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1:1 in Hannover : Werder setzt die Ergebniskrise fort

Auch Frings konnte bei Bremens Remis in Hanover keine Impulse setzen Bild: AP

Mit einem dreifachen Punktgewinn wollte sich Bremen in Hannover in obere Regionen schießen. Doch am Ende musste Werder froh sein, einen Punkt mitnehmen zu dürfen. Der frühere Bremer Schulz traf für 96, Almeida glich aus.

          2 Min.

          Gäbe es ein Mittel gegen Mittelmaß - Werder Bremen wäre ein dankbarer Proband. Vermutlich würden sie alles versuchen beim selbsternannten Meisterschaftsanwärter, um endlich ein Rezept zu finden gegen die nun schon seit Wochen andauernde Ergebniskrise. Beim 1:1 am Samstag in Hannover aber blieb wieder einmal vieles beim Alten: Werder betrieb einen großen Aufwand, machte aber zu viele Fehler und hatte sich das vierte Unentschieden der Saison so selbst zuzuschreiben.

          Christian Kamp
          Sportredakteur.

          „Von den Torchancen her hätten wir gewinnen müssen“, sagte Torsten Frings. „Wir waren über weite Strecken die bessere Mannschaft.“ Dank Hugo Almeidas Treffer in der 41. Minute blieb ihnen zumindest ein Punkt, nachdem Christian Schulz Hannover nach neun Minuten in Führung gebracht hatte. „Die Leistung der Mannschaft war in Ordnung“, sagte Werder-Trainer Thomas Schaaf. „Leider konnten wir in den wichtigen Situationen nicht den entscheidenden Punkt setzen.“

          Bei Frings hatte man zunächst kein gutes Gefühl

          So oft die Begegnungen zwischen diesen beiden Mannschaften schon von Tempo und Toren geprägt waren - diesmal war das Spiel vor 49.000 Zuschauern in Hannover zunächst eine zähe Veranstaltung. Werder kontrollierte, ohne zu riskieren, Hannover sah zu und konterte ab und an. Nichts deutete auf ein frühes Tor hin. Doch als die Einladung unverhofft kam, nahmen die 96er sie gerne an. Bei einem Eckball von Huszti stand der Bremer Boenisch so weit weg von Schulz, dass der ohne viel Mühe einköpfen konnte.

          Kein Jubel aus Respekt: Der frühere Bremer Schulz traf gegen seine alten Kameraden
          Kein Jubel aus Respekt: Der frühere Bremer Schulz traf gegen seine alten Kameraden : Bild: ddp

          Und was machte Torsten Frings? Anführer waren auf Bremer Seite ja gefragt, nachdem sich kurzfristig Diego und Pizarro wegen Muskelproblemen abgemeldet hatten; die verletzten Wiese und Jensen sowie der gesperrte Mertesacker fehlten ohnehin. Bei Frings aber hatte man zunächst kein gutes Gefühl. Mit seinem ersten Pass traf er den Schiedsrichter. Seine zweite Aktion, ein Foul an Pinto - beim Stand von 0:1 sollte es wohl so etwas wie ein Ausrufezeichen sein -, brachte ihm Gelb ein. Und so stand er schon nach 23 Minuten am Rande des Platzverweises, nachdem er sich bei Schiedsrichter Kinhöfer zu heftig über eine Entscheidung beschwert hatte. Er spielte aber durch und bot eine ordentliche Leistung.

          „Ich denke, das 1:1 ist ein gerechtes Ergebnis“

          Werders Lebensversicherung heißt derzeit allerdings Hugo Almeida. Schon am Mittwoch, beim 2:2 in Athen, hatte der Portugiese den Ausgleich erzielt. Diesmal profitierte er von einem Geistesblitz von Jurica Vranjes. Dessen Pass in die Lücke in der 96-Abwehr nahm Almeida auf und drehte den Ball mit links ins lange Eck. Das 1:1 war verdient, denn auch wenn die Bremer bei weitem nicht so kombinationssicher und ideenreich auftraten wie in ihren besten Tagen, waren sie doch weit aktiver als Hannover.

          Den Niedersachsen fehlten der gesperrte Bruggink und die verletzten Ismael, Rosenthal und Enke. Dessen Vertreter Florian Fromlowitz machte seine Sache diesmal ausgezeichnet. Es war auch ihm zu verdanken, dass die Bremer aus ihrem Chancen-Plus lange nichts machen konnten. So konnte sich Hannover am Ende über einen Achtungserfolg freuen. „Ich denke“, befand 96-Trainer Dieter Hecking, „das 1:1 ist ein gerechtes Ergebnis.“

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