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1:1 gegen Dortmund : Der FCK sorgt für ein bisschen Spannung

  • -Aktualisiert am

Erfolgreicher Widerstand: Srdjan Lakic und Kaiserslautern trotzen Dortmund einen Punkt ab Bild: AFP

Die Bundesliga kann ein wenig auf neue Spannung hoffen: Der 1. FC Kaiserslautern trotzt Borussia Dortmund einen Punkt ab. Der Tabellenführer vergibt dabei ganz gegen seine Gewohnheit kurz vor Schluss eine 1:0-Führung.

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          Es ist ein Marathon, den Jürgen Klopp nach dem Schlusspfiff absolvieren muss, und das ist ihm in dieser Saison meistens leichter gefallen als nach diesem 1:1 in Kaiserslautern. Als Bender nämlich in der 81. Minute die Führung erzielt hatte, da war der elfte Dortmunder Auswärtssieg im zwölften Saisonspiel in der Fremde schon nahe, aber dann schoss der 1. FC Kaiserslautern in der 90. Minute noch ein Tor, das alle Merkmale eines zufälligen Ereignisses in sich trug.

          Peter Penders

          Stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Barrios war bei einem Eckball so gerade noch mit dem Kopf an den Ball gekommen, der danach an die Strafraumgrenze geflogen war - genau passend auf die Brust von Moravek, der deshalb wiederum nur Sekundenbruchteile für einen fulminanten Schuss benötigte, der genau durch die kleine Lücke flog, die zwei heranstürmende Dortmunder noch ließen. Da waren zwei Punkte futsch - und kurz danach wurde Klopp von Kamera zu Kamera gereicht, von Mikrofon zu Mikrofon, und dem Gewinner des Deutschen Fernsehpreises war anzusehen, dass er diesen Teil seines Berufes nicht immer schätzt. Nicht an solchen Abenden.

          Die Borussia führt die Tabelle seit längerem mit großem Vorsprung an, und seitdem ähneln sich die Abläufe. Gewinnt der BVB, dann wird überall zur Meisterschaft gratuliert, verliert der BVB aus welchen Gründen auch immer Punkte, wird nachgeforscht, ob nun langsam doch die Angst vor dem großen Triumph einsetze. Anzeichen dafür gibt es nicht, weder nach dem 0:0 vor einer Woche gegen Schalke noch nun nach dem 1:1 in Kaiserslautern. Klopp weiß, dass die Fragen kommen werden, er sieht etwas verkniffen aus, nicht ganz so entspannt wie gewöhnlich, das spitzbübische Grinsen misslingt. „Wir behalten uns vor, die Dinge so zu bewerten, wie wir es für richtig halten. Wir werden schon merken, wenn wir Meister sind, aber wir wissen vor allem, dass wir es jetzt noch nicht sind“, sagt er. Und geht zur nächsten Kamera, zum nächsten Mikrofon.

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          Schwer bespielbarer Platz

          Die Borussia war die bessere Mannschaft, der 1. FC Kaiserslautern hatte mit viel Leidenschaft dagegengehalten, das 1:1 wertete Klopp am Ende als gerecht. „Wenn wir in dieser Saison gut gespielt haben, dann haben wir gewonnen, wenn wir nicht so gut waren, haben wir unentschieden gespielt, und wenn wir schlecht waren, haben wir verloren. Und heute waren wir nicht so gut“, sagte er, was vielleicht ein zu hartes Urteil über die Bemühungen seiner Mannschaft war. Barrios hatte früh den Pfosten getroffen - der achte Aluminiumtreffer für den einstigen Welttorjäger und der sechzehnte für die Borussia, die auch in dieser Hinsicht eine Tabelle anführt.

          Der schwer bespielbare Platz raubte den Dortmundern zudem eine ihrer Stärken, denn ein feines Kombinationsspiel setzt - das weiß nach der Kritik der Nationalmannschaft nach dem Länderspiel gegen Italien am Zustand des Rasens in Dortmund nun jeder - eben auch einen halbwegs ebenen Untergrund voraus. „Wenn der Ball auf dem Boden war, wurde es nicht einfacher“, sagte Klopp, und als es nach der Führung einfacher hätte werden können, erschwerte Schiedsrichter Florian Meyer, der zuvor schon einen Handelfmeter übersehen hatte, die ganze Sache wieder mit einer unberechtigten Gelb-Roten Karte (85.) für Subotic.

          Wenn man der Borussia derzeit etwas nachsagen will, dann eine gewisse Nachlässigkeit beim Verwerten ihrer Torchancen. Gegen Schalke und Kaiserslautern hätte es bequem zu zwei Siegen reichen können, tat es aber nicht. Mit zehn Punkten Vorsprung sind sie in die Rückrunde gestartet, und die haben sie immer noch, es hat sich also nichts verändert - nur eines ist nächsten Samstag gegen St. Pauli garantiert anders: „Wir spielen auf einem funkelniegeleuen Rasen“, sagt Klopp, und es ist das einzige Mal an diesem Abend, dass er herzhaft lacht.

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