https://www.faz.net/-gtm-16jvm

1:1 in Leverkusen : Hertha BSC Berlin steigt aus der Bundesliga ab

  • Aktualisiert am

Zeugnis eines lang angedeuteten Untergangs: Hertha BSC und Kapitän Arne Friedrich steigen ab Bild: REUTERS

Die Hoffnung währte bis zuletzt, am Samstag starb sie: Hertha BSC muss nach einem 1:1 in Leverkusen aus der Bundesliga absteigen. Raffael sorgt für Berliner Hoffnung, doch Friedrich köpft den Ausgleich. Bayer hofft noch die Champions League.

          Niedergeschlagen sanken die Spieler von Hertha BSC auf den Rasen und verharrten dort minutenlang nach dem besiegelten Abstieg aus der Fußball-Bundesliga. „Das ist ein bitterer Abgang und ein Spiegelbild der Saison“, sagte Cheftrainer Friedhelm Funkel, dessen Zukunft in Berlin offen ist.

          Ein 1:1 (1:0) bei Bayer 04 Leverkusen reichten nicht, um die Entscheidung über den fünften Abstieg nach 1965, 1980, 1983 und 1991 noch einmal aufzuschieben. Vor 30 210 Zuschauern hatten die Gäste einmal mehr gut gespielt, waren durch Raffael (12. Minute) in Führung gegangen und mussten nach dem Ausgleich durch Manuel Friedrich (59.) alle Hoffnungen begraben.

          „Ich habe noch keine Mannschaft gesehen, die so gut spielt und absteigt wie Hertha“, zollte Bayer-Trainer Jupp Heynckes dem Gegner Anerkennung. Mit einer dürftigen Leistung und dem Remis dürften die Leverkusener die Champions-League-Teilnahme verspielt haben - die Europa-League-Qualifikation ist dagegen geschafft.

          Aus und vorbei: Friedrichs Ausgleich lässt Hertha absteigen

          Hertha BSC will die letzte Chance unbedingt nutzen

          „Wir haben noch eine minimale Chance, im Fußball passiert viel“, sagte Nationaltorwart René Adler, der nach einem Rippenbruch zwischen die Pfosten zurückgekehrt war und eine WM-würdige Leistung zeigte. Vor dem Saisonfinale bei Borussia Mönchengladbach liegt die Werkself mit zwei Punkten Rückstand hinter Werder Bremen auf Platz vier.

          Für die Schönspieler aus Leverkusen, die ungewohnt viele technische Fehler machten, war der „Tag der Arbeit“ kein guter. „Besonders in der ersten Halbzeit hat die Mannschaft keine Bindung zum Spiel gefunden“, kritisierte Heynckes und lobte die Moral nach der Pause. In den ersten 45 Minuten konnte sein Team kaum Chancen erspielen, allein Tranquillo Barnetta (2.) mit einem Schuss und Eren Derdiyok (34.) mit einem Fallrückzieher sorgten etwas für Gefahr.

          Tabellen-Schlusslicht Hertha merkte man an, dass es die letzte Chance nutzen wollte. In der 5. Minute hatten die Gäste noch Pech, als Theofanis Gekas nur den Innenpfosten traf. Sieben Minuten später wurde der frühere Leverkusener dann zum Wegbereiter des Führungstores: Seinen präzisen Lupfer verwandelt Raffael zum 1:0. Beinahe hätte der starke Grieche auch noch das 2:0 vorbereitet, doch Cicero rutschte um Zentimeter am Ball vorbei.

          „Den endgültigen Abstieg muss man erstmal verdauen“

          Nach dem Wiederanpfiff erhöhten die Leverkusener den Druck, wären aber beinahe mit ihrem erwachten Offensivdrang in die Falle gelaufen. Gojko Kacar hatte zwei Großchancen (53./54.), die er jedoch beide vergab. Dem stark aufspielenden Hertha-Schlussmann Drobny verdankten es die Berliner, dass sie bei einem wuchtigen Schuss von Toni Kroos (57.), der sein letzten Heimspiel für Bayer machte und zum FC Bayern München zurückkehrt, und einem Kopfball des eingewechselten Helmes (59.) nicht schon den Ausgleich kassierten.

          Beim Kopfball von Manuel Friedrichs (59.) war aber auch der Gästekeeper machtlos. Und es hätte nicht viel gefehlt, und Friedrich hätte auch noch das 2:1 geschafft, aber sein Kopfball (79.) landete an der Unterkante der Latte. „Dass der Abstieg nun endgültig ist, muss man erstmal verdauen“, sagte der Berliner Marc Stein nach dem Abpfiff traurig.

          Weitere Themen

          Neymar gewinnt Kamelrennen Video-Seite öffnen

          Fußballstars in Katar : Neymar gewinnt Kamelrennen

          In Katar absolviert der Champions-League-Teilnehmer Paris Saint-Germain derzeit sein Winter-Trainingslager. Zur Abwechslung konkurrierten die PSG-Stars bei einem Kamelrennen gegeneinander.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.