https://www.faz.net/-gtm-7n6tb

1:1 gegen Hertha BSC : Die zwei Gesichter des Mainzers Choupo-Moting

Mann mit Herz: Maxim Choupo-Moting Bild: dpa

Adrian Ramos bringt die Berliner nach einem Fehler von Eric Maxim Choupo-Moting in Mainz in Führung. Dann gleicht ausgerechnet Choupo-Moting zum 1:1 aus.

          Maxim Choupo-Moting hat zwei Gesichter: Es gibt den hochbegabten  Fußballspieler, der Trainer und Mitspieler beim Fußball-Bundesligaklub Mainz 05  verzückt mit Finten und Torgefährlichkeit. Und es gibt die andere Seite des in Hamburg aufgewachsenen Deutsch-Kameruners, der seine Bewunderer mit Nachlässigkeiten zur Verzweiflung treiben kann.

          Beim 1:1 gegen Hertha BSC  Berlin zeigte der 24 Jahre alte Angreifer beide Facetten seiner Spielerpersönlichkeit par excellence. Zunächst verschuldete er mit einem überflüssigen Ballverlust kurz vor dem eigenen Strafraum gegen Per Skjelbred den Rückstand durch Adrian Ramos (51. Minute). Anschließend war der Torjäger als Wegbereiter und Vollstrecker der maßgebliche Mann beim Ausgleich der Mainzer, den er per Strafstoß erzielte (65.). Dadurch wahrte Mainz 05 den Abstand auf die Hertha, fiel in der Tabelle allerdings um einen Rang auf Position sieben ab. „Das Gegentor war natürlich meine Schuld“, sagte Choupo-Moting. „Aber ich habe mir gesagt, dass ich das wieder gutmachen muss.“ Das tat der technische begabte Offensivspieler, indem er Linksverteidiger Joo-Ho Park so exakt im Strafraum freispielte, dass er von seinem Gegenspieler Sami Allagui nur per Foul gestoppt werden konnte. Der souverän vom Elfmeterpunkt aus erzielte achte Saisontreffer wird Choupo-Moting bei seinen Bemühungen um einen neuen Vertrag bei einem deutschen oder ausländischen Spitzenklub oder eben doch  am Ende in Mainz helfen. Der bisherige Kontrakt endet im Sommer. 

          Friedliches Spiel nach lobenswerter Aktion

          Mit dem Unentschieden hatte das Duell zweier Tabellennachbarn, die  beide auf eine überraschende Qualifikation für die Europa League hoffen dürfen, ein gerechtes Ergebnis, das in seinem ausgleichenden Charakter gewissermaßen auch einer lobenswerten Aktion vor dem Spiel entsprach. Da hatte Mainz 05 seine Zuschauer aufgefordert, mit Plakaten und dem Motto „Ich bin gegen Gewalt“ Flagge zu zeigen gegen Randale. Vor zwei Wochen war es beim Auswärtsspiel bei  Schalke 04 zu einem Zwischenfall gekommen, bei dem ein Polizist gefährliche Schnittwunden im Gesicht davongetragen hatte.

          Auf dem Rasen ging es anschließend angemessen friedlich weiter. Zweikämpfe im Mittelfeld waren Mangelware, sodass sich die recht ballsicher agierenden Rheinhessen immer wieder ohne allzu großen Druck durchspielen konnten. Während der Partie somit das für Mainzer Spiele gewohnte leidenschaftliche Pressing abging, waren zahlreiche Torschüsse die unterhaltsame Folge für die fast 30 000 Besucher. Vor  allem zwischen der 20. und 30. Minute hatten die Hausherren die besseren  Einschussgelegenheiten. Zunächst kam Nicolai Müller im Sprintduell mit Hertha-Schlussmann Thomas Kraft indes einen Tick zu spät, anschließend scheiterte Choupo-Moting am Berliner Torhüter (25.). Shawn Parker spazierte schließlich zwar elegant bis in eine ideale Schussposition am Elfmeterpunkt, scheiterte aber etwas fahrlässig am allerdings auch gut reagierenden Kraft (28.). Die Gäste aus Berlin hatten lediglich zwei harmlose Versuche durch den ehemaligen Mainzer Allagui aufzuweisen.

