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1:1 gegen Wolfsburg : Nichts Erwärmendes im frostigen Köln

  • -Aktualisiert am

Schiedsrichter Winkmann weist dem Kölner Podolski und dem Wolfsburger Barzagli den Weg Bild: dapd

Nach dem Auswärtssieg in Stuttgart verpasst der 1. FC Köln den zweiten vollen Erfolg nacheinander. Gegen Wolfsburg liegen die Rheinländer im eigenen Stadion dank Novakovic in Führung. Dann hat VfL-Brasilianer Cicero seinen Auftritt.

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          Mitten in einer der schwersten Vereinskrisen der vergangenen Jahrzehnte hat es die Mannschaft des 1. FC Köln versäumt, sich aus der gröbsten sportlichen Misere zu befreien. Mit dem 1:1 gegen den VfL Wolfsburg verpassten die Rheinländer am Sonntagabend den zweiten Sieg in Folge. Nach dem Führungstor von Milivoje Novakovic (52.), der mit einem Kopfball seinen fünften Saisontreffer erzielte, leisteten sich die Kölner eine Schwächephase und mussten den Ausgleich des kurz zuvor eingewechselten Cicero (81.) hinnehmen. „Die erste Halbzeit war okay, das 1:0 verdient. Dann haben wir Wolfsburg zu viele Räume gelassen, da ist natürlich jede Aktion gefährlich - und dann bekommst du so ein Tor“, sagte der Kölner Trainer Frank Schaefer.

          Mit einem Erfolg hätten die Kölner, die vor einer Woche 1:0 in Stuttgart gewonnen hatten, die Abstiegszone verlassen und wieder Kontakt zum Mittelfeld der Tabelle gefunden. Die Lage im Verein, in der Präsident Wolfgang Overath und Manager Michael Meier stark in Frage gestellt werden, dürfte sich eine Woche vor dem Derby in Leverkusen nur wenig entspannen.

          Pierre Littbarski, der Weltmeister von 1990, der 14 Jahre das Kölner Trikot trug, kam als Assistenztrainer der Wolfsburger zurück nach Müngersdorf. „Wenn man ins Stadion kommt und 40.000 in roten Trikots sieht, kommen natürlich viele schöne Erinnerungen“, sagte er vor dem Anpfiff - angesichts der eisigen Temperaturen trugen die Kölner Fans allerdings dicke Winterjacken oder -mäntel. Die 43.000 Zuschauer, die gekommen waren - es war die schlechteste Besucherzahl in dieser Saison für Köln -, erlebten wie Littbarski ein äußerst schwaches Spiel.

          Podolski tritt Dzeko unsanft in den Unterleib

          Die Wolfsburger enttäuschten, ein taktisches Konzept ist unter der Regie des englischen Cheftrainers Steve McClaren immer noch nicht erkennbar. Die Kölner unterdessen waren meilenweit von den Leistungen entfernt, wie sie der Klub zu Zeiten von Littbarski geboten hatte. Aber mit dieser Erwartung war auch kaum jemand in die Arena gekommen. Dass sich die Partie allerdings lange auf Zweitliga-Niveau bewegte, war ein Armutszeugnis für beide Teams.

          Weder die Niedersachsen, denen Spielmacher Diego wegen einer Sperre fehlte, noch der FC, der ohne den ebenfalls gesperrten Martin Lanig antrat, boten irgendwelche kreativen Elemente. Für die besten Situationen im Team von Trainer Frank Schaefer sorgte Adam Matuschyk. Der Pole zeichnete in der ersten Halbzeit mit einem Schuss, den Diego Benaglio ausgezeichnet abwehrte, für die einzige Tormöglichkeit verantwortlich (17.).

          Viel Nachsicht erfuhr Lukas Podolski von Schiedsrichter Guido Winkmann nach einem groben Tritt in den Unterleib von Edin Dzeko (22.). Der Nationalspieler sah nur die Gelbe Karte. „Es tut überall weh. Er hat sich später entschuldigt, aber so etwas braucht man im Fußball nicht“, sagte Dzeko. „Es war keine Absicht, ich wollte zum Ball gehen. Na klar, sieht das nicht gut aus. Da kann man eventuell Rot zücken“, gab Podolski zu, „aber ich habe mich in der Halbzeit bei Edin entschuldigt.“

          Kurz danach foulte er ungestüm Peter Pekarik und kam mit einer Ermahnung davon. Früh beendet war die Partie für VfL-Torjäger Grafite, der verletzt durch Mario Mandzukic ersetzt wurde (42.). In der zweiten Halbzeit wurden die Teams etwas aktiver, boten aber weiterhin ein Spiel minderer Qualität. Als Petit einen weiten Freistoß vor das Gäste-Tor brachte, ließ Benaglio den Ball nur abklatschen, Novakovic köpfte zum Führungstreffer ein. Vier Minuten nach seiner Einwechslung glich Cicero für den VfL zu einem leistungsgerechten Remis aus. Die Wolfsburger, die am Samstag auf Bremen treffen, hielten damit den Abstand auf Köln bei vier Punkten.

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