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1:1 gegen Hoffenheim : Dortmund holt sich eine blutige Nase

  • -Aktualisiert am

Erster Rückschlag: Sahin muss nach einem Nasenbeinbruch vom Feld Bild: dpa

Borussia Dortmund verpasst den Sprung auf Champions-League-Platz drei wegen eines Eigentors. Beim 1:1 gegen Hoffenheim verletzen sich zudem Sahin und Zidan. Der Ägypter fällt womöglich lange aus.

          3 Min.

          Am Ende gab es ein böses Frühlingserwachen für die Dortmunder Borussia. Eine Minute vor Schluss hatten die Westfalen sich gegen die TSG Hoffenheim schon als Sieger gewähnt. Doch dann dämpfte ein Eigentor von Mats Hummels (89. Minute) die Dortmunder Hoffnungen, in der nächsten Saison vielleicht sogar im großen Haus des europäischen Klubfußballs auftreten zu dürfen. Beim 1:1 im Dortmunder Westfalenstadion verpassten sie den Sprung auf den dritten Tabellenplatz, der zur Teilnahme an der Qualifikation zur Champions League berechtigt.

          Einwechselspieler Nelson Valdez hatte den BVB in der 57. Minute in Führung gebracht. Der Spieltag stand auch im Dortmunder Stadion unter dem Motto „Sportler für Sportler“. Bekannte Spitzenathleten aus anderen Disziplinen nutzten die große Bundesligabühne, um auf die Arbeit der Stiftung Deutsche Sporthilfe aufmerksam zu machen, die von der Deutschen Fußball-Liga unterstützt wird. Vor dem Anpfiff übernahm die Fecht-Olympiasiegerin Britta Heidemann die Arbeit eines „Ballmädchens.“ Am Mittelkreis übergab die Degenfechterin Schiedsrichter Wolfgang Stark das Objekt der Begierde, um das sich vor 80.000 Zuschauern alles drehen sollte. Das folgende Gefecht auf dem Rasen wurde für Dortmund zu einem Spiel um den dritten Platz. Trotz der jüngsten Niederlage in Mainz bot sich den Westfalen die Chance, mit einem Sieg über die krisengeschüttelten Hoffenheimer auf den Champions-League-Qualifikationsplatz vorzurücken.

          Es wurde ein schweres Gefecht. Oder, wie BVB-Trainer Jürgen Klopp es ausgedrückt hatte, „das Gegenteil von einem leichten Spiel“. Die Borussen gingen es zwar offensiv an, aber sie hatten im Abschluss fast eine Stunde lang nicht den richtigen Riecher. Das lag nicht nur daran, dass Nuri Sahin, einer ihrer Leistungsträger, Mitte der ersten Hälfte eins auf die Nase bekam. Der Mittelfeldstratege erlitt bei einem Zweikampf mit Salihovic einen Bruch des Nasenbeins; für ihn kam Tamas Hajnal in die Partie. Sebastian Kehl, die andere Stammkraft im defensiven Mittelfeld, fehlte wegen eines Muskelfaserrisses von vornherein. So sah Klopp sich bei der Besetzung verschiedener Mittelfeldpositionen zum Improvisieren gezwungen - umso mehr, weil nach einer halben Stunde auch noch Mohamed Zidan, der zentrale Mann hinter der einzigen Sturmspitze Lucas Barrios, seinen Sonntagsdienst unter Schmerzen beenden musste. Der Ägypter hatte sich ohne Einwirkung eines Gegners das Knie verdreht und musste gegen Nelson Valdez ausgetauscht werden.

          Nur beinahe der Siegtreffer für Dortmund: Valdez freut sich mit Barrios (l.)
          Nur beinahe der Siegtreffer für Dortmund: Valdez freut sich mit Barrios (l.) : Bild: dpa

          Valdez trifft

          Trotz des unfreiwilligen Kommens und Gehens verschaffte die Heimelf sich spielend Vorteile und kam auch zu Chancen. Doch weder Barrios, der zweimal scheiterte, noch Kevin Großkreutz und Neven Subotic gelang es, vor der Pause den optischen Eindruck durch einen Torerfolg zu bestätigen. Auf der Gegenseite zeigten die Hoffenheimer Krisengespräche noch keine Wirkung, die der Hauptgeldgeber des Vereins, Dietmar Hopp, mit dem erweiterten Mannschaftsrat im Golfclub St. Leon-Rot geführt hatte. Die TSG blieb im Angriff harmlos und uninspiriert. So konnte sich Linksverteidiger Dede in Ruhe an die in dieser Begegnung mitunter raue Bundesligaluft gewöhnen. Der dienstälteste BVB-Profi durfte zum ersten Mal nach fünf Monaten seinen einstigen Stammplatz in der Startelf einnehmen. Der junge Aufsteiger Marcel Schmelzer, der ihn verdrängt hatte, fehlte wegen einer Gelbsperre.

          Zu Beginn des zweiten Durchgangs wurden die Hoffenheimer ein wenig stärker und testeten die Abwehrkräfte der Borussia. Doch genau in dieser Phase nutzte der BVB einen Gegenangriff zum umjubelten Führungstreffer. Valdez drückte eine Flanke von Kevin Großkreutz unbehelligt mit dem Kopf ins Tor. Diesmal hatte auch der Schiedsrichter nichts gegen die Dortmunder Führung einzuwenden. Zwei Minuten nach Wideranpfiff hatte er einen Treffer von Barrios wegen angeblicher Abseitsposition nicht anerkannt.

          Nach dem Tor legten die Westfalen ihr Hauptaugenmerk auf ihre Sicherheitsinteressen in der eigenen Spielhälfte - und lauerten auf die Gelegenheit zu kontern. Die Hoffenheimer suchten eifrig und beinahe vergeblich nach einer Lücke in der umformierten Mannschaft des BVB. Fast schien es so, als sollte die Borussia ihre Ansprüche untermauern und ihrem europäischen Traum wieder ein Stück näher zu kommen. Doch beim Versuch, gegen Vedad Ibisevic zu retten ging Hummels Versuch buchstäblich nach hinten los, und es reichte nur noch zu einem Punkt.

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