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1:1 zwischen Bayern und Dortmund : Im Gleichschritt durchs Spitzenspiel

  • -Aktualisiert am

Im Gleichschritt: Bayern und Dortmund trennen sich unentschieden Bild: AFP

Das erhoffte Fußball-Fest bleibt aus. Im Spitzenspiel der Bundesliga kommt erst am Ende Tempo rein. Kroos und Götze sorgen für das 1:1. Badstuber erleidet einen Kreuzbandriss.

          Bayern-Torwart Manuel Neuer hatte schon vor dem Anpfiff die These aufgestellt: „Heute geht es darum, wer die Nummer eins im deutschen Fußball ist.“ Das 1:1 des deutschen Rekordmeisters Bayern München am Samstagabend vor 71.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz-Arena gegen den Titelverteidiger Borussia Dortmund gab darüber keinen eindeutigen Aufschluss. Zu ausgeglichen waren die Leistungen in den 90 Minuten.

          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Aber die Punktevergabe nach den Toren von Toni Kroos in der 68. Minute für München und Mario Götze in der 74. Minute für Dortmund bestätigt den eindeutigen Gesamttrend. Nach dem 15. Spieltag liegen die Bayern in der Tabelle nun elf Punkte vor den Dortmundern. Ohne die Erfahrungen der vergangenen Saison, als der BVB noch einen großen Rückstand aufholte, sprächen wohl schon alle von einer Entscheidung im Kampf um die Meisterschaft.

          Gut zehn Minuten lang war den Bayern anzumerken, dass sie von den Dortmundern durch die letzten fünf Niederlagen in Pflichtspielen zur „Weißglut“ gebracht worden sind. So hatte es Nationalspieler Thomas Müller jedenfalls formuliert. Die Münchner schnürten die Dortmunder an deren Strafraum ein, was mit dem Matchplan von BVB-Trainer Jürgen Klopp so gar nichts zu tun hatte. Ribery war auf der linken Seite die große treibende Kraft, aber auch über rechts und durch die Mitte kamen die Bayern relativ mühelos bis zum gegnerischen Strafraum. Große Torchancen ergaben sich durch diese Angriffe allerdings nicht.

          Der Führungstorschütze: Toni Kroos

          Dabei blieb es bis zum Ende der ersten Halbzeit, was kein Wunder war, denn die Dortmunder schafften es durch ihr Forechecking von Minute zu Minute besser, sich die Bayern vom Leib zu halten. Als die organisierten Fans nach zwölf Minuten und zwölf Sekunden ihr Protestschweigen gegen das am 12. Dezember zur Abstimmung anstehende Sicherheitskonzept der DFL beendeten, schlief der Bundesligagipfel ein. Wenn die beiden besten deutschen Fußball-Mannschaften aufeinandertreffen, kann kein grottenschlechtes Spiel entstehen. Aber viel weniger als in der ersten Halbzeit geht auch nicht.

          Die erste Diagnose lautete Kreuzbandriss

          Bayern München und Borussia Dortmund entsagten sich, Fußball-Deutschland und dem Rest der Welt, 203 Länder waren zugeschaltet, das erhoffte Fest. Fast alle Anstrengungen mündeten in ambitionierte Spielverderberei - und wenn die spielerische Klasse einmal zu einer torgefährlichen Aktion zusammenwuchs, dann flog der Ball am Tor vorbei oder die Torhüter parierten ihn.

          Holger Badstuber wird vom Platz getragen - Diagnose Kreuzbandriss

          Trauriger Höhepunkt der ersten Halbzeit bildete ein Zweikampf zwischen dem Dortmunder Götze und dem Münchner Martinez in der 35. Minute, den Bayern-Verteidiger Badstuber ungestüm mit einer Grätsche beendete. Der Nationalspieler traf Ball und die beiden Mitspieler und verletzte sich schwer am rechten Knie. Die erste Diagnose lautete Kreuzbandriss, was eine monatelange Verletzungspause bedeutet.

          Für Badstuber brachte Trainer Heynckes den gerade genesenen Jerome Boateng ins Spiel. Dieser Wechsel war nicht entscheidend für den Verlauf der Begegnung, aber vielleicht die Szene in der 43. Minute. Der starke Dortmunder Verteidiger Mats Hummels hatte nach einem gewonnenen Zweikampf seinen Offensivspieler Reus auf den Weg gebracht und dessen krachenden Schuss konnte der Münchner Torwart Neuer nur unter Aufbietung seiner ganzen Fähigkeiten abwehren.

          Punktgewinner: Mario Götze

          Diese mitreißende Aktion mochte die Spieler auf den Geschmack gebracht haben, den Zuschauern doch etwas mehr Spannung zu bieten. In der zweiten Halbzeit jedenfalls würzten die Mannschaften den Bundesligagipfel mit Torschüssen und Treffern. Zunächst war es der BVB, der Torgefahr entwickelte. Götze und Hummels kamen frei vor Neuer zu einem Kopfball und einer Direktabnahme: Beide Male war der Nationaltorwart zur Stelle.

          Der BVB knickte nicht ein

          Aber auch die Bayern boten nun etwas: In der 68. Minute war es Toni Kroos, der das Beste aus einem Angriff machte: das 1:0 für München. Der Nationalspieler schüttelte den Verteidiger durch eine Körpertäuschung ab, legte sich den Ball auf links und schoss ihn plaziert und unhaltbar für Torwart Roman Weidenfeller ins Tor. Doch der BVB knickte durch den Gegentreffer nicht ein und gab sich nicht geschlagen. Sofort legte die Mannschaft von Trainer Klopp den Vorwärtsgang ein und wurde in der 74. Minute durch Mario Götze belohnt, der mit links zum 1:1 verwandelte.

          Müller und Kroos hätten in den Schlussminuten die Partie und wohl auch die Meisterschaft zugunsten der Bayern entscheiden können. Doch aus aussichtsreicher Position schafften sie es nicht, den Ball im Dortmunder Tor unterzubringen.

          Bilderstrecke

          Bayern München - Borussia Dortmund 1:1 (0:0)

          Bayern München: Neuer - Lahm, Dante, Badstuber (37. Boateng), Alaba - Javi Martínez, Schweinsteiger - Müller, Kroos, Ribéry - Mandzukic (86. Gomez)
          Borussia Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Subotic (81. Felipe Santana), Hummels, Schmelzer - Gündogan, Bender - Blaszczykowski (73. Perisic), Götze (90. Schieber), Reus - Lewandowski
          Schiedsrichter: Gagelmann (Bremen)
          Zuschauer: 71 000 (ausverkauft)
          Tore: 1:0 Kroos (67.), 1:1 Götze (74.)
          Gelbe Karten: - / -

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