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1:1 gegen Nürnberg : HSV wütend über späten Elfmeterpfiff

  • -Aktualisiert am

HSV hilflos: Ruud van Nistelrooy weiß es offenbar Bild: REUTERS

Der HSV präsentiert sich zu ideenlos, um gegen Nürnberg souverän zu gewinnen. Deshalb reicht den Franken ein später Elfmeter - sehr zum Ärger der wütenden Hamburger. Mathijsen und Pinola heißen die Torschützen.

          2 Min.

          Über diesen Elfmeterpfiff haben sie sich richtig aufgeregt in Hamburg: Frank Rost soll den Nürnberger Julian Schieber gefoult haben in der 81. Minute - es war aber wohl doch eher so, dass Schieber sehr gern durch den Strafraum flog, und Torwart Rost ihn kaum berührt hatte. „Er springt im richtigen Moment ab. Meine Hände sind am Boden - wegnehmen oder abschneiden kann ich sie nicht“, sagte Rost. Pinola glich jedenfalls per Strafstoß zum 1:1 aus, und Schiedsrichter Wingenbach wurde zum Buhmann. Er hatte schon vorher ein paar Mal gegen den HSV entschieden, was den Zuschauern nicht gefiel. Dass es nichts wurde mit dem dritten Sieg der Saison, hatten sich die Hamburger aber selbst zuzuschreiben: Ohne Tempo und Ideen zeigte sich der HSV bei seinem Heimauftritt gegen den 1. FC Nürnberg.

          Das Führungstor schoss Joris Mathijsen nach 61 Minuten, als ihm der Ball mehr gegen das Knie prallte, als dass es eine gezielte Aktion war. Nürnberg spielte ordentlich und hatte den Punkt verdient, war allerdings im Glück, dass Wingenbach in der 81. Minute auf den Punkt zeigte.

          Die beste Möglichkeit der ersten Halbzeit hatte etwas überraschend der „Club“ - und es war gleich eine Chance der Kategorie besonders wertvoll: Gündogan überwand mit einem klugen Pass die Hamburger Abseitsfalle, von außen passte Schieber in die Mitte und dort hätte Bunjaku den Ball nur ins Tor schieben müssen. Vielleicht war der Schweizer Nationalspieler gedanklich schon beim Jubeln, jedenfalls trat er zehn Meter vor dem Tor über den Ball. Da blieb nur Haareraufen.

          Verletzt - zumindest offiziell: Mladen Petric auf der Tribüne

          Hilflose Hamburger

          Im Grunde war die Nürnberger Führungsmöglichkeit in der 38. Minute die logische Folge der hilflosen Hamburger Überlegenheit. Als der „Club“ nach 20 Minuten nämlich verstanden hatte, dass dieser HSV nicht viel mehr als Ballbesitz anzubieten hatte, wurde er mutiger und startete angeführt von Ilkay Gündogan und Christian Eigler einige ganz gute Angriffe. Eigler versuchte es in der 27. Minute einfach mal aus 22 Metern und schoss gegen die Latte. Eine Nürnberger Halbzeitführung wäre also verdient gewesen. Da der FCN im Mittelfeld beweglich gegen den Ball und hinten konzentriert gegen Ruud van Nistelrooy arbeitete, konnte sich der HSV kaum Chancen herausarbeiten.

          Es war auch wieder einmal ein Schuss Ideenlosigkeit im HSV-Spiel. Eigentlich ein Relikt der vergangenen Spielzeit. Trotzdem wäre Hamburg beinahe in Führung gegangen, als Zé Roberto nach van Nistelrooys Vorarbeit frei stand, aber über das Tor schoss (42. Minute). Nach der Pause kam Elia für den schwachen Trochowski, und gleich war etwas mehr Schwung im Hamburger Spiel. Der Hamburger Treffer allerdings hatte mehr mit Nürnberger Schlafmützigkeit zu tun, ehe Elfmeter und Ausgleich die Gemüter erhitzten. Danach rannte der HSV noch einmal an, aber Nürnberg gab das wertvolle Remis nicht mehr her. „Wenn man 1:0 in Führung geht, muss man sein Ding nach Hause fahren“, sagte HSV-Trainer Armin Veh. „Wir sind sehr glücklich“, sagte hingegen sein Nürnberger Kollege Dieter Hecking.

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