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1:2 gegen Freiburg : Hannover verwirrt sich selbst

  • -Aktualisiert am

Durchgesetzt: Hannovers Huszti (r.) hat gegen Schuster das Nachsehen Bild: dapd

Trainer Slomka setzt auf Risiko, sein Team offenbart Lücken: Nach acht Spielen verliert Hannover erstmals wieder gegen die Elf aus dem Breisgau. Schmidt und Rosenthal treffen für die Gäste, Hannovers Abdellaoue gleicht nur zwischenzeitlich aus.

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          Das ständige Kopfschütteln und Schimpfen, das Ron-Robert Zieler nicht verbergen mochte, war verständlich. Der Schlussmann von Hannover 96 hatten einen gefährlichen Angriff nach dem anderen auf sich zu kommen sehen – und bewahrte sein Team sogar noch vor deutlich Schlimmerem. Den Spielern des SC Freiburg, denen sich Zieler immer wieder entgegenwerfen musste, gelang ein verdienter 2:1-Erfolg in Hannover. Mit Jan Rosenthal erzielte dabei ein glücklicher Mann den Siegtreffer (55. Minute), der lange Zeit bei den Niedersachsen unter Vertrag gestanden hatte und am Samstag an der Seite seines Stürmerkollegen Daniel Caligiuri zu den besten Spieler auf dem Platz zählte.

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          Das hohe Risiko, für das sich 96-Trainer Mirko Slomka mit seiner Startaufstellung entschieden hatte, war beachtlich. Wer neben zwei klassischen Stürmern wie Mame Diouf und Mohammed Abdellaoue als offensiven Mittelfeldspieler einen Profi wie Jan Schlaudraff aufbietet, verstärkt natürlich die Offensive, lässt dahinter aber auch Lücken zu.

          Der SC Freiburg verstand es immer wieder, diese zu nutzen und kam zu vielen erstklassigen Torchancen. Eine davon hatte Jonathan Schmid in der 12. Minute genutzt und ungestört das 0:1 erzielt. Die hannoverschen Abwehrspieler Konstantin Rausch und Karim Haggui ließen es zu, dass der Ball zuvor quer durch den Strafraum gekullert und am Ende bei dem verblüfften Torschützen gelandet war.

          Abdellaoue (l.) trifft aus elf Metern zum zwischenzeitlichen Ausgleich

          Zwischen die vielen wackeligen Momenten, die sich der Gastgeber vor 43 800 Zuschauern erlaubte, mischte sich zumindest jene Szene, in der 96-Mittelfeldspieler Lars Stindl entschlossen das Unmögliche versuchte. Sein Volleyschuss von der Strafraumgrenze in der 31. Minute war schon auf dem Weg zum Tor des Monats, wurde aber durch den Arm des Freiburgers Schmid gebremst. Zwei Minuten langen diskutierten die Badener danach mit Schiedsrichter Deniz Aytekin über dessen Pfiff. Er hatte auf Handelfmeter entschieden, den Abdellaoue trotz aller Debatten nervenstark zum 1:1 in der 33. Minute verwandelte.

          Ich bin´s: Freiburgs Jonathan Schmid bejubelt seinen Treffer zum 1:0

          Aber die Unordnung aus dem Spiel des eigentlichen Favoriten ließ sich damit auch nicht vertreiben. Immer wieder nutzten die Freiburger die Konfusion in der Hintermannschaft von Hannover. Der Siegtreffer von Rosenthal, den Caligiuri mit einem klugen Querpass vorbereitet hatte, war die logische Konsequenz.

          Hannover 96 - SC Freiburg 1:2 (1:1)

          Hannover 96: Zieler - Sakai (62. Ya Konan), Haggui, Eggimann, Rausch - Schulz (46. da Silva Pinto) - Stindl, Huszti - Schlaudraff - Diouf, Abdellaoue (60. Sobiech)
          SC Freiburg: Baumann - Mujdza (86. Hedenstad), Krmas, Diagne, Sorg - Makiadi (76. Guédé), Schuster - Schmid, Caligiuri - Rosenthal (84. Dembelé), Kruse
          Schiedsrichter: Aytekin (Oberasbach)
          Zuschauer: 44.000
          Tore: 0:1 Schmidt (11.), 1:1 Abdellaoue (33.), 1:2 Rosenthal (56.)
          Gelbe-Karten: Huszti (3), Sobiech (2) / Mujdza (4)

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