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1:1 in Frankfurt : Der Hamburger SV bleibt Tabellenführer

Kein Sieger: Hamburg mit Demel (r.) trennte sich von Frankfurt mit Caio 1:1 Bild: dpa

Die Serien bleiben bestehen: Sowohl Frankfurt als auch Hamburg haben noch kein Spiel dieser Fußball-Bundesliga-Saison verloren. Im direkten Duell trennten sich beide mit 1:1. Zé Roberto köpfte den HSV in Führung, doch Russ glich aus.

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          Sie sind immer noch im ersten Tabellendrittel. Erstaunlich, was die Fußballprofis der Frankfurter Eintracht in der bisherigen Saison geleistet haben. Schon seit einer Woche genießen sie in der ersten Liga Höhenluft, und auch nach dem 1:1 gegen Tabellenführer Hamburger SV ist dies nicht anders.

          Dass die Mannschaft von Trainer Michael Skibbe von Rang vier auf sechs abgerutscht ist und sich diese Plazierung mit den punkt- und torgleichen Schalkern teilt, kann die Eintracht verschmerzen. Ihre Serie, auch nach sechs Spielen in der Bundesliga ungeschlagen zu sein, hat weiter Gültigkeit. Auch der HSV, gleichfalls noch ohne Niederlage im Ligaalltag, hat es nicht geschafft, das Frankfurter Abwehrbollwerk mit nun fünf Gegentreffern in sechs Spielen entscheidend zu knacken.

          Der Spitzenreiter war in der mittelmäßigen Spitzenpartie durch einen Kopfballtreffer von Zé Roberto in Führung gegangen (8.) - das erste Kopfballtor des Brasilianers seit 2002, als er noch für Bayer Leverkusen am Ball war. Der Frankfurter Innenverteidiger Marco Russ sorgte mit einem beherzten Volleyschuss von der Strafraumgrenze aus für das verdiente 1:1 (32.) in der mit 51.500 Zuschauern ausverkauften Frankfurter Arena. Es war eine von zwei Torchancen der Hessen in dieser Bundesliga-Begegnung am Sonntagnachmittag.

          Das 0:1 - Zé Roberto köpft aus kurzer Distanz am Eintracht-Torwart Nikolov vorbei

          „Wir sind vorher gefeiert worden, das ist jetzt erstmal vorbei“

          Würde das peinliche 0:3 des HSV auf europäischer Bühne Wirkung zeigen? Nach der empfindlichen Niederlage bei Rapid Wien am Donnerstag im ersten Gruppenspiel der Europa League hatte Trainer Bruno Labbadia umgehend Wiedergutmachung versprochen. „Wir sind vorher gefeiert worden, das ist jetzt erstmal vorbei“, sagte der Trainer der Hanseaten. „Wir werden aber nun nicht alles schlecht reden, sondern wir stehen wieder auf.“

          Das erste Ausrufezeichen drei Tage später im Kerngeschäft Bundesliga setzte der HSV schon nach acht Minuten. Dabei profitierte der Spitzenreiter von einem Fehler des Eintracht-Torhüters. Oka Nikolov, zuletzt ein souveräner und sicherer Rückhalt der Hessen, faustete nach einem Freistoß von Piotr Trochowski den Ball direkt im Fünfmeterraum zu Mladen Petric. Der bediente per Kopf Zé Roberto, der Brasilianer mit dem starken linken Fuß empfahl sich als Kopfarbeiter und vollendete mühelos zum 0:1.

          Die Eintracht, durchaus engagiert und gefällig in die Spitzenpartie gekommen, brauchte gut zwanzig Minuten, um entscheidend zu kontern. Nach einem weiten Einwurf von Chris, bei dem Torwart Frank Rost ins Rutschen geriet, bekam der HSV erstmals zu spüren, dass sich die Eintracht nach Kräften zu wehren verstand (30.).

          „Wir haben großes Selbstvertrauen in die eigene Leistung“

          Und tatsächlich: Der Lohn mannschaftlicher Bemühungen folgte in der 32. Minute. Die bis dahin beste Kombination der Frankfurter gipfelte im 1:1. Nikos Liberopoulos, anstelle des Publikumslieblings Caio von Beginn an aufgeboten, bediente Alexander Meier. Der abermals starke Frankfurter verlängerte mit Köpfchen, Innenverteidiger Marco Russ nahm volley Maß und überwand Rost mit einem Beinschuss. Sollte Eintracht-Trainer Skibbe tatsächlich Recht behalten? „Auch den HSV kann man schlagen“, hatte er seiner Mannschaft eindringlich ans Herz gelegt. „Aber nur, wenn wir unsere Sinne schärfen. Wir haben großes Selbstvertrauen in die eigene Leistung.“

          Auch im zweiten Spielabschnitt waren die Eintracht-Profis bemüht, so offensiv, frech und aggressiv wie möglich gegen den Branchenprimus zu spielen. Skibbe, der Daueroptimist, der tatsächlich nach seinen ersten hundert Tagen im Amt für die erhoffte Aufbruchstimmung in Frankfurt gesorgt hatte, hatte sich dies von seiner Mannschaft gewünscht. Doch es galt, gegen den HSV auf der Hut zu sein. So hatte der ansonsten verlässliche Innenverteidiger Aleksandar Vasoski Glück, dass nach einem Missverständnis mit Verteidigerkollege Maik Franz der eingewechselte Jonathan Pitroipa die Frankfurter Verwirrung aus elf Metern nicht zu nutzen wusste (50.). Erfreulich: Der Spannungsbogen hielt.

          „Der Hamburger SV war dem Sieg deutlich näher als wir“

          Das Spiel aber bestimmte weiter der HSV, der aus seiner Überlegenheit aber kein Kapital schlagen konnte. In allerletzter Minute bot sich der Eintracht sogar noch eine Siegchance, als Meiers Kopfball sein Ziel nur ganz knapp verfehlte. Als Schiedsrichter Kinhöfer die Partie abpfiff, waren die Hamburger mit dem Ertrag ihrer Sonntagsarbeit eher unzufrieden. Nationalspieler Piotr Trochowski sagte: „Wir hatten so viele Chancen, wir hätten das Spiel eigentlich gewinnen müssen. Dass wir es nicht getan haben, müssen wir uns selbst ankreiden.“

          Gefeiert haben sich nach dieser Partie nur die Frankfurter, die mit diesem Remis sehr zufrieden sein konnten. Trainer Michael Skibbe sagte: „Der HSV war dem Sieg deutlich näher als wir.“ Die Eintracht aber verteidigte sich gut genug gegen einen spielstärkeren Gegner.

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