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1:1 gegen Stuttgart : Köln punktet ein bisschen

  • -Aktualisiert am

Podolski zeigt es an: Peszko hat getroffen Bild: dpa

Dank des beachtlichen Teilerfolgs gegen den Europa-League-Aspiranten Stuttgart und der Berliner Schlappe gegen Kaiserslautern schöpft der 1. FC Köln neue Hoffnung im Abstiegskampf. Doch die Stimmung ist durchwachsen.

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          Am Ende wussten die Kölner nicht so recht, was sie von diesem Nachmittag halten sollten. Gegen Stuttgart, das rasanteste Bundesliga-Team der vergangenen Wochen, waren sie immerhin zu einem 1:1 gekommen – doch die Stimmung im Stadion war durchwachsen. Aus allen Ecken der Arena ertönten leise Pfiffe, gleichzeitig ließ sich die Mannschaft von Frank Schaefer vor der Südtribüne ein wenig feiern. Dafür, dass zumindest der Absturz im Tableau gestoppt wurde – und der Vorsprung auf Hertha BSC auf Abstiegsplatz 17 dank der unerwarteten Niederlage der Berliner gegen Absteiger Kaiserslautern sogar von einem auf zwei Punkte gewachsen ist.

          Als ihre wichtigste und zugleich schwierigste Aufgabe hatten die Kölner für den drittletzten Samstag der Saison die Besänftigung des eigenen Umfelds ausgemacht. Am Montag steht eine außerordentliche Mitgliederversammlung an, bei der die Nachfolge für den im November 2011 zurückgetretenen Präsidenten Wolfgang Overath geklärt werden soll.

          Zwei Parteien konkurrieren dabei miteinander: Die vom Verwaltungsrat ins Rennen geschickte Gruppe um Werner Spinner, der auch die einstige FC-Größe Toni Schumacher („Es besteht ein großer Graben quer durch den Verein“) angehört. Und das Oppositions-Team um Karl-Heinz Thielen, der sich vor der Stuttgart-Partie aber Zurückhaltung verordnete. „Wie viele Punkte würde es dem Verein bringen, wenn ich auf Wahlkampfmaßnahmen setzen würde?“, überlegte der frühere Profi laut.

          Gegen den VfB wollten die Kölner Wiedergutmachung betreiben. Für das 0:3 in Mönchengladbach, bei dem der neue alte FC-Coach Schaefer sein Comeback auf der Trainerbank erlebte, und für die ganze Saison, die auf den letzten Drücker noch gerettet werden soll.

          Köln bekommt Unterstützung aus der Ferne

          Prinzipiell wolle er gerne auch in der nächsten Saison zum Fußballspielen nach Köln kommen, so bekundete VfB-Offensivmann Martin Harnik vor der Partie sein Mitleid mit den Domstädtern – und die Schwaben erleichterten der Schaefer-Elf ihr schweres Dasein dann auch. Von der Offensivwucht, mit der das Team von Bruno Labbadia zuletzt bis hinauf auf Platz fünf stürmte, war lange nichts zu sehen. Die zu Beginn erkennbar unsicheren Kölner konnten ihre wackligen Knie so nach und nach stabilisieren, zur Mitte der ersten Hälfte erspielten sie sich gegen bemerkenswert harmlose Stuttgarter dann erste Chancen.

          Doch ein Kopfball von Lukas Podolski war zu schwach angesetzt (28.), ein Schuss des starken Martin Lanig strich knapp am Pfosten vorbei (32.), und mit seiner besten Waffe, dem linken Fuß, brachte Podolski kurz darauf nur ein müdes Schüsschen zustande (34.). Doch die Rheinländer bekamen Unterstützung aus der Ferne: Um Punkt 16 Uhr wurde auf der Anzeigetafel das Führungstor der Lauterer in Berlin eingeblendet, um 16.11 Uhr folgte dort die Nachricht vom 2:0.

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          Das waren die Momente, in denen in der Arena Stimmung aufkam – die dank der Schaefer-Elf nach der Pause weiter angefacht wurde: Auf Zuspiel von Podolski traf der Pole Slawomir Peszko, völlig frei stehend, nach 50 Minuten zum 1:0. Das Stadion bebte. Sieben Minuten nach dem Gegentor brachte Labbadia Angreifer Cacau für Julian Schieber. Ein Spielertausch mit Folgen: Zunächst rettete FC-Schlussmann Michael Rensing in höchster Not gegen Cacau (60.), elf Minuten später traf der Mann, der noch ins EM-Aufgebot von Bundestrainer Joachim Löw rutschen will, mit einem Billardtor zum Ausgleich.

          Schaefer konnte am Ende froh sein, dass Rensing sechs Minuten vor Schluss bei einem Cacau-Schuss mit einer schnellen Reaktion zumindest das Remis sicherte. „Wir hatten viele Möglichkeiten, aber wir haben zu ungenau und den letzten Pass zu schlampig gespielt“, klagte Podolski. „Dann kassierten wir ein blödes Tor aus dem Nichts. Wir waren die bessere Mannschaft. Im Endeffekt müssen wir zufrieden sein mit dem Punkt, aber er ist zu wenig.“

          1. FC Köln - VfB Stuttgart 1:1 (0:0)

          1. FC Köln: Rensing - Brecko, McKenna, Geromel, Eichner - Lanig, Riether - Peszko (79. Roshi), Jajalo (79. Pezzoni), Clemens - Podolski
          VfB Stuttgart: Ulreich - Sakai, Tasci (82. Maza), Niedermeier, Molinaro - Kvist, Gentner - Harnik (69. Okazaki), Hajnal, Schieber (57. Cacau) - Ibisevic
          Schiedsrichter: Sippel (München)
          Zuschauer: 50.000 (ausverkauft)
          Tore: 1:0 Peszko (50.), 1:1 Cacau (71.)
          Gelbe Karten: - / Harnik (4), Niedermeier (4)

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