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1:2 in Leverkusen : Der BVB verliert den Anschluss

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Hadern mit dem eigenen Spiel: Der BVB ging in Leverkusen wieder einmal enttäuscht vom Platz. Bild: dpa

Leverkusen spielt gegen Borussia Dortmund den besseren Fußball und siegt mit 2:1. Das kurze Hoch unter BVB-Trainer Edin Terzic ist schon wieder vorbei. Die Tabellenspitze rückt vorerst in weite Ferne.

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          Nur wenige Tage reichten aus, um den guten Eindruck auszulöschen, den Borussia Dortmund nach der Trennung von Trainer Lucien Favre und der Beförderung von Edin Terzic zum Chef zunächst gemacht hatte. Der BVB schien sich nach Weihnachten zu stabilisieren und gewann schwere Spiele gegen Wolfsburg und in Leipzig. Doch nach der 1:2-Niederlage am Dienstagabend bei Bayer Leverkusen, der am Samstag ein mageres 1:1 gegen Mainz vorausgegangen war, drohen die Dortmunder endgültig den Anschluss zur Tabellenspitze in der Fußball-Bundesliga zu verlieren. Weil andere Teams einfach besser sind, konstanter, stabiler.

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          An diesem Abend war der BVB bis auf wenige kurze Phasen die klar schwächere Mannschaft. Ganz früh in der Partie erspielte er sich eine ganze Serie aussichtsreicher Angriffe, nur beim letzten Pass oder im Abschluss fehlte hier die Klarheit. Es dauerte aber nicht lange, bis die Leverkusener sich sortiert hatten und mit einem brillanten Tor antworteten. Nach einem langen Schlag des Dortmunder Torhüters Roman Bürki gewann die Werkself nahe der Mittellinie den Ball. Leon Bailey spielte einen phantastischen Diagonalball auf Moussa Diaby, der nach einer kunstvollen Ballannahme frei vor dem Dortmunder Tor auftauchte und das 1:0 schoss (15. Minute).

          Danach wurde spürbar, dass der BVB im Moment mental angeschlagen ist. Marco Reus’ Aktionen wirkten eher angestrengt als flüssig, Julian Brandt fehlte die Entschlossenheit, Jadon Sancho kommt einfach nicht voran bei seiner seit Monaten laufenden Formsuche. Und Raphael Guerreiro ist auch nur noch Mitläufer statt eine prägende Figur. Sie sind abhängig von der besonderen Qualität des Erling Haaland. Der aber grätschte nach 24 Minuten drei Meter vor dem Tor knapp an einem Ball von Thomas Meunier vorbei. Das blieb lange die beste Dortmunder Chance nach dem Rückstand.

          Die Leverkusener hingegen, zuvor vier Spiele lang sieglos, waren nun die klar bessere Mannschaft. Nach 35 Minuten ließ Diaby Hummels in einem Laufduell aussehen wie einen alten Mann, scheiterte aber mit seinem Abschluss an Bürki. Auch Lucas Alario traf nicht mit einem tollen Kopfball an Bürki (45.). Die Dortmunder konnten noch froh sein mit diesem knappen Rückstand zur Pause. Es ging in dieser Partie ja auch darum, bei wem sich die kleinen Krisen, in die beide Teams zuletzt hineingeraten waren, in ein ernsteres atmosphärisches Problem verwandeln würden. Nun wurde Bayer immer stabiler, während die Verunsicherung des BVB in großer Deutlichkeit zu sehen war.

          Dabei hatte sich mancher Dortmunder über die Kernbotschaft von Leverkusens Trainer Peter Bosz vor dem Spiel gefreut. „Mit gutem Fußball kommen die Ergebnisse“, hatte der Trainer der Werkself erklärt. In Duellen mit Teams, die einen mutigen, ambitionierten und offensiven Stil pflegen, sah Borussia Dortmund zuletzt besser aus als gegen Mannschaften, die sich zurückziehen, die wenig Interesse an Ballbesitz haben. An diesem Abend war Bayer jedoch einfach besser. Der großartige Diaby war kaum zu bremsen, Florian Wirtz war gedanklich immer einen Tick schneller als seine Gegenspieler, nur das zweite Tor fehlte.

          „Wichtig“ sei diese Partie für den BVB, hatte Terzic vor dem Spiel gesagt, „aber nicht entscheidend“. Das ist sicher richtig. Noch hoffen die Dortmunder allerdings darauf, irgendwie an die Bayern ganz vorne in der Tabelle heranrücken zu können. Das wird nun immer schwieriger. Nach dem Rückstand war gut zu sehen, dass die Furcht vor dem Auslassen einer seltenen Chance belastend wirkt. Terzic hat immer wieder darauf hingewiesen, dass es einigen seiner Spieler an „Leichtigkeit“ fehle, dieser Befund bleibt auch nach diesem Abend richtig.

          Nach der Pause entwickelte das Ensemble des jungen Terzic zwar Phasen der Dominanz, aber einen klug zu Ende gespielten Angriff gab es sehr lange nicht. Das 1:1 bekamen sie mehr oder weniger geschenkt. Diaby und Wirtz vertändelten den Ball am eigenen Strafraum, woraufhin Brandt mit einem mit einem 17 Meter-Schuss zum 1:1 ausglich (67.).

          Nun war für einige Momente eine Dortmunder Führung möglich. Brandt schoss aus drei Metern an die Beine von Edmond Tapsoba (68.), und Sancho vergab eine tolle Möglichkeit, verfehlte aber aus bester Position das Tor (70.). In diesen Minuten hatten sie die Chance das Spiel zu drehen, doch nach einem Konter, den Wirtz mit einen souveränen 16-Meter-Abschluss zum 2:1 krönte, führte wieder das Team, das die meisten Phasen der Partie besser gewesen war.

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