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1:0 in Mönchengladbach : Lookman trifft zum Leipziger Sieg

  • -Aktualisiert am

Erstes Spiel, erstes Tor und gleich die Entscheidung: Matchwinner Ademola Lookman (rechts). Bild: dpa

Der Neuzugang wird gegen Mönchengladbach in der zweiten Hälfte eingewechselt und ist prompt zur Stelle. Mit seinem ersten Treffer im RB-Trikot wird er zum Matchwinner einer abwechslungsreichen Partie.

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          Ein neuer Angreifer von RB Leipzig hat zu einem Zeitpunkt, da niemand mehr damit rechnete, Schluss mit der allseitigen Enthaltsamkeit im Borussia-Park gemacht. Der Engländer Ademola Lookman, erst zehn Minuten zuvor eingewechselt, erwies sich am Samstagabend als einziger treffsicherer Spieler des Abends und fügte mit seinem Flachschuss (89. Minute) der Gladbacher Borussia eine bittere Niederlage kurz vor Toresschluss zu. Die Sachsen, nicht eben erfolgsverwöhnt in den vergangenen Wochen, rückten damit in der Tabelle auf Platz drei vor, während die Gladbacher auf Rang sieben blieben. Den Erfolg verdiente sich die Mannschaft von Trainer Ralph Hasenhüttl mit ihrer über die gesamte Spielzeit besseren Spielanlage.

          Bundesliga

          „Es ist schön hier zu gewinnen, Gladbach ist eine super Mannschaft“, sagte RB-Mittelfeldspieler Kevin Kampl bei Sky. „Es war wichtig, mal wieder drei Punkte zu holen.“ Schließlich wolle man „oben dran bleiben. Unser großes Ziel ist die Champions League.“

          Die Borussia musste in diesem Spitzenspiel auf eine Fülle verletzter Spieler verzichten. Gleich neun Profis aus dem Aufgebot von Trainer Dieter Hecking standen am Samstagabend nicht zur Verfügung – so viele wie noch nie in dieser Saison. Darunter waren wertvolle Stammkräfte wie Torhüter Sommer, der treffsicherste Angreifer Raffael oder der zuverlässige Außenverteidiger Wendt. „Wir müssen improvisieren“, sagte Hecking ohne laut zu klagen, „aber das ist ja nichts Neues, das tun wir schon die ganze Saison.“

          Immerhin stand Reece Oxford wieder im Aufgebot, der junge Engländer, den zuletzt sein Londoner Premier-League-Stammverein West Ham United angefordert hatte und nun aufs Neue bis zum Saisonende ausgeliehen wurde. Oxford nahm zunächst auf der Bank Platz wie auf der anderen Seite Ademolo Lookman. Ein Stürmer, den der FC Everton den Leipzigern für den Rest dieser Spielzeit überließ. Einen adäquaten Verteidiger als Ersatz für den wegen eines Kreuzbandrisses für den Rest der Saison schmerzlich vermissten Linksverteidiger Halstenberg fanden die Sachsen indes nicht mehr in der Wintertransferperiode.

          Dass die innerbetriebliche Nervosität zuletzt größer geworden ist, machte auch ein Auftritt von Sportdirektor Ralf Rangnick am Freitag deutlich. Er beschwerte sich öffentlich über ein zuletzt nicht immer vortreffliches Scouting bei RB und die mäßige Qualität des eigenen U19-Aufgebots und kündigte an, Verbesserungen auf beiden Feldern künftig zur Chefsache zu machen. Kritische Worte, die er wohl auch an sich selbst gerichtet hatte. RB jedenfalls, das von den vorangegangenen acht Pflichtspielen nur eines gewonnen hatte, stand im Borussia-Park ebenso unter Siegzwang wie die Gladbacher, um nicht weiter an Boden zu verlieren im Kampf um die Champions-League-Plätze für die kommende Saison.

          Dem erst 2009 gegründeten Klub begegnen die Gladbacher Ultras in allen bisherigen Begegnungen mit einem neunzehnminütigen Schweigeboykott in Anlehnung an das Borussen-Gründerjahr 1900. Andere Fans des Traditionsvereins übertönten diesmal die schon ziemlich verbraucht anmutende Demonstration gegen RB mit umso mehr Begeisterung. Das Spiel selbst bot dazu in den ersten 45 Minuten wenig Anlass. Verheißungsvolle Momente für die Borussen waren vor der Pause Mangelware. Die Mannschaft verteidigte vor allem das eigene Tor gegen die dynamischer spielenden Leipziger, die in Keita und Kampl zwei jederzeit mobile Antreiber hatte. Doch auch Rasenballsport litt unter Chancenarmut.

          Das erste Tor im ersten Spiel für RB Leipzig