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1:2 gegen Wolfsburg : Herber Rückschlag für Schalke im Titelkampf

  • Aktualisiert am

Frust? Verzweiflung? Kuranyi und Kollegen unterliegen dem VfL Bild: REUTERS

Sie hatten Platz zwei im Visier, doch am Ende reichte es noch nicht einmal für einen Punkt: Der FC Schalke 04 hat sein Heimspiel gegen Wolfsburg mit 1:2 Toren verloren. Grafite traf doppelt und sorgte für den vierten Wolfsburger Bundesliga-Sieg in Folge.

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          Der VfL Wolfsburg hat den Sturmlauf des FC Schalke 04 in Richtung Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga gestoppt. Durch die Saisontore sieben und acht von Grafité (73./84.-Foulelfmeter) gewannen die Niedersachsen am Freitag mit 2:1 (0:0) Toren in der Schalker Arena und verdarben den „Königsblauen“ den angestrebten Sprung auf den zweiten Tabellenplatz.

          „Joker“ Vicente Sanchez (65.) hatte die Gelsenkirchener zwei Minuten nach seiner Einwechslung vor 60.387 Zuschauern in Führung gebracht. Damit endete zum Auftakt des 20. Spieltags für die Schalker eine Serie von sieben Spielen ohne Niederlage, dagegen feierten die Wolfsburger ihren vierten „Dreier“ nacheinander und verbesserten sich vorerst auf Platz sieben.

          Müller: „Ziel bleibt Platz drei“

          „Wir müssen uns an die eigene Nase fassen, dass wir das Spiel so leichtfertig aus der Hand gegeben haben. Wir mussten das 2:0 nachlegen, aber Wolfsburg war sehr stark und hat gut mitgespielt. Unser Ziel bleibt nach wie vor, dass wir den dritten Platz erreichen“, sagte Schalke-Manager Andreas Müller.

          Frust? Verzweiflung? Kuranyi und Kollegen unterliegen dem VfL Bilderstrecke

          „Wir hatten genug Chancen, das Spiel zu entscheiden. Das ist eine bittere Niederlage“, sagte Schalke-Trainer Mirko Slomka. Als „schmeichelhaft“ bezeichnete VfL-Coach Felix Magath den Sieg. „Wir haben nicht gut gespielt und auch Glück gehabt. Aber wir hatten zum Schluss noch etwas zuzusetzen und wollten den Sieg.“

          Schalke fehlte die Entschlossenheit

          Vier Tage vor dem Champions League-Spiel gegen den FC Porto konnten die Schalker nicht an die glanzvollen Leistungen der letzten Partien anknüpfen und erlebten mit der unnötigen Niederlage eine herbe Enttäuschung. Zwar waren die „Königsblauen“ die spielbestimmende Mannschaft, doch fehlte es ihren Angriffen oft an Entschlossenheit und Präzision. Obwohl sich Levan Kobiaschwili, Fabian Ernst und Ivan Rakitic im Mittelfeld immer wieder um ein hohes Tempo bemühten, kam das Tor von Diego Benaglio nur selten ernsthaft in Gefahr.

          Als Meister im Auslassen der wenigen Torchancen erwies sich in der ersten Halbzeit der nach seiner Gelb-Sperre ins Team zurückgekehrte Kevin Kuranyi, der gleich zweimal aus aussichtsreicher Position nicht ins Schwarze traf. In der 25. Minute setzte sich der Nationalstürmer energisch gegen Ashkan Dejagah durch und scheiterte am Schweizer Nationalkeeper Benaglio. Acht Minuten später hatte Kuranyinach Zuspiel von Rakitic wieder freie Schussbahn und verzog.

          Neuer holt Dzeko von den Beinen

          Die nach drei Siegen mit viel Selbstbewusstsein angereisten Wolfsburger standen in der Abwehr sicher und wurden in der Offensive immer dann gefährlich, wenn der schnelle Grafité angespielt wurde. In der 10. Minute versetzte der 28-Jährige auf dem linken Flügel Marcelo Bordon und passte in die Mitte, wo Mladen Krstajic im letzten Augenblick vor Dejagah zur Ecke klären konnte.

          Auch in der zweiten Halbzeit war die Stimmung auf den Rängen lange Zeit deutlich besser als das Spiel. Die Schalker erhöhten den Druck und bemühten sich weiter nach Kräften, um eine Lücke in der von Alexander Madlung dirigierten Wolfsburger Hintermannschaft zu finden. In der 60. Minute lief Kuranyi auf das Tor der Gäste zu, passte den Ball aber so ungenau auf Lövenkrands, dass der Däne das Zuspiel nicht mehr erreichen konnte.

          Wenig später kam Sanchez für Lövenkrands und führte sich gleich glänzend ein. Nachdem Gerald Asamoah an Benaglio gescheitert war, traf der Uruguayer im Nachschuss. Doch 17 Minuten vor dem Ende war Grafité zur Stelle, als Rafinha im Strafraum wegrutschte. Nach Foul von Schalke-Keeper Manuel Neuer an Edin Dzeko traf der Brasilianer sechs Minuten vor Schluss auch noch vom Elfmeterpunkt.

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