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1:1 gegen Dortmund : Stuttgart auf Augenhöhe mit dem Meister

  • -Aktualisiert am

Mit Köpfchen und auf Augenhöhe: Stuttgarts Cacau und Dortmunds Hummels Bild: REUTERS

Sie spielen zwar mit Verspätung, dafür aber zauberhaft: Der VfB Stuttgart und Borussia Dortmund trennen sich verdient 1:1. Tasci und Piszczek treffen.

          2 Min.

          Die Serie von vier Siegen nacheinander ging zwar zu Ende, doch mit dem 1:1-Unentschieden beim starken VfB Stuttgart konnte sich Borussia Dortmund am Samstagnachmittag schnell anfreunden. Der deutsche Fußballmeister und Tabellendritte der Bundesliga scheint gut gerüstet für die angestrebte Champions-League-Revanche gegen Olympiakos Piräus am Dienstagabend. Die Schwaben waren der richtige Prüfstein, den BVB zu fordern. Der Tabellenfünfte ging in diesem hochklassigen Duell durch Serdar Tasci (22. Minute) in Führung. Lukasz Piszczek (45.+1) glich für die Westfalen aus.

          Das attraktivste Spiel des Tages besaß ein Alleinstellungsmerkmal. Es begann nämlich erst um 15.45 Uhr statt wie vorgesehen um 15.30 Uhr. Grund hierfür war, dass der Meister bis kurz nach 15 Uhr im Stau steckte. Rund um das Stadion ging eine Zeitlang gar nichts mehr. Daraus ein Stück Symbolik für die folgende Begegnung abzuleiten, verbot sich indes. Da beide Teams bei bestem Frühherbstwetter in bester Besetzung antreten konnten, durften sich die 60.300 Zuschauer in der ausverkauften Mercedes-Benz-Arena mit gutem Grund auf ein Spitzenspiel freuen.

          Und so kam es dann auch. Von der ersten Minute an entwickelte sich ein faszinierender Schlagabtausch zweier Mannschaften, die mit den Prinzipien des modernen Fußballs eng vertraut sind. Der BVB legte vor mit einer starken Anfangsphase und einem Pfostenschuss durch Robert Lewandowski (5.). Dann aber kam der VfB mit aller Macht. Und die war deshalb so bezwingend, weil die Schwaben bei ihren Tempoattacken das Ziel schnörkelloser als die Westfalen ansteuerten.

          Triebfedern der Stuttgarter Offensive waren die zentralen Ballverteiler William Kvist, Zdravko Kuzmanovic und Tamás Hajnal. Sie verschafften sich immer mehr Vorteile gegenüber den Borussen Sven Bender, Sebastian Kehl und Shinji Kagawa. Rutschte Cacau (9.) noch an der Idealvorlage des wie aufgedreht wirbelnden Martin Harnik vorbei, ging die Heimmannschaft in der 22. Minute folgerichtig in Führung. Einen Freistoß des früheren Dortmunders Hajnal beförderte Harnik volley gegen den Pfosten, und den Abpraller nutzte Tasci zum 1:0. Hätte Cacau seinen Kopfball wenig später nur um ein paar Zentimeterchen besser justiert, es hätte schon die Vorentscheidung sein können. So flog der Ball knapp am Tor vorbei, und der Meister schlug zurück.

          Zunächst war er noch ein wenig im Pech, als Schiedsrichter Manuel Gräfe der Borussia nach Cristian Molinaros hartem Einsteigen gegen Mario Götze einen Strafstoß verweigerte (37.), dann aber, in der Nachspielzeit der ersten Hälfte, stand Piszczek frei und verwertete die leichtfüßige Vorarbeit Götzes und Kagawas aus kurzer Distanz mühelos zum 1:1. Es war das tausendste Auswärtstor in der Dortmunder Bundesliga-Geschichte.

          Der Zauber dieses Spiels ließ auch nach der Pause nicht nach. Die mitunter federleicht anmutende BVB-Offensive, vor allem in Person von Götze und Kagawa, glänzte im ersten Teil von Halbzeit zwei. Hätte der Japaner nach einem wunderbar ausschauenden Solo auch noch den Abschluss ansehnlich hinbekommen (60.), wäre die Borussia vielleicht kaum noch aufzuhalten gewesen. So aber ging es weiter hin und her. Neven Subotic hatte noch das 2:1 für den BVB auf dem Kopf, doch Sven Ulreich reagierte prächtig (89.). Dass am Ende für beide Mannschaften nach einem erstklassigen Auftritt nur ein Punkt zu Buche stand, war eigentlich viel zu wenig für das, was das Publikum in Stuttgart geboten bekam.

          VfB Stuttgart - Borussia Dortmund 1:1 (1:1)

          VfB Stuttgart: Ulreich - Boulahrouz, Tasci, Maza, Molinaro - Kvist, Kuzmanovic - Harnik, Hajnal (90.+2 Gentner), Okazaki (70. Traoré) - Cacau (78. Hemlein)
          Borussia Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer - Bender (46. Leitner), Kehl - Götze, Kagawa, Perisic (76. Großkreutz) - Lewandowski (72. Barrios)
          Schiedsrichter: Gräfe (Berlin)
          Zuschauer: 60 000 (ausverkauft)
          Tore: 1:0 Tasci (22.), 1:1 Piszczek (45.+1)
          Gelbe Karten: Cacau (3), Kuzmanovic (1), Maza (2) / Kehl (2), Schmelzer (1)

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