          Schläfrige Mainzer

          Den zweiten Spielabschnitt begannen die Mainzer schläfrig und  unaufmerksam. Schon vor Choupo-Motings folgenschwerem Lapsus leisteten sie sich  Unaufmerksamkeiten, die Allagui bei größerer Kaltschnäuzigkeit hätte bestrafen können. So aber war es Torjäger Ramos vergönnt, die Berliner per Flachschuss in  Führung zu bringen. „Ich bin mit dem Spiel insgesamt zufrieden, aber nicht mit  den ersten Minuten nach der Pause. Da haben wir schnelle Einwürfe nicht  mitbekommen, Leute im Rücken nicht gesehen. Das Gegentor war folgerichtig“, sagte Tuchel. „Aufgrund des Spielverlaufs ist es okay, mit einem Punkt aus dem Spiel zu gehen.“

          Einen Gewinner hatte die Partie dennoch. Der Mainzer Torhüter Loris Karius konnte sich nicht nur häufiger als gewohnt als sicherer Rückhalt  erweisen. Manager Christian Heidel bestätigte zudem, dass der Klub die Option auf eine Vertragsverlängerung um ein Jahr ziehen werde. Der 20 Jahre alte  Nachwuchstorhüter, vor einem halben Jahr kurzzeitig wegen mangelnden  Trainingseifers ausgemustert und ohne Berufsaussichten in seinem nicht eben mit einer guten Arbeitsmarktsituation gesegneten Fachgebiet, darf also weiter in Mainz Tore verhindern.

          FSV Mainz 05 - Hertha BSC 1:1 (0:0)

          FSV Mainz 05: Karius - Pospech, Bell, Noveski, Park - Moritz, Geis - Parker (54. Koo), Nicolai Müller (76. Júnior Díaz), Choupo-Moting (89. Malli) - Okazaki
          Hertha BSC: Kraft - Pekarik, Langkamp, Kobiaschwili, Holland - Hosogai - Ndjeng (46. Ronny), van den Bergh - Skjelbred (66. Niemeyer) - Allagui (82. Wagner), Ramos
          Schiedsrichter: Meyer (Burgdorf)
          Zuschauer: 29 760
          Tore: 0:1 Ramos (51.), 1:1 Choupo-Moting (65./Foulelfmeter)
          Gelbe Karten: Moritz (4), Park (2) / Allagui (3), Wagner (3)

          Weitere Themen

          Die Erfolge des Niki Lauda Video-Seite öffnen

          Formel-1-Legende gestorben : Die Erfolge des Niki Lauda

          Der Österreicher Niki Lauda feierte in der Formel 1 große Erfolge und ließ sich auch von Unfällen und Verletzungen nicht unter kriegen. Die rote Kappe wurde zu seinem Markenzeichen. Mit 70 Jahren ist er nun im Kreis der Familie verstorben.

          Draisaitls Gala

          Eishockey-WM : Draisaitls Gala

          Leon Draisaitl führt die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft zum 4:2-Erfolg gegen Finnland. Fünf Vorrunden-Siege hatte zuvor noch nie ein deutsches Team bei einer WM geschafft.

          Die Erfolge des Niki Lauda Video-Seite öffnen

          Tod einer Formel-1-Legende : Die Erfolge des Niki Lauda

          Der Österreicher Niki Lauda feierte in der Formel 1 große Erfolge und ließ sich auch von Unfällen und Verletzungen nicht unter kriegen. Die rote Kappe wurde zu seinem Markenzeichen. Mit 70 Jahren ist er nun im Kreis der Familie verstorben.

          Topmeldungen

          Theresa May am Dienstag

          May für neues Referendum : Zwei Köder für die Labour Party

          Mit neuen Vorschlägen versucht die britische Premierministerin May, die Abgeordneten der Labour Party, die das EU-Austrittsabkommen bislang abgelehnt haben, umzustimmen. Kann das gelingen?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.