https://www.faz.net/-gtm-7i5wk

1:1 in Freiburg : Frankfurt holt zu wenig im Breisgau

Umkämpftes Spiel: Freiburg und Frankfurt trennen sich 1:1 Bild: dpa

Eintracht Frankfurt führt in Freiburg, muss aber kurz vor Schluss den Ausgleich hinnehmen. Freiburg bleibt weiter ohne Sieg, vermeidet aber wenigstens den Sturz ans Tabellenende.

          3 Min.

          „Es war ähnlich wie gegen  Hamburg“, sagte Vorstandschef Heribert Bruchhagen nach dem 1:1-Unentschieden seiner Frankfurter Eintracht beim SC Freiburg. Gegen den HSV bekam die Eintracht vor Wochenfrist in der viertletzten Spielminute den 2: 2-Ausgleichstreffer. Und auch am Sonntag, beim Auswärtsspiel der Hessen in Freiburg, fiel das 1:1 für den Sportclub in der 86. Minute. Eintracht-Profi  Sebastian Rode fand es „bitter, denn wir hätten doch schon in der ersten  Halbzeit 3:0 führen müssen“.

          Durch ein Eigentor des Freiburgers Christian  Günter war die im ersten Abschnitt hoch überlegene Eintracht 1:0 in Führung  gegangen (64.), ehe kurz vor Schluss der eingewechselte Nicolas Höfler mit dem Kopf der Ausgleich  glückte. Doppeltes Pech für die Frankfurter: Der eingewechselte Johannes Flum  wird sein Wiedersehen in der alten Heimat nicht in guter Erinnerung  behalten. Innerhalb kurzer Zeit sah er erst Gelb, dann Rot - nach einem Foul,  das keines war (90.). „Ich bin nicht zufrieden, dass wir unentschieden  gespielt haben“, sagte Eintracht-Trainer Armin Veh. „Wir hätten hier gewinnen  müssen.“ Rückendeckung erhielt Veh von seinem Freiburger Kollegen Christian  Streich. „Die Eintracht war spielerisch enorm stark und hat auf vielen  Positionen herausragende Fußballspieler.“

          In der Rückschau hätte es ein schöner Sonntag für die Eintracht werden  können, denn schon nach neunzig Sekunden hätte sie führen  müssen. Vaclav Kadlec stürmte alleine auf das Freiburger Tor zu, scheiterte  aber mit links an Keeper Oliver Baumann. Fortan war der Schlussmann des Sportclubs der wichtigste Mann des Freiburger Spiels, denn er verhinderte, dass  die Frankfurter Tore erzielten. In der vierten Minute war es  Rode, der in den gegnerischen Strafraum eindrang, mit seinem Schuss aber das  Ziel verfehlte. Nach zehn Minuten tauchte Kadlec abermals vor Baumann auf - und  scheiterte.

          Mehr als fahrlässig

          Es war aus Eintracht-Sicht zum Haareraufen, was die Profis vergaben. Die  Chancenauswertung war mehr als fahrlässig. Constant Djakpa, diesmal für den  verletzten Bastian Oczipka als Linksverteidiger aufgeboten, versuchte es mit  einem feinen Linksschuss, Baumann zu überlisten (18.). Doch der Mann von der  Elfenbeinküste schaffte es ebenso wenig wie Kadlec. Bei seiner dritten  Großchance schien der Tscheche tatsächlich Baumann bezwungen zu haben - wenn  nicht Julian Schuster vor der Torlinie geklärt hätte.

          Da jubelt die Eintracht noch: Führung durch ein Eigentor

          Fußball auf ein Tor, Fußball in eine Richtung: Die Eintracht spielte vor den  Augen von Bundestrainer Joachim Löw wie im Rausch und arbeitete sich in der  starken Anfangsviertelstunde fünf zu null Ecken heraus. Doch sie vermochte auch  aus diesen Situationen nichts Zählbares zu machen. Zu schwach waren die vom  vermeintlichen Standardspezialisten Tranquillo Barnetta getretenen  Eckbälle. Die Freiburger schienen kaum existent und hatten zudem noch mit Gelson Fernandes in der Defensive einen ständigen Unsicherheitsfaktor in ihren  Reihen.

