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1:1 gegen Hamburg : Kein Fehlstart für Nürnbergs neues Duo

  • Aktualisiert am

Duell auf Augenhöhe: Nürnbergs Chandler im Luftkampf mit HSV-Spieler Aogo Bild: dapd

Späte Führung, schnelle Antwort: Gegen den Hamburger SV gleicht Nürnbergs Tomas Pekhart die Führung von Artjoms Rudnevs flott wieder aus. Während der „Club“ den Abstand zu den Abstiegsrängen wahrt, kommt der HSV nicht von der Stelle.

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          Tomas Pekhart hat das neue Trainerduo des 1. FC Nürnberg vor einem Fehlstart bewahrt. Im ersten Spiel unter Michael Wiesinger und Armin Reutershahn erzielte der Tscheche den Ausgleichstreffer für die Franken zum 1:1 (0:0) gegen den Hamburger SV. Damit hielt der Club den komfortablen Acht-Punkte-Vorsprung zu den Abstiegsplätzen der Fußball-Bundesliga aufrecht. Der HSV (25), der sich eigentlich Richtung Europacup-Plätze orientieren wollte, kommt durch die Punkteteilung in der Tabelle auch nicht groß voran.

          Fehlpässe und Zweikämpfe

          Vor 42.601 Zuschauern im Nürnberger WM-Stadion war der HSV durch Artjoms Rudnevs am Sonntag in der 70. Minute in Führung gegangen. Für den Polen war es der siebte Saisontreffer. Doch nur fünf Minuten später schaffte Pekhart für die Gastgeber wenigstens noch den Ausgleich. Die beiden Tore gehörten zu den wenigen Höhepunkten in einem schwachen Bundesliga-Spiel. Torchancen hatten Seltenheitswert, stattdessen prägten viele Fehlpässe und Zweikämpfe lange das Bild.

          Wenig Akzente gesetzt: Van der Vaart (vorne) entwischt Mak

          „Die erste Halbzeit war ganz schlecht. So gewinnt man kein Bundesliga-Spiel. In der zweiten Halbzeit haben wir sehr gut gespielt, das war deutlich besser. Komischerweise haben wir nach unserem Tor wieder nachgelassen“, sagte HSV-Mittelfeldstar Rafael van der Vaart und Trainer Torsten Fink monierte: „Wir hätten unsere guten Chancen in der zweiten Halbzeit besser nutzen müssen und dürfen die Führung nicht so einfach hergeben.“ Nürnbergs Trainer Michael Wiesinger sprach indes von einem „leichten Wechselbad“ der Gefühle. „In der ersten Halbzeit waren wir couragiert und hätten in Führung gehen müssen. In der zweiten Halbzeit war es ein glücklicher Punkt“, sagte Wiesinger. Die Aufstellung von Wiesinger und Reutershahn, die zu Weihnachten die Nachfolge des zum VfL Wolfsburg abgewanderten Dieter Hecking angetreten hatten, wies gleich einige Überraschungen auf. So mussten die beiden Kreativköpfe Hiroshi Kiyotake, mit drei Toren und fünf Vorlagen einer der Hinrunden-Gewinner, sowie Markus Feulner zunächst auf der Bank Platz nehmen. Dafür durfte unter anderem der Slowake Robert Mak von Beginn an auflaufen.

          Und es waren gerade einmal 60 Sekunden gespielt, da sorgte Mak bereits für die erste gute Offensivaktion der Franken. Der 21-Jährige setzte sich auf der rechten Außenbahn durch und ließ anschließend Hamburgs Innenverteidiger Michael Mancienne alt aussehen. Sein Schuss aus spitzem Winkel strich aber knapp am Tor von HSV-Keeper Rene Adler vorbei. Die Torchance von Mak sollte aber lange Zeit der letzte Höhepunkt bleiben. Durchdachte Aktionen waren kaum mehr zu sehen. Dabei waren die Hamburger zunächst auf die Sicherung des eigenen Tores bedacht. Kein Wunder, schließlich gab es vor der Winterpause nur einen Punkt aus den letzten vier Auswärtspartien. Bei dem Unterfangen konnte Mancienne aber früh nicht mehr mitwirken. Eine Sprunggelenksverletzung zwang den Engländer zur Aufgabe, für ihn kam Jeffrey Bruma ins Spiel.

          Früher Kollegen, heute Konkurrenten: Thorsten Fink (r.) begrüßt Michael Wiesinger zum Trainerdebüt in der Bundesliga

          Die Hamburger Offensive fand in der ersten Halbzeit kaum statt. Die Stars Rafael van der Vaart, der in den letzten vier Hinrunden-Spielen gefehlt hatte, und Heung-Min Son wussten sich kaum in Szene zu setzen. Stattdessen kam der Club noch einmal zu einer Gelegenheit. Nach Freistoß von Mak köpfte Hanno Balitsch den Ball aber über das Tor (37.). Die größte Chance im ersten Durchgang besaß aber erneut Mak, der kurz vor der Pause nach Pass von Balitsch den Ball freistehend vor Adler neben das Tor setzte (43.). Dennis Diekmeier hatte den ersten Hamburger Torschuss abgegeben (41.).

          Nach der Pause wurde der HSV aktiver und kam auch zu den ersten Torchancen. Nach Flanke von Per Ciljan Skjelbred köpfte Artjoms Rudnevs den Ball allerdings in guter Position über das Tor (57.). Sieben Minuten später war es Marcell Jansen, der mit einem 18-Meter-Schuss das Ziel knapp verfehlte (64.). Und kurz darauf wäre FCN-Verteidiger Javier Pinola bei einer missglückten Rettungsaktion fast ein Eigentor unterlaufen. Sein Kopfball ins Toraus streifte noch den Außenpfosten. So war das Führungstor durch Rudnevs fast folgerichtig. Doch der Club hatte eine schnelle Antwort parat, als Pekhart aus fünf Metern traf.

          1. FC Nürnberg - Hamburger SV 1:1 (0:0)

          1. FC Nürnberg: Schäfer - Chandler (65. Feulner), Simons, Klose, Pinola - Balitsch, Cohen - Mak (68. Frantz), Gebhart, Esswein (76. Kiyotake) - Pekhart
          Hamburger SV: Adler - Diekmeier, Mancienne (14. Bruma), Westermann, Jansen - Badelj - Arslan (38. Skelbred), Aogo - van der Vaart - Son, Rudnevs
          Schiedsrichter: Welz (Wiesbaden)
          Zuschauer: 42.601
          Tore: 0:1 Rudnevs (70.), 1:1 Pekhart (75.)
          Gelbe Karten: Cohen (1), Frantz (2) / Arslan (6), Diekmeier (4), Jansen (4)

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