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1:1 gegen Mönchengladbach : Leverkusen vergibt beste Chancen

  • -Aktualisiert am

Wieder kein Elfmeterglück: Diesmal vergibt der Leverkusener Schürrle Bild: dpa

Der Frustabbau nach der Europapokalwoche gelingt nicht. Wieder springt für Leverkusen und Gladbach nur ein Punkt heraus. Im unmittelbaren Vergleich ist Bayer besser - doch Schürrle trifft aus elf Metern nur den Pfosten.

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          Nach enttäuschenden Auftritten auf der Bühne des internationalen Fußballs wollten beide Mannschaften im rheinischen Derby Frustabbau betreiben. Aber wieder sprang für jeden nur ein Punkt heraus. Nach dem 1:1 am Sonntag verkörpern Bayer Leverkusen und Borussia Mönchengladbach in der Bundesliga nur Mittelmaß.

          Im unmittelbaren Vergleich war die Werkself zwar die eindeutig bessere Mannschaft. Doch den Gladbachern reichte einer von wenigen lichten Momenten, um sich den für sie schmeichelhaften Teilerfolg in der BayArena zu sichern. Patrick Herrmann hatte die Borussen sogar früh in Führung geschossen (3. Minute). Mehr als den Ausgleich von Michal Kadlec (12.) brachte Bayer, trotz zahlreicher Chancen, nicht zustande.

          Beide Mannschaften hatten Frusterlebnisse aus der Europa League zu verarbeiten. Leverkusen war daheim gegen Matalist Charkiw über ein torloses Unentschieden ebenso wenig hinausgekommen wie Gladbach in der Auswärtspartie gegen den zyprischen Klub Limassol. Den Gladbachern hatte ein verschossener Elfmeter in der achten Minute der Nachspielzeit besonders aufs Gemüt geschlagen. Schütze Oscar Wendt fand sich drei Tage später auf der Ersatzbank wieder, ebenso wie vier weitere Profis, die zuletzt gespielt hatten.

          Dafür waren in Leverkusen Kapitän Filip Daems, Flügelmann Juan Arango und Stürmer Luuk de Jong wieder dabei; alle drei hatte Trainer Lucien Favre nicht mit nach Nikosia genommen. Auch das Leverkusener Trainergespann setzte auf Rotation. Trainer Sascha Lewandowski und Teamchef Sami Hyypiä bauten ihre Elf auf vier Positionen um. Neben anderen waren auch die Stammkräfte Andre Schürrle und Gonzalo Castro wieder erste Wahl. Kapitän Simon Rolfes indes musste zurück auf die Bank.

          Kopflos und erfolglos? Für Leverkusen reicht es nicht zum Sieg Bilderstrecke

          Beide Mannschaften begannen flott, doch die Gladbacher Rotation kam als erste in Schwung. Schon der erste Borussen-Angriff war ein Volltreffer. Arango schickte einen weiten und doch präzisen Steilpass in den Lauf von Herrmann, der den Vorstoß entschlossen mit dem Außenrist zum ersten Tor vollendete. Bayer ließ sich von dem frühen Rückschlag jedoch nicht einschüchtern. Auch die Leverkusener nutzten, neun Minuten später, ihre erste Chance. Kadlec – auch er war in die Startelf rotiert – gelang nach Vorarbeit von Stefan Reinartz der Ausgleich. Für die Heimelf eine Art Startschuss.

          Die Leverkusener rissen die Kontrolle über das Spiel an sich und verbesserten im Vergleich zum Charkiw-Spiel auch ihre Körpersprache. Ihre Angriffe kamen über das Stadium des Versuchs aber oft nicht hinaus. Bis zur Pause geriet Gladbach selten so in Bedrängnis wie in der 27. Minute: Erst köpfte Kießling, dann Schürrle, doch Daems rettete jeweils auf der Linie. Später schoss Kießling in aussichtsreicher Position knapp am langen Eck vorbei. Auf der anderen Seite hatte das frühe Tor bei den Gladbacher keine große Angriffslust geweckt. Sie hatten in der eigenen Hälfte alle Füße voll zu tun; ihre zaghaften Versuche, Entlastung zu schaffen, schlugen fehl.

          Ein Tor liegt in der Luft, aber es fällt nicht

          Nach dem Seitenwechsel blieb Bayer dominant und Kießling im Abschluss fahrlässig. Wieder hatte er freie Bahn, wieder wusste er nichts daraus zu machen. Unmittelbar danach hätten die Gladbacher sich nicht beklagen können, wenn Schiedsrichter Gagelmann Tolga Cigercis ruppigen Körpereinsatz gegen Lars Bender mit einem Elfmeter bestraft hätte. Die Borussen gerieten immer stärker unter Druck; sie wirkten mitunter konfus, kamen zu spät in die Zweikämpfe und sahen sich zu Fouls gezwungen. Der Leverkusener Sturmlauf ging weiter.

          Ein Tor lag in der Luft, aber es fiel nicht – auch nicht als der Schiedsrichter auf Strafstoß erkannte, weil Verteidiger Roel Brouwers die Kugel im Zweikampf mit Sidney Sam mit dem Ellenbogen traktierte. Die Bayer-Fans forderten Schürrle als Schützen – und sie bekamen ihn. Aber der Nationalspieler traf vom Elfmeterpunkt nur den Pfosten. Ein Sinnbild für die Vergeblichkeit der Leverkusener Bemühungen an diesem Tag. Immerhin: Die Fans verziehen das Missgeschick sofort. Sie munterten Schürrle, aber später auch die gesamte Mannschaft, mit Sprechchören und Gesängen auf.

          Bayer Leverkusen - Bor. Mönchengladbach 1:1 (1:1)

          Bayer Leverkusen: Leno - Carvajal, Wollscheid, Toprak, Kadlec - Bender, Reinartz - Bellarabi (66. Sam), Castro, Schürrle - Kießling
          Bor. Mönchengladbach: ter Stegen - Jantschke, Stranzl, Brouwers, Daems - Nordtveit, Cigerci (66. Hanke) - Herrmann (82. Rupp), Xhaka, Arango - de Jong (66. de Camargo)
          Schiedsrichter: Gagelmann (Bremen)
          Zuschauer: 27.640
          Tore: 0:1 Herrmann (3.), 1:1 Kadlec (12.)
          Besonderes Vorkommnis: Schürrle (Bayer Leverkusen) verschießt Handelfmeter (70.)
          Gelbe Karten: - / Brouwers (1), Cigerci (1), Stranzl (1), Xhaka (3)

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