erfolge Bild: dapd

Der VfL Wolfsburg zeigt sich in Freiburg stark verbessert und verliert doch weiter. Papiss Cisse trifft im Sturm, der überragende Torhüter Baumann hält den Sieg es Sportclubs fest. Es wird eng - für Wolfsburg und die Klub-Verantwortlichen.

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          Zwischen Abstiegskampf und Abstieg besteht ein großer Unterschied. Das hat Dieter Hoeneß, der Manager des VfL Wolfsburg vor dem Spiel in Freiburg in einem Interview gesagt. Am Samstag allerdings ist der Unterschied für seinen VfL wieder ein bisschen kleiner geworden. 1:2 verloren die Niedersachsen beim Sportclub, und weil es schon die vierte Niederlage nacheinander war, muss man die Lage in der Fußball-Bundesliga allmählich als bedrohlich betrachten - auch wenn die Mannschaft Moral bewies und sich nach Kräften gegen die drohende Pleite wehrte.

          Christian Kamp
          Sportredakteur.

          Das erste Tor von Patrick Helmes für den VfL (28. Minute) genügte jedoch nicht, um Trainer Pierre Littbarski das ersehnte Erfolgserlebnis zu bescheren. Im Gegenteil: Die Freiburger Tore durch Stefan Reisinger (43.) und Papiss Demba Cissé (70.) dürften die Laune beim VfL über den Tag hinaus getrübt haben. Es war der missratene Abschluss einer Woche, in der Wolfsburg Handlungsstärke auf allen Ebenen hatte demonstrieren wollen: Der Aufsichtsrat stärkte Manager Hoeneß den Rücken, Hoeneß sprach Littbarski das Vertrauen bis zum Saisonende aus (zumindest prinzipiell), Littbarski begnadigte Diego und suspendierte Kahlenberg und Madlung. Die Mannschaft verfasste einen offenen Brief an die Fans, mit dessen Hilfe sie das Zusammengehörigkeitsgefühl stärken wollte.

          Und das Team trug seinen Teil zunächst auch bei. Zwar fehlten Benaglio, Grafite (verletzt) und Kjaer (gesperrt), doch der VfL ging mit weit mehr Sicherheit zu Werke als der Sportclub. Der zeigte sich vor allem in der Defensive ziemlich unsortiert. Viel zu spät störten die Verteidiger das Wolfsburger Spiel und hatten obendrein ihre Gegner nicht immer im Blick. So fiel auch das 0:1. Tuncay hatte die Ruhe, auf Helmes abzulegen, der traf mit einem ebenso lässigen wie überlegten Lupfer.

          Wenig deutete darauf hin, dass der Sportclub eine Antwort finden würde. Die Mannschaft von Trainer Robin Dutt präsentierte sich ähnlich schmalbrüstig wie beim 0:1 auf Schalke. Ohne Rhythmus, ohne Selbstvertrauen, ohne die nötige taktische Disziplin und Aggressivität. Nach 40 Minuten reagierte Dutt und nahm Rosenthal aus dem Spiel, für ihn kam Reisinger. Ein Glücksgriff, wie sich schon zwei Minuten später zeigte. Gegen den passiven Riether hatte Reisinger freie Bahn und traf aus 16 Metern. Die Wolfsburger allerdings beklagten sich heftig - und nicht zu Unrecht - darüber, dass zuvor Putsila den Ball mit der Hand geführt hatte.

          Nach der Pause wirkte Freiburg zunächst präsenter. Einen Kopfball von Flum lenkte Hitz im VfL-Tor gerade noch zur Ecke, kurz darauf parierte er gegen Reisinger. Der zeichnete sich später dann doch noch einmal aus: als Vorbereiter für Cissés 16. Saisontor. In der Schlussphase entwickelte Wolfsburg noch einmal unheimlichen Druck, hatte bei seinen vielen Chancen aber Pech - oder scheiterte am starken Torwart Baumann.

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