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1:1 gegen Wolfsburg : Petric rettet Finks Debüt

  • -Aktualisiert am

Zwei von einem Schlag: Fink brennt, Magath auch Bild: dpa

Tollen Fußball hat der neue HSV-Trainer Thorsten Fink versprochen. In der zweiten Halbzeit kommt seine Mannschaft dem immerhin nahe. Das reicht trotzdem nur zu einem Punkt gegen Wolfsburg.

          2 Min.

          Wie engagiertes Coaching aussieht, konnte man am Samstagabend schon einmal beobachten. Nur für Sekunden saß der neue Hamburger Trainer Thorsten Fink mal auf seiner Bank. Er verfolgte das Spiel des HSV lieber im Stehen, wies an, zeigte an, durchlebte jede Situation.

          „Der brennt“, hatte HSV-Profi Marcell Jansen ja schon nach einer Trainingswoche mit dem neuen Coach festgestellt. Zum vollen Erfolg im ersten Bundesliga-Spiel als Trainer reichte es aber nicht - Finks Mannschaft gelang nach ordentlicher Leistung ein 1:1 gegen den VfL Wolfsburg; die Treffer erzielten Mandzukic und Petric für den HSV zum Ausgleich.

          Letzter ist der HSV nun nicht mehr, und er hat beim Spiel in acht Tagen gegen den 1. FC Kaiserlautern auch gleich die nächste Chance, den ersten Heimsieg seit März 2011 zu erzwingen.

          Die vielen Fotografen und Kameraleute hatten gerade von ihrem Lieblingsmotiv abgelassen, Thorsten Fink sich in die vordere Ecke seines Arbeitsbereiches gestellt, da führte der Gegner aus Wolfsburg auch schon 1:0. Eine Verkettung von Fehlern machte dem VfL den Treffer leicht - zunächst schoss Dennis Aogo den Ball dem Gegner in die Füße, dann griff er den Wolfsburger Patrick Ochs bei dessen Flanke nicht an, und sieben Meter vor dem Tor stand der Hamburger Innenverteidiger Slobodan Rajkovic hinter statt vor Mario Mandzukic.

          Ein Treffer ohne Gegenwehr

          So hatte der Wolfsburger Stürmer keine Schwierigkeiten, den Ball mit dem Kopf ins Hamburger Tor zu drücken (2. Minute). Ein Treffer ohne Gegenwehr des HSV. So war das schöne Konzept des neuen Trainers zunächst einmal dahin, die Zuschauer mit kraftvollem Angriffsfußball von Beginn an zu begeistern.

          Allerdings wirkte der HSV nicht allzu beeindruckt vom Rückstand. Einige Male spielte sich Finks Mannschaft gefällig vors Wolfsburger Tor. Die beste Chance der ersten Halbzeit ließ Mladen Petric aus: sein Schuss aus zehn Metern mit dem rechten Fuß war aber zu schwach, um den guten Diego Benaglio im Wolfsburger Tor zu schrecken (25. Minute).

          Petrics Sturmpartner Paolo Guerrero profitierte in der 37. Minute von einem guten Zuspiel des ansonsten schwachen Marcell Jansen - dessen Pass flog genau in die Nahtstelle der Wolfsburger Innenverteidigung Thoelke/Kyrgiakos, Guerrero nahm den Ball auf, seinen Schuss mit links wehrte Benaglio ab. Der Wille war dem HSV nicht abzusprechen, einige Aktionen wurden auch mit Tempo zu Ende gespielt - aber man sah eben doch, warum die Hamburger nicht ohne Grund im Tabellenkeller frieren; einer macht immer einen Fehler.

          Plötzlich wach

          Nach der Pause kam das Gezeigte dem versprochenen Fink-Fußball näher. Wach und gestaltungsfreudig zeigte sich der HSV nun, profitierte dabei auch von Wolfsburgern, die nur auf verteidigen und kontern aus waren.

          Das war doch etwas wenig gegen einen HSV, der in Petric ja immerhin einen der gewieftesten Stürmer der Liga beschäftigt. Wie der Schweizer den Ball nach Kacars Durchstecker in den Strafraum über Benaglio ins Eck hob, hatte Klasse. Alle Hamburger jubelten über den Ausgleich in der 56. Minute - am meisten Thorsten Fink, der Sportchef Frank Arnesen auf der Bank suchte und ihm ausgelassen auf den Rücken sprang.

          Mit dem Momentum auf Seiten des HSV schwang sich sogar Problemtorwart Jaroslav Drobny zu einer tollen Parade auf, als er Mandzukics Schlenzer übers Tor wischte (64.). Zum Ende hin wollte der stürmische HSV unbedingt gewinnen - eine Tatsache, die Fink erfreut haben wird.

          Hamburger SV - VfL Wolfsburg 1:1 (0:1)

          Hamburger SV: Drobny - Westermann, Rajkovic (46. Diekmeier), Bruma, Aogo - Kacar (79. Tesche), Rincón - Töre, Jansen (85. Lam) - Petric, Guerrero
          VfL Wolfsburg: Benaglio - Hasebe, Kyrgiakos, Thoelke, Schäfer - Träsch, Josué (79. Hitzlsperger) - Ochs, Koo (90.+2 Russ), Dejagah (55. Salihamidzic) - Mandzukic
          Schiedsrichter: Perl (Pullach)
          Zuschauer: 54 378
          Tore: 0:1 Mandzukic (2.), 1:1 Petric (56.)
          Gelbe Karten: Kacar (3), Rajkovic (3) / Träsch (1)

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