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1:1 gegen Fürth : Frankfurter Eintracht verschenkt Frühstart

Früher Fürther Schock: Die Eintracht geht nach 24 Sekunden mit 1:0 in Führung Bild: dpa

Nach 24 Sekunden geht Eintracht Frankfurt gegen den Tabellenletzten Fürth in Führung, doch der Rest des Spiels ist so trüb wie der verregnete November-Freitagabend.

          2 Min.

          Die Serie ungeschlagener Heimspiele hat gehalten, doch ein neuerlicher Sieg ist es nicht geworden. Die Frankfurter Eintracht, der Überraschungs-Tabellendritte der Fußball-Bundesliga, musste sich am Freitagabend mit einem Remis begnügen. Im Duell der beiden Aufsteiger hieß es am Ende gegen die Spielvereinigung Greuther Fürth 1:1. Alexander Meier hatte die Hessen in ihrem zehnten Saisonspiel früh in Führung gebracht (1.), Zoltan Stieber schaffte vor 47.400 Zuschauern den verdienten Ausgleich (53.).

          So flink sind die Frankfurter in dieser Saison noch nie gewesen. 24 Sekunden nur dauerte es, dann durfte ausgiebig gejubelt werden. Meier, der torgefährlichste Spieler der Eintracht, zeigte abermals seine große Übersicht, als er den Ball aus halbrechter Strafraumposition flach in das Fürther Tor schob. Dem 1:0 war vom Anpfiff weg eine furios gestartete Angriffsaktion vorausgegangen, in der Sebastian Rode schon den Greuther Schlussmann Max Grün in Bedrängnis brachte. Meier im Nachsetzen sorgte mit seinem schon siebten Saisontor für einen schnellen Knalleffekt – der am Ende allerdings verpuffte.

          Es hatte also noch einmal funktioniert. Der Plan, gemeinsam mit dem kongenialen Mittelfeldduo Pirmin Schwegler und Rode den Frankfurter Motor auf Touren zu bringen, ging auf. Der in den vergangenen Tagen angeschlagene Rode wurde rechtzeitig wieder hergestellt. Und auch der am vergangenen Sonntag beim 1:2 in Stuttgart schmerzlich vermisste Kapitän Schwegler war gegen den Bundesliga-Mitaufsteiger Fürth einsatzbereit. Auch Takashi Inui, beim VfB wegen einer schwachen Vorstellung nur eine Halbzeit lang am Ball, wollte am Freitagabend vieles anders und besser machen. Eine erste Möglichkeit dazu bot sich dem Japaner in der zwölften Minute, als er, von Meier bestens bedient, freie Schussbahn hatte, mit seinem Innenseitschuss aber Grün vor keine großen Probleme stellte.

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          Kritischer wurde es da schon, als Inui im Niemandsland des Mittelfeldes ein völlig missglückter Rückpass unterlief. Kevin Trapp aber, der abermals aufmerksame Frankfurter Schlussmann, reagierte gedankenschnell und bewahrte die Eintracht vor möglichem Unheil (27.). Inuis Aussetzer war zugleich das Signal, dass die Eintracht gegen den Tabellenletzten gehörig auf der Hut sein musste. Andererseits: Beim Wiedersehen mit den alten Fürther Kameraden hatte Olivier Occean die große Chance, auf 2:0 zu erhöhen. Doch der Kanadier, schon frei und alleine auf das gegnerische Tor zulaufend, geriet unbedrängt ins Stolpern und verlor die Kontrolle über den Ball (35.).

          Mit einem einzigen Pass ausgehebelt

          Warum das Duell gegen die Fürther aus Sicht des Frankfurter Vorstandvorsitzenden Heribert Bruchhagen „eines der wichtigsten Spiele der Saison“ sein sollte, war offenkundig: Trainer Armin Veh, der seiner Linie seit Wochen treu bleibt und immer wieder nur vom Klassenverbleib spricht, wollte den schon großen Vorsprung vor den Franken mit einem Sieg noch weiter vergrößern.

          Ein Plan, der sich verwirklichen ließ? Mit frischem Mut in die zweite Halbzeit gestartet, hebelten die furchtlosen Fürther mit einem einzigen Pass nur die Frankfurter Abwehr aus ihren Angeln. Sercan Sararer narrte den schwachen Innenverteidiger Vadim Demidov, und Stieber, frei auf Trapp zulaufend, nahm die Einladung an, mit einem gefühlvollen Heber zum 1:1 zu vollenden (53.). Die Partie stand auf der Kippe. Mehr noch: Sie wurde für die Eintracht bis zum Ende zu einem Zitterspiel.

          Früh gefreut - zu früh
          Früh gefreut - zu früh : Bild: REUTERS

          Veh handelte, nahm den abermals enttäuschenden Inui aus der Begegnung und brachte Matmour (56.). Wieder jedoch war es eine Unzulänglichkeit in der Frankfurter Abwehr, die für höchste Gefahr sorgte. Nach einem langen Abschlag von Fürth-Schlussmann Grün verschätzte sich Bamba Anderson kapital. Doch Asamoah scheiterte unbedrängt am starken Trapp (58.). Rode versuchte es zwar noch einmal mit einem Schuss von der Strafraumgrenze aus (65.).

          Die weitaus größere Gefahr aber ging von den Fürthern aus. Pech hatten sie, als Stephan Fürstner seinen Meister im prächtig haltenden Trapp fand (75.). Alle Bemühungen der Eintracht, auch mit frischem Personal – Benjamin Köhler kam sechs Minuten vor dem Ende für Stefan Aigner – doch noch ein zweites Tor zu erzielen, schlugen fehl.

          Eintracht Frankfurt - Spvgg Fürth 1:1 (1:0)

          Eintracht Frankfurt: Trapp - Jung, Anderson, Demidov, Oczipka - Schwegler, Rode (84. Celozzi) - Aigner (76. Köhler), Meier, Inui (57. Matmour) - Occean
          SpVgg Greuther Fürth: Grün - Nehrig, Kleine, Mavraj, Schmidtgal - Sararer (90.+2 Mikkelsen), Pekovic, Fürstner, Stieber - Prib - Asamoah (89.) Edu
          Schiedsrichter: Schmidt (Stuttgart)
          Zuschauer: 48.000
          Tore: 1:0 Meier (1.), 1:1 Stieber (53.)
          Gelbe Karten: Jung, Schwegler - Fürstner, Asamoah

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