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1:1 zwischen HSV und Freiburg : Rette sich, wer kann

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Ekstase total: Hamburg bejubelt den Ausgleich – doch reicht der zum Klassenerhalt? Bild: dpa

Mit dem Remis im Abstiegskrimi ist weder dem Hamburger SV, noch den Freiburgern geholfen. Zwar können sich beide Teams noch selbst aus einem der spannendsten Abstiegskämpfe der Bundesliga-Geschichte befreien. Doch, wer hat die Kraft dazu?

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          In einem der spannendsten Abstiegskämpfe in der Geschichte der Fußball-Bundesliga haben der Hamburger SV und der SC Freiburg vorgelegt – und es verpasst, sich irgendeinen Vorteil zu erarbeiten. Mit dem 1:1 zum Auftakt des 32. Spieltag können beide Konkurrenten ihre Ausgangslage nur unwesentlich verbessern. Trotzdem ist die Rettung vor dem drohenden Abstieg in die Zweite Liga für Teams aus eigener Kraft weiter möglich:  Mit 32 Punkten steht der HSV vor den Spielen am Samstag (15.30 Uhr / Live bei Sky und im Bundesliga-Ticker auf FAZ.NET) auf Rang 14; die Freiburg folgen mit einem Zähler weniger einen Platz dahinter. Doch was spricht für eine Rettung der beiden Teams? Und was dagegen?

          Die Leiden der Trainer: Labbadia (hinten) und Streich Bilderstrecke

          Darum rettet sich der HSV

          Obwohl die Leistung gegen Freiburg nicht stimmte, haben die Hamburger einen Lauf: Sieben Punkte aus drei Spielen geben Selbstvertrauen – ein Tor in der Schlussminute sowieso. Wie schon beim Auswärtssieg in Mainz half dem HSV auch gegen Freiburg wieder ein später Treffer von Gojko Kacar. Darüber hinaus wollen selbst lange kritisierte Akteure wie Rafael van der Vaart auf gar keinen Fall den historischen ersten Abstieg der Hamburger aus der Bundesliga mitverschulden. Ein weiterer Pluspunkt ist zudem Trainer Bruno Labbadia: Er hauchte der zerstrittenen Mannschaft neuen Teamgeist ein – und lebt, wie gegen Freiburg bewiesen, mit seinen emotionalen Jublern die im Abstiegskampf notwendige Mentalität vor.

          Darum steigen die Hamburger trotzdem ab

          Trotz drei Spielen ohne Niederlage: Die Abwehr ist schwach, der Sturm ist noch schwächer. 22 Tore in 32 Spielen sind ein absolutes Armutszeugnis – da helfen selbst die zeitweilige Wiederentdeckung der Stürmer-Qualitäten von Pierre-Michel Lasogga oder jetzt Kacar nichts. Dazu geht es am nächsten Spieltag auch noch gegen den derzeit Tabellenletzten VfB Stuttgart. Gegen das Team des früheren HSV-Coach Huub Stevens haben die Hamburger in letzter Zeit immer schlecht ausgesehen. Kämen die Hamburger kommende Woche ohne einen Zähler aus dem Schwabenland zurück, droht ihnen ein Abstiegsendspiel gegen Schalke, das dann höchstwahrscheinlich selbst noch Punkte für die Europa League braucht. Leichte Situationen sehen anders aus.

          Das spricht für den SC Freiburg

          Nach dem Remis in Hamburg sprach Trainer Christian Streich seine größte Hoffnung offen aus: Die Art und Weise, wie seine Freiburger beim HSV auftraten war beeindruckend und eigentlich besser, als die eines potentiellen Absteigers. Mit offensiver Ausrichtung, ohne Angst und viel Herzblut wollen die Breisgauer, denen vor der Saison nur wenige den Klassenerhalt zugetraut haben, ihre Chance offenbar suchen. Streich sagt: „Ich bin stolz, diese Spieler zu trainieren. Sie haben Charakter.“ Das dürfte der größte Pluspunkt im Abstiegskampf sein. Doch ob das reicht?

          Das spricht gegen die Freiburger

          Nach dem 1:1 in Hamburg ist der Sportclub mittlerweile wieder fünf Spiele ohne Sieg. Dazu muss die Mannschaft auch die Nackenschläge der späten Gegentore nach eigenen vergebenen Großchancen ertragen. Mental ist das immens schwer zu verarbeiten. Zudem könnte das Restprogramm kaum schwerer sein: In der kommenden Woche will der Meister des FC Bayern gewiss der Bundesliga-Saison ein gutes Ende geben – egal, wie das Rückspiel in der Champions-Leauge gegen den FC Barcelona am Dienstag endet (20.45 Uhr / Live im ZDF, bei Sky und im Champions-League-Ticker auf FAZ.NET). Und am letzten Spieltag geht es dann zum wahrscheinlich absoluten Abstiegsfinale nach Hannover. Dann dürften gute Nerven und ein wenig Glück wohl noch mehr als sonst gefragt sein.

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