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1:1 gegen Bremen : Wolfsburger Ernüchterung

  • -Aktualisiert am

Ein Punkt zum Debüt: Martin Schmidt Bild: dpa

Neuer Trainer, alter Trott: Auch unter Martin Schmidt kommt der VfL Wolfsburg im Krisenduell gegen das stark ersatzgeschwächte Werder Bremen nicht über ein 1:1 hinaus.

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          Vieles von dem, was der neue Mann gleich zur Begrüßung miterleben durfte, sah wie ein wirres Puzzlespiel aus. Martin Schmidt weiß als Cheftrainer des VfL Wolfsburg jetzt aus nächster Nähe, wie wenig bei diesem Verein der Fußball-Bundesliga zusammenpasst und was alles neu sortiert werden sollte. Einen Tag nach der Entlassung des erfolglosen Andries Jonker und dem Amtsantritt Schmidts mussten sich die Niedersachsen mit einem mageren 1:1 gegen Werder Bremen begnügen. Divock Origi hatte mit seinem Führungstreffer in der 28. Minute die Hoffnung auf den ersten Heimsieg für den VfL genährt. Aber nach einer desolaten zweiten Halbzeit und dem Ausgleich durch Fin Bartels (56.) stellte sich Ernüchterung ein.

          Etwa 30 Minuten lang waren die üblichen und naheliegenden Dinge zu sehen, die im bezahlten Sport immer wieder Anlass zum Grübeln geben. Yunus Malli etwa, beim VfL zuletzt nur noch Ersatzmann, durfte von Beginn an mitwirken. Er sprühte plötzlich vor Elan, war ein guter Vorlagengeber und bedankte sich auf seine Art für das Vertrauen des neuen Trainers. Schmidt kennt Malli aus deren gemeinsamer Zeit beim FSV Mainz 05 noch bestens. Damit war auf den ersten Blick schon mal eine Basis für etwas gefunden, das in großer Eile entstanden ist und Besserung ergeben soll.

          Schmidt hat nach eigenen Angaben innerhalb weniger Stunden seine Entscheidung für den VfL treffen müssen. Er sieht für sich eine große Chance mit einer Mannschaft, die unter seinem Vorgänger entweder nicht mehr funktioniert hat oder nicht mehr auf die Vorgaben des Trainers hören wollte. Unter Jonkers Regie hatte Wolfsburg im Mai gerade so den Klassenverbleib geschafft. Danach sollte ein Neubeginn eingeleitet werden, für den nun Schmidt zuständig ist.

          Auf dem Weg zu mehr Einsatzbereitschaft, Spielwitz und Torgefahr sah Werder zunächst wie ein dankbarer Gegner für den VfL aus. Die Bremer hatten nach vier Spieltagen erst einen Punkt für sich verbuchen können. Aber das Team von Alexander Nouri wusste dieses Mal zumindest zu überraschen. Nach dem Seitenwechsel übernahm Werder plötzlich die Regie und erspielte sich eine hochkarätige Chance nach der anderen. Dass Theodor Gebre Selassie zum Beispiel in der 71. Minute mit einem wuchtigen Schuss nur den Pfosten traf, dokumentierte auf scheppernde Art und Weise: Während der VfL vor den Augen des neuen Trainers einer nicht ganz unbekannten Lethargie verfiel, versuchten sich die am Ende aufmüpfigen Bremer sogar noch an einem Auswärtssieg, der nicht unverdient gewesen wäre.

          „Arbeit, Fußball, Leidenschaft“

          Die große Hektik, die den Trainerwechsel in Wolfsburg umgeben hat, lässt einen interessanten Blick hinter die Kulissen zu. Die Entscheider des Vereins mit Sportdirektor Olaf Rebbe im Zentrum des Geschehens haben verblüffend schnell gehandelt, weil sie mit Jonker keine Perspektive für eine Weiterentwicklung gesehen haben. Schmidt bedauert das Scheitern seines Vorgängers, hält sich mit viel Wehmut aber nicht lang auf. Offen und ehrlich hat er verraten, wie er schnell seine Taktiktafel in den eigenen Wagen gepackt habe und dann von der Schweiz aus Richtung Wolfsburg aufgebrochen sei. Nach stundenlangen Telefonaten sei innerhalb kürzester Zeit eine Einigung darüber erzielt worden, dass Schmidt das VfL-Motto „Arbeit, Fußball, Leidenschaft“ auch ganz wunderbar findet. Das Dumme bleibt nur: Seine neue Mannschaft konnte nicht wirklich belegen, welchen Anteil sie an einem besseren und erfolgreichen Miteinander übernehmen will.

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