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1:1 gegen Stuttgart : Werder punktet dank Anführer Frings

Abstiegskampf auf hohem Niveau: Bremens Wagner im Duell mit der Stuttgarter Abwehr Bild: dapd

Frühsommerfußball in Bremen: Werder und Stuttgart trennen sich im Abstiegskampf 1:1 und stecken weiter im Tabellenkeller. Hajnal bringt den VfB in Führung. Frings sorgt mit einem abgefälschten Distanzschuss für den Ausgleich.

          Nach Abstiegskampf sah es nicht unbedingt aus in Bremen. Eher schon nach Frühsommerfußball, der insgesamt nicht von allzu großen Sorgen beschwert schien und, so lange Werder Regie führte, in Ausschnitten gar gehobenen Ansprüchen genügte. Weil die Mannschaft von Thomas Schaaf aber etwas fahrlässig mit ihren Chancen umging, stand am Ende nur ein 1:1 gegen den VfB Stuttgart. Tamas Hajnal brachte die Schwaben in Führung (13. Minute), für die engagierteren, spielfreudigeren Bremer traf Torsten Frings (34.).

          Mit der Punkteteilung konnten die Bremer (33 Punkte) zwar etwas besser leben als der VfB (30) - der erhoffte „Big Point“ aber, der für ein entspannteres Saisonfinale gesorgt hätte, war das natürlich nicht. „Ich muss bemängeln, dass wir unsere Chancen nicht genutzt haben“, sagte Schaaf: „In den entscheidenden Momenten fehlte die Ruhe.“ Immerhin habe sein Team „vieles richtig gemacht“.

          Beide Teams konnten vor dem Anpfiff auf einen Aufwärtstrend im zurückblicken, der sich auf dem Papier in jeweils vier Spielen ohne Niederlage äußerte. Auf dem Platz erwischte der VfB den besseren Start. Es wirkte besser austariert und zielstrebiger, was die Mannschaft von Trainer Labbadia bot. Dass dann gleich der erste echte Angriff einen Volltreffer brachte, kam dann aber doch etwas überraschend für die 40.500 Zuschauer im Weserstadion. Molinaro hatte sich auf der linken Seite weit nach vorne gewagt; die Flanke des Außenverteidigers besaß genau die richtige Länge für Pogrebnjak am zweiten Pfosten. Dessen Versuch konnte Wiese im Werder-Tor noch abwehren, doch beim Nachschuss aus kurzer Distanz hatte Hajnal leichtes Spiel.

          Frings' abgefälschter Schuss aus 25 Metern trifft

          Stuttgart - das drohte aus Bremer Sicht ein Albtraum mit Fortsetzung zu werden: Das 0:6 im Hinspiel war schließlich der Tiefpunkt einer an Enttäuschungen reichen Vorrunde gewesen. Doch bei Werder ließ sich an diesem Nachmittag gut studieren, wie mit Erfolgen das Selbstbewusstsein wächst und dann auch in kniffligen Situationen nicht schwindet. Es hatte am Anfang nicht unbedingt danach ausgesehen, als würde sich Schaafs Mannschaft Chancen im Übermaß herausspielen - auch, weil Pizarro, der beste Angreifer, wegen einer Gelb-Sperre fehlte.

          Doch mit Beharrlichkeit arbeiteten sich die Bremer Schritt für Schritt in diese Partie. Und nach einer knappen halben Stunde hatte Werder das Kommando übernommen. Bei Wesleys Versuch aus der Distanz verhinderte nur Ulreichs Flugeinlage ein Traumtor; kurz darauf fingen die Stuttgarter einen Schuss von Borowski so eben noch vor der Linie ab. Und als kurz darauf der Ball doch den Weg ins Tor fand, hatte Schiedsrichter Perl (und nicht nur er) ein Handspiel Wagners gesehen.

          Einen Versuch aber hatte Werder noch frei, und weil Frings' Schuss aus 25 Metern noch leicht abgefälscht war, hatte Ulreich diesmal keine Chance. Es passte gut, dass der Kapitän sein fünftes Saisontor erzielte - er war an diesem Nachmittag ein exzellenter Arbeiter und Anführer. Frings sagte: „Wir waren ganz klar die bessere Mannschaft. Wir haben nur auf ein Tor gespielt.“ Eigentlich hätte Werder sogar mit einer Führung in die Pause gehen müssen, doch in der 42. Minute rettete erst Ulreich famos gegen Borowski, und Tasci grätschte Avdics Nachschuss in höchster Not noch beiseite.

          Aus Stuttgarter Sicht war es nicht zu verstehen, warum der VfB das Spiel so leichtfertig aus der Hand gegeben hatte. Nach der Pause fanden die Schwaben zwar wieder zu einer besseren Grundordnung, die zaghaften Angriffsversuche aber stellten keine ernste Bedrohung für das Bremer Tor dar. Bei Werder sollten nun Hunt und Arnautovic, der sich während der Woche beim österreichischen Nationalteam einen unfeinen Kabinenzwist geleistet hatte, für den entscheidenden Impuls sorgen. Labbadia erhoffte sich dasselbe von Cacau. Es war dann aber Wagner, der zuletzt in drei Spielen vier Mal für Werder getroffen hatte, der die letzte Großchance vergab.

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