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1:1 gegen Hoffenheim : Zwischenfall überschattet Gladbacher Remis

  • -Aktualisiert am

Nachdem das Plakat in der Gladbacher Kurve auftaucht, unterbricht der Schiedsrichter das Spiel. Bild: EPA

Der Fußball rückt kurzzeitig in den Hintergrund: Ultras der Borussia zeigen Dietmar Hopp auf einem Plakat im Fadenkreuz. Das Spiel wird unterbrochen – Manager Eberl und Kapitän Stindl gehen in die Kurve.

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          An einem Tag, an dem die Fußball-Bundesliga der Hanauer Mordopfer mit einer Schweigeminute gedachte, benahmen sich Mönchengladbacher Ultras schwer daneben. Sie entblödeten sich beim Heimspiel der Borussia gegen die TSG 1899 Hoffenheim nicht, nach der Pause ein Transparent zu enthüllen, das den in verblendeten Ultraskreisen verhassten Hoffenheimer Mäzen Dietmar Hopp in einem Fadenkreuz zeigte – so wie Dortmunder Ultras das schon mehrmals im Sinsheimer Stadion der TSG getan haben.

          Bundesliga

          Eine dumpfe Aktion, die das Gros der Gladbacher Fans umstandslos zu einer Reaktion bewegte. „Ultras raus“, schallte es am Samstagnachmittag durch den Borussia-Park, während Schiedsrichter Brych das Spiel unterbrochen hatte, bis die Hohlköpfe ihr Banner wieder eingerollt hatten. Der Gladbacher Manager Max Eberl und Kapitän Lars Stindl waren in die Kurve gegangen, um auf die Fans einzureden. „Wir haben Werte, sind gegen Rassismus und Ausgrenzung – und dann halten 50 Hornochsen ein solches Plakat hoch. Dafür schäme ich mich“, wetterte Eberl später am Sky-Mikrofon. Eine drohende Bestrafung durch das DFB-Sportgericht wolle man akzeptieren.

          Auf dem Platz bestimmte die Borussia lange das Duell mit den Nordbadenern nach der Devise, hart, aber meistens fair. So verschaffte sich die Elf vom Niederrhein einen vermeintlich entscheidenden Vorteil gegen die Kraichgauer, die mit ihrem gepflegten Kombinationsfußball auch in verheißungsvollen Momenten scheiterten. Doch der 1:0-Vorsprung durch Matthias Ginters Treffer (11. Minute) reichte am Ende nicht, weil der kurz zuvor eingewechselte Lukas Ribeiro (90.+2) noch den 1:1-Ausgleich für die unverdrossen um ihre Chance kämpfenden Kraichgauer erzielte. Damit riss eine eindrucksvolle Serie der Gladbacher, die zuvor acht Heimsiege bejubeln durften.

          Die TSG 1899 hatte zuvor einen weiteren verletzten Stürmer beklagt. Nachdem kurzfristig ihr bester Angreifer Andrej Kramaric ebenso passen musste wie Sargis Adamyan wurde am Samstag der erst in der Winterpause vom FC Sevilla gekommene Mittelstürmer Munas Dabbur mit einer augenscheinlich schweren Knieblessur auf einer Trage vom Platz gebracht (35.). Ein weiteres Handikap für die Mannschaft von Trainer Alfred Schreuder, die vornehmlich nach der Pause couragiert auf den Ausgleich drängte.

          Mit der physischen Wucht und Härte, die sich die Borussia unter ihrem neuen Trainer Marco Rose angeeignet hat, bestimmten die Gladbacher das Spiel in der ersten Hälfte. Auch die Gelben Karten, die sich der durchschlagskräftige Denis Zakaria (21.) und der eher feinfühlige Kapitän Lars Stindl (39.) nach Fouls eingehandelt hatten, bremsten den Vorwärtsdrang der Rheinländer nicht die Spur. Physische Robustheit gehört zu Roses Stil, der die Mannschaft auch damit bis in die Spitzengruppe der Bundesliga geführt hat. Da werden die bisher fünfzig Gelben Karten für die „Fohlenelf“ zu achselzuckend in Kauf genommenen Kollateralschäden.

          Nach der Pause wurden dann die Nordbadener zwingender, ohne zunächst die physisch robusteren Gladbacher einschüchtern zu können. Die allerdings nutzten ihre größte Gelegenheit, auf 2:0 zu erhöhen, nicht, als Pléa mit einem Handelfmeter an Torhüter Baumann scheiterte (75.), den der Videoassistent nach Hübners Handspiel Schiedsrichter Brych empfohlen hatte. Der Hoffenheimer Schlussmann Baumann bewahrte sein Team mit einer weiteren von vielen Glanztaten vor einem entscheidenden Rückschlag.

          Auch einen vermeintlich weiteren Treffer der Borussia durch Pléa (83.) erkannte Brych schließlich nicht an, weil der Gladbacher Wendt zuvor die Hand im Spiel hatte. Als in diesem turbulenten Duell alles auf einen knappen Erfolg der Gladbacher zuzulaufen schien, schlug Hoffenheim doch noch zurück: durch den Kopfballtreffer des erst fünf Minuten zuvor eingewechselten Verteidigers Lucas Ribeiro.

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