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Kölner 1:2 gegen Hoffenheim : Beierlorzer vor dem Aus – Veh schon weg

  • Aktualisiert am

Bitter für Beierlorzer: diese Niederlage könnte sein Aus als Kölner Trainer bedeuten Bild: dpa

Bitterer kann eine Niederlage kaum zustande kommen. Der 1. FC Köln verliert durch einen Strafstoß nach Videobeweis in der achten Minuten der Nachspielzeit. Anschließend ist der Sportchef weg.

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          Achim Beierlorzers Gesicht schien sich in Stein zu verwandeln. Der ohnehin schwer angezählte Trainer des 1. FC Köln hat durch einen späten Knockout nach einem per Videobeweis ausgesprochenen Strafstoß in der achten Minute der Nachspielzeit auch sein „Endspiel“ verloren und steht beim Aufsteiger vor dem Aus.

          Bundesliga

          Gegen die TSG Hoffenheim unterlag der FC am Freitag trotz guter Leistung mit 1:2 (1:0), kassierte seine achte Saisonniederlage – und Beierlorzers 131. Tag im Amt dürfte einer seiner letzten gewesen sein. „Es ist zum Kotzen“, rief Stadionsprecher Michael Trippel in sein Mikrofon. 

          Kaum war das Spiel zu Ende, war der Sport-Geschäftsführer weg. „Der Vorstand und Armin Veh haben einvernehmlich entschieden, seinen noch bis 30. Juni 2020 laufenden Vertrag mit sofortiger Wirkung aufzulösen“, teilte der FC im Moment des Abpfiffs via Twitter mit. Die Trennung zum Saisonende war ohnehin bereits beschlossene Sache.

          „Ich hätte meine Arbeit beim FC natürlich gerne bis zum Ende gemacht. Aber in unserer derzeitigen Situation, in der der 1. FC Köln wichtige Entscheidungen auch für die Zukunft treffen muss, ist es aus meiner Sicht konsequent, dass wir die Zusammenarbeit kurzfristig beenden“, sagte Veh. Im Dezember 2017 war er zum 1. FC Köln gekommen. Nach dem Abstieg schaffte der Klub unter seiner sportlichen Leitung den Wiederaufstieg in die Bundesliga als Meister.

          Am Abend hatte Jhon Cordoba (34.) mit seinem ersten Bundesliga-Tor für Köln die verdiente Führung erzielt. Joker Sargis Adamyan (48.) glich für die Gäste aus, ehe Locadia in der Nachspielzeit für den wettbewerbsübergreifend sechsten TSG-Sieg in Serie sorgte – neuer Klubrekord. Hoffenheim sprang damit von Rang neun vorerst auf Platz zwei der Tabelle.

          Den Kölnern war ihre Negativserie von nur einem Sieg in den letzten acht Spielen von Beginn an anzumerken. Mit drei Neuen, darunter dem 20 Jahre alten Debütanten Ismail Jakobs, begannen die Rheinländer zwar engagiert, allerdings scheuten beide Teams das Risiko. Die Kölner waren um Kontrolle bemüht, gingen dabei aber zu ideenlos und zu langsam vor und stellten die Gäste kaum vor Probleme.

          Erst der missratene Kopfballversuch von Angreifer Simon Terodde (32.), den 1899-Schlussmann Oliver Baumann parierte, löste beim FC die Verkrampfung. Die nun spürbar größeren Angriffsbemühungen wurden schnell belohnt. Ausgerechnet der in Köln umstrittene Cordoba brachte sein Team mit einem plazierten Flachschuss aus 20 Metern in Führung. Es war das erste Bundesliga-Tor des Kolumbianers in seinem 27. Spiel im FC-Trikot. Die Rheinländer verdienten sich die Führung nun mit ihrer bis dahin stärksten Phase.

          Die neu gewonnene Stabilität schien den Gastgebern dann aber in der Pause abhanden gekommen zu sein. Direkt nach Wiederanpfiff hatte die TSG drei Chancen binnen drei Minuten und kam durch den kurz zuvor eingewechselten Adamyan zum Ausgleich. Zwar fingen sich die Kölner danach wieder, wirklich zwingend nach vorne wurden die Rheinländer aber nicht mehr.

          Der Foulelfmeter für Hoffenheim nach Videobeweis in der Nachspielzeit, den Locadia verwandelte, besiegelte dann den späten K.o. für die Kölner und ihre vierte Pflichtspiel-Niederlage in Serie.

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