          Freiburg erst nach dem Seitenwechsel besser

          Trotzdem schaffte es die Badener, sich immer wieder vom Frankfurter  Druck zu befreien. Doch Pavel Krmas rutschte eine gute Kopfballgelegenheit über  den Scheitel (35.), und Günter hatte Schusspech, weil Marco Russ für die  Eintracht im Fünfmeterraum klärte (41.). Das Spiel des Sportclubs war in der ersten Hälfte eine einzige  Enttäuschung. Streichs vollmundige Ankündigung, „alles aus uns herauszuholen“,  entpuppte sich als Phrase.

          Erst nach dem Seitenwechsel ging ein Ruck durch die  Freiburger Mannschaft, der gleich zu guten Chancen durch Sebastian Freis führte  (58. und 61.). Sollte die Eintracht wie schon in der Vorwoche gegen den HSV  zwei Punkte verschenken? Veh brachte seine Mannschaft ins Rotieren, wechselte für den angeschlagenen  Rode den langjährigen Freiburger  Flum ein, und auch Srdjan Lakic für Aigner  durfte sich beweisen. Und tatsächlich: Nur eine Minute nach Lakics Einwechslung  fiel das hochverdiente 1:0. Verantwortlich zeichnete aber kein  Eintracht-Profi. Es war der Freiburger Günter, der die Hereingabe von Djakpa  ins eigene Tor beförderte (64.).

          Länderspielpause kommt gerade recht

          Elf Minuten später ging ein Aufschrei durch  das Stadion, denn das Gros der 23.300 Zuschauer forderte lautstark  Strafstoß. Doch der in dieser Szene gut stehende Schiedsrichter Deniz Aytekin fiel auf die Schauspieleinlage von Höfler, der von Carlos Zambrano verfolgt, aber nicht berührt wurde, nicht herein.

          Als Russ im Stile eines Solisten  alleine in den Freiburger Strafraum eindrang, bot sich sogar die Chance zum 2:0  (83.). Doch sie blieb  ungenutzt. Stattdessen fiel das unverhoffte 1:1. Nach  einer Ecke von Jonathan Schmid verlängerte Höfler, an der langen Ecke stehend,  zum Ausgleich. Dem Treffer der Freiburger soll ein Foulspiel vorangegangen  sein. Eintracht-Vorstandschef Bruchhagen sprach von „Tumulten. Am Ende haben  wir leider die Ordnung verloren“, beklagte er. „Wir haben es einfach verpasst,  unsere klare Überlegenheit in der ersten Halbzeit in Tore umzumünzen.“ Auch Lakic schaffte es drei Minuten vor dem Ende nicht, einen weiteren  Treffer zu erzielen. Statt mit einem möglichen Sieg auf Platz acht zu klettern,  verharrt die Eintracht nach dem dritten Remis in Folge mit neun Punkten auf Platz dreizehn. Die zweiwöchige Länderspielpause kommt gerade recht.

          SC Freiburg - Eintracht Frankfurt 1:1 (0:0)

          SC Freiburg: Baumann - Sorg, Ginter, Krmas, Günter (76. Klaus) - Fernandes (73. Höfler), Schuster - Schmid, Coquelin - Mehmedi - Freis (70. Hanke)
          Eintracht Frankfurt: Trapp - Jung, Zambrano, Anderson, Djakpa - Russ, Rode (54. Flum) - Aigner (63. Lakic), Inui, Barnetta - Kadlec (88. Celozzi)
          Schiedsrichter: Aytekin (Oberasbach)
          Zuschauer: 23 300
          Tore: 0:1 Günter (64./Eigentor), 1:1 Höfler (85.)
          Gelbe Karten: Höfler (3), Schmid (1), Schuster (1) / Djakpa (2),
          Russ (2)
          Gelb-Rote Karten: - / Flum (90./wiederholtes Foulspiel)

          Weitere Themen

          Rhein-Derby vor leeren Rängen Video-Seite öffnen

          Düsseldorf gegen Köln : Rhein-Derby vor leeren Rängen

          Am Wochenende trifft Fortuna Düsseldorf auf den 1. FC Köln. Doch auch das Rhein-Derby muss in dieser Saison ohne die Fans stattfinden. Doch auch als Geisterspiel sei das Aufeinandertreffen der beiden Vereine etwas Besonderes, wie beide Trainer beteuerten.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.