https://www.faz.net/-gtm-7ik5h

1:1 in Frankfurt : Nürnberger Lebenszeichen

Der Kampf in Frankfurt endet mit einem Punkt für beide Teams Bild: dpa

Mit Interimstrainer Prinzen beweisen die Nürnberger in Frankfurt Moral. Drmic trifft spät für den „Club“ zum 1:1. Die Eintracht, für die Kadlec erfolgreich ist, verliert schon wieder Punkte in der Schlussphase.

          2 Min.

          Für Roger Prinzen war es fast so etwas wie ein Heimspiel. Als gebürtiger Darmstädter begann er einst seine Profikarriere bei den „Lilien“, aber auch in Frankfurt, bei der Eintracht, hatte er in jungen Jahren kurz Station gemacht.

          Am Samstag sollte der Hesse dem 1. FC Nürnberg in Frankfurt Halt und wenn möglich auch frische Impulse geben: als Übergangstrainer beim „Club“, dessen „U23“ er sonst betreut – und tatsächlich konnte Prinzen einen Teil-Erfolg verbuchen.

          Nach dem 1:1 am Samstag sind die Franken zwar immer noch ohne Sieg in dieser Bundesliga-Saison. Aber zumindest sendeten sie ein deutliches Lebenszeichen und kämpften nach dem Rückstand durch Vaclav Kadlec (50. Minute) beherzt um den Ausgleich. In der 86. Minute wurden sie durch den Treffer des eingewechselten Josip Drmic belohnt.

          Der verhinderte nicht nur den ersten Frankfurter Heimsieg der Saison, sondern dürfte auch den Arbeitsbeginn des neuen Nürnberger Cheftrainers, der in den nächsten Tagen erwartet wird, erleichtert haben. Als Favorit für die Nachfolge des vor knapp zwei Wochen beurlaubten Michael Wiesinger gilt der österreichische Nationaltrainer Marcel Koller. Als zweiter heißer Tipp wird in Nürnberg der Niederländer René Meulensteen gehandelt, der lange als Assistent von Alex Ferguson bei Manchester United gearbeitet hatte.

          Orientierung unter Wiesinger verlorengegangen

          Prinzen war bei seinem Erstliga-Debüt mit viel Engagement bei der Sache. Er tat, was in seiner Macht stand, um den Spielern von außen Anleitung zu geben – was nötig schien, nachdem zuletzt unter Wiesinger die Orientierung verlorengegangen war. Personell hatte er erwartungsgemäß nicht viel verändert: Für Frantz und Drmic begannen Stark und Pinola.

          Der Argentinier war dann in der brenzligsten Szene der ersten 45 Minuten zur Stelle: als er mit höchstem Risiko und womöglich auch elfmeterwürdig Aigner beim Abschluss störte (16.).

          Beim Lattentreffer dem Ausgleich schon nahe

          Während die Eintracht, bei der Meier nach sechswöchiger Verletzungspause wieder dabei war, sich noch ein paar Halbchancen erspielte, blieb der „Club“ ungefährlich. Dem Treffer von Kadlec kurz nach der Pause ging eine flotte Frankfurter Kombination durchs Mittelfeld voraus. Es sprach nicht mehr viel für den bis dahin harmlosen „Club“.

          Aber wie schon manches Mal in dieser Saison zeigte die Mannschaft Moral und spielte nun mutiger nach vorn. Bei einem Lattentreffer durch Stark (60.) war der Ausgleich schon nahe. Und nach dem 1:1 durch Drmac nach Vorarbeit des ebenfalls eingewechselten Mak waren die Nürnberger dem Sieg sogar näher als die Eintracht.

          Neuer „Club“-Trainer in „ein, zwei Tagen“

          Nürnbergs Sportdirektor Martin Bader ist derweil zuversichtlich, den neuen Trainer in den nächsten „ein, zwei Tagen“, präsentieren zu können. „Es ist schon so, dass wir in die Tiefe gearbeitet haben und jetzt irgendwann am Boden angekommen sind. Jetzt geht es nur noch darum, wann, welche Entscheidung die Richtige für den 1. FC Nürnberg ist“, sagte Bader. „Ich hoffe, dass wir es wirklich bis Anfang der Woche hinbekommen“, sagte Bader.

          Eintracht Frankfurt - 1. FC Nürnberg 1:1 (0:0)

          Eintracht Frankfurt: Trapp - Jung, Zambrano, Anderson, Oczipka - Russ, Rode (87. Lakic) - Aigner (64. Celozzi), Meier (84. Lanig), Barnetta - Kadlec
          1. FC Nürnberg: Schäfer - Chandler, Nilsson, Pogatetz, Pinola - Stark, Hasebe - Hlousek, Kiyotake (69. Drmic), Plattenhardt (60. Mak) - Pekhart (78. Colak)
          Schiedsrichter: Dingert (Lebecksmühle)
          Zuschauer: 50.200
          Tore: 1:0 Kadlec (50.), 1:1 Drmic (86.)
          Gelbe Karten: Anderson (2), Zambrano (3) / Nilsson (2), Pekhart (1)

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Die Deutsche Bank will jede fünfte Filiale schließen.

          Sparbemühungen : Deutsche Bank trimmt sich für Fusionen

          Die Deutsche Bank will jede fünfte deutsche Filiale schließen, um zu sparen. In der Branche wird jetzt immer lauter über Zusammenschlüsse diskutiert. Offen ist, wie die Aufseher das Vorhaben sehen.
          Finanzminister und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz bei einer Veranstaltung im August 2020 in Ahlen

          Allensbach-Umfrage : Die SPD kann nicht von Scholz profitieren

          Nur eine Minderheit glaubt, dass der Kanzlerkandidat der SPD die Unterstützung seiner Partei hat. Und das ist noch nicht das größte Problem der Sozialdemokraten, wie eine neue Umfrage zeigt.

          Spenden nach Ginsburgs Tod : Die Angst, die großzügig macht

          Kaum war Ruth Bader Ginsburg tot, flossen demokratischen Wahlkämpfern Spenden in Millionenhöhe zu – mehr denn je. Fällt Trumps Supreme-Court-Plan den Republikanern auf die Füße?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.