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1:1 in Bochum : Leverkusener Luft an der Spitze wird dünner

  • -Aktualisiert am

Treffer direkt vor dem Halbzeitpfiff: Eren Derdiyok Bild: ddp

Leverkusen verhinderte beim 1:1 in Bochum mit Mühe die erste Saison-Niederlage. Die Spitzenposition verteidigte Bayer aber dank der besseren Tordifferenz vor den Bayern knapp. Derdiyok und Dedic trafen zum Remis.

          Trainer Jupp Heynckes und seine kickenden Gefolgsleute von Bayer Leverkusen genießen den Ausblick von der Bundesliga-Tabellenspitze schon seit vielen Wochen und finden Gefallen daran. „Ich kann mich daran gewöhnen, Tabellenführer zu sein. Das belastet mich überhaupt nicht“, hatte Heynckes jüngst gesagt. Die Luft dort oben wird aber immer dünner. Zwar blieben die Leverkusener auch im 21. Ligaspiel dieser Saison ungeschlagen, im Auswärtsspiel gegen den Abstiegskandidaten VfL Bochum kamen sie über ein 1:1 jedoch nicht hinaus.

          Eren Derdiyok hatte Bayer in der letzten Minute der ersten Hälfte zwar in Führung gebracht, doch die Bochumer zeigten sich, wie zwei Wochen zuvor gegen Schalke, widerstandsfähig und kamen dank Zlatko Dedic noch zum Ausgleich (68.). Den Leverkusenern genügte das Remis gerade so, um die Tabellenspitze gegen den immer näher rückenden Verfolger Bayern München zu behaupten. Bayer und Bayern trennen jetzt nur noch zwei Tore. „Solche Spiele können passieren, das ist ganz normal“, sagte Heynckes gelassen. „Wir sind auf einen hochmotivierten VfL Bochum getroffen, der leidenschaftlich gekämpft und sich das Unentscheiden verdient hat.“

          Die Bochumer erwiesen sich von Beginn an als unbequemer Widersacher für den Favoriten; sie gingen mutiger und zielstrebiger ans Werk als im vorherigen Heimspiel gegen Schalke, in dem der VfL erst nach der Pause zu einem gleichwertigen Gegner geworden war. Diesmal hinderten die Bochumer die technisch starken Leverkusener mit viel Eifer und einigem Geschick daran, ihre Stärken gewinnbringend auszuspielen - bis zur 45. Minute. Unmittelbar vor der Pause ging Bayer doch noch in Führung. Derdiyok vollendete Stefan Kießlings Vorarbeit zum Führungstreffer. Zuvor war er zweimal am Bochumer Torhüter Philipp Heerwagen gescheitert, der jeweils prächtig parierte.

          Zlatko Dedic (Mitte) leistete Präzisionsarbeit - und bescherte Bochum das 1:1

          Dedic leistet beim Abschluss zum 1:1 Präzisionsarbeit

          So musste die Heimelf wieder einmal im eigenen Stadion, wo erst ein VfL-Sieg zu Buche steht, einem Rückstand hinterherlaufen. Der Bochumer Trainer Heiko Herrlich hatte geahnt, was auf seine Elf zukommen würde. „Wir müssten schon an die hundert Prozent unseres Leistungsvermögens herankommen, um Leverkusen vielleicht einen Punkt abzutrotzen. Und selbst dann müsste bei denen etwas schief gehen“, hatte er vor dem Anpfiff gesagt.

          Doch es ging (zunächst) nicht viel schief bei den Leverkusenern. Bayer spielte in der ersten Halbzeit zwar nicht überragend, ließ sich aber weder vom VfL noch vom FC Bayern verunsichern, der in Wolfsburg zwei Tore vorgelegt hatte. Einen Rückschlag mussten aber auch die Rheinländer verkraften. Torschütze Derdioyk konnte wegen einer Verletzung nicht zum zweiten Durchgang antreten; er wurde durch Patrick Helmes ersetzt.

          Beflügelt durch den Führungstreffer zeigte Leverkusen sich bestrebt, den Vorsprung rasch auszubauen. Kießling mit dem Kopf und Barnetta mit dem Fuß verfehlten aber das Ziel. Auf der Gegenseite steckten die Bochumer, die unter Herrlich an Stabilität gewonnen haben, nicht auf. Mittelfeldspieler Milos Maric schoss bei einem Freistoß nur äußerst knapp über das Ziel hinaus. Kurz darauf leistete Dedic die Präzisionsarbeit, die Bochum im Abschluss bis dahin hatte vermissen lassen. Der eingewechselte Stürmer beförderte einen feinen Pass von Lewis Holtby, der Leihgabe des FC Schalke, im Verbund mit dem Pfosten zum Ausgleich ins Tor. In der neunzigsten Minute bot sich sogar die Chance zum Siegtreffer für Bochum.

          Doch Sestak ließ sich abdrängen und verpasste eine noch größere Überraschung. „Ich freue mich über den Punkt“, sagte der Bochumer Trainer Herrlich. „Die Mannschaft hat tolle Moral bewiesen und an sich geglaubt.“ Dass Leverkusen nach zuvor vier Siegen am Samstag nur Remis spielte, störte Bayer-Trainer Heynckes wenig: „Man kann nicht so vermessen sein, zu meinen, dass Bayer jedes Spiel bis zum Ende gewinnt. Besonders meine junge Mannschaft hat das noch nicht drauf.“

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