https://www.faz.net/aktuell/sport/fussball/bundesliga/1-2-gegen-hertha-dortmund-auf-dem-weg-in-die-europa-league-12721955.html

1:2 gegen Hertha : Dortmund auf dem Weg in die Europa League

  • -Aktualisiert am

Fliege im Auge? BVB-Trainer Jürgen Klopp Bild: REUTERS

Nach zwanzig Minuten ist der Schwung dahin. Borussia Dortmund kassiert mit dem 1:2 gegen eine starke Berliner Hertha die dritte Heimniederlage in Folge und muss nun um Platz drei bangen.

          2 Min.

          Borussia Dortmund schleppt sich mit den Symptomen einer Krise in die Winterpause der Fußball-Bundesliga. Beim 1:2 gegen Hertha BSC Berlin erlitten die Westfalen schon die dritte Heimniederlage nacheinander. Dank der Tore von Adrian Ramos (23. Minute) und Sami Allagui (45.) gelang dem selbstbewussten Team aus der Hauptstadt das, was Bayern München und Bayer 04 Leverkusen in Dortmund zuletzt vorgemacht hatten.

          Die Westfalen gerieten trotz des frühen Führungstreffers von Marco Reus (7.) auf Abwege und gerieten schließlich in Rückstand. Im zweiten Durchgang versuchten sie das Spiel zu drehen, waren durchweg optisch überlegen, verpassten aber eine Kurskorrektur und brachten die Berliner kaum mehr in ernste Bedrängnis.

          Der Zweikampf mit dem FC Bayern, den viele vor der Saison erwartet hatten, hatte sich längst erledigt, inzwischen müssen die Dortmunder sogar um den dritten Platz und die direkte Qualifikation für die Champions League bangen. Sollte Borussia Mönchengladbach an diesem Sonntag gegen den VfL Wolfsburg punkten (15.30 Uhr im Liveticker bei FAZ.NET), ziehen die Rheinländer am BVB vorbei.

          Nicht zu fassen: Dortmunds Nuri Sahin ärgert sich Bilderstrecke
          Nicht zu fassen: Dortmunds Nuri Sahin ärgert sich :

          Dortmund hatte verheißungsvoll begonnen und auch das oft beschworene frühe Tor geschossen, das dem Spiel der Mannschaft, die es erzielt, so förderlich sein soll. Herthas Debütant Marius Gersbeck, der den am Knie verletzten Stammkeeper Thomas Kraft ersetzte, war Reus einen Tick zu spät entgegengeeilt und hatte bei dessen Schuss ins lange Eck das Nachsehen. Danach bot sich der Heimelf zweimal die Chance, den Vorsprung auszubauen, doch der erst achtzehn Jahre alte Hertha-Torwart hatte sich rasch akklimatisiert. Gersbeck parierte Lewandwoskis Schuss und Sokratis‘ Kopfball mit Bravour.

          Nach zwanzig Minuten war der Schwung dahin

          In der Anfangsphase war nicht abzusehen, wie schwer es für den Favoriten an diesem kalten Nachmittag werden sollte. Doch nach etwa zwanzig Minuten war der Schwung dahin. Und es geschah das, was Jürgen Klopp geahnt hatte. „Die sind unangenehm zu spielen“, hatte der Trainer des BVB vor dem Spiel über die Berliner gesagt. „Also müssen wir zusehen, dass wir noch unangenehmer zu spielen sind, dann ist alles gut.“

          Doch es wurde nichts gut aus Dortmunder Sicht. Die Mannschaft wirkte fahrig und ließ es im Spielaufbau an Präzision fehlen. Vor allem der junge Innenverteidiger Marian Sarr ging nicht mit der Sorgfalt und Souveränität zu Werke, die er bei seinen ersten Einsätzen (unter anderem in der Champions League) gezeigt hatte; der Achtzehnjährige wirkte verunsichert. Nachdem er sich auch noch eine unnötige Gelbe Karte eingehandelt hatte, wurde er in der Pause gegen Lukasz Piszczek ausgetauscht. Der Pole verrichtete wie üblich seinen Dienst als rechter Verteidiger, und Kevin Großkreutz rückte von der Außenposition ins Abwehrzentrum.

          Druck, aber kein Esprit

          Die Berliner hatten sich durch den frühen Rückstand nicht entmutigen lassen. Sie sahen keinen Grund, sich hinten reinzustellen, sondern wagten sich häufiger nach vorn als die meisten anderen Mannschaften, die in Dortmund antreten. Bei ihren Gegenstößen wurde sie durch Dortmunder Fehler begünstigt, so etwa beim Ausgleich: Als Linksverteidiger Erik Durm das Leder nicht unter Kontrolle bekam, war Allagui zur Stelle, nahm den Ball in Besitz, und passte ihn präzise auf Ramos, der sich die Chance nicht entgehen ließ.

          Kurz vor der Pause legten die selbstbewussten Berliner nach und machten den Arbeitstag für die Dortmunder noch ungemütlicher. Diesmal profitierte Allagui davon, dass Sarr ins Stolpern geriet, umkurvte auch noch Torhüter Roman Weidenfeller und vollendete zum 2:1 für Hertha.

          Nach dem Seitenwechsel versuchten die Dortmunder, Druck auszuüben, zeigen sich dabei aber wenig inspiriert und brachten den Gegner nur selten so in Verlegenheit wie beim Schuss des eingewechselten Jonas Hofmann, dessen Versuch Gersbeck parierte. Für die Schlussoffensive ging Klopp ins Risiko und brachte für den defensiven Mittelfeldspieler Sebastian Kehl als zweiten Stürmer Julian Schieber ins Spiel. Aber auch das nutzte nichts; die Berliner verteidigten mit viel Geschick und brachten den Vorsprung nicht unverdient über die Zeit.

          Borussia Dortmund - Hertha BSC 1:2 (1:2)

          Borussia Dortmund: Weidenfeller - Großkreutz, Sokratis, Sarr (46. Piszczek), Durm - Kehl (77. Schieber), Sahin - Blaszczykowski (56. Hofmann), Mchitarjan, Reus - Lewandowski
          Hertha BSC: Gersbeck - Pekarik, Lustenberger, Hosogai, Schulz - Cigerci (90. Janker), Kobiaschwili - Ndjeng, Skjelbred (69. Niemeyer), Allagui - Ramos (78. Wagner)
          Schiedsrichter: Gagelmann (Bremen)
          Zuschauer: 80 645 (ausverkauft)
          Tore: 1:0 Reus (7.), 1:1 Ramos (23.), 1:2 Allagui (45.)
          Gelbe Karten: Sahin (2), Sarr (1) / Cigerci (4), Hosogai (4), Kobiaschwili (2)

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Twitter-Kauf : Elon Musk kapituliert

          Der Tesla-Chef macht eine abrupte Kehrtwende und bietet an, Twitter nun doch zum vereinbarten Preis zu kaufen. Damit fällt der Showdown vor Gericht vermutlich aus.
          Schaufelradbagger arbeiten im Tagebau Garzweiler – das Dorf Lützerath soll dem Braunkohletagebau dort weichen.

          Energieversorgung : Der schwierige Ausstieg aus der Braunkohle

          Bund und Land verständigen sich mit dem Energieversorger RWE über ein früheres Ende der Braunkohleverstromung. Aber vorher wird noch eine größere Menge des Energieträgers verfeuert.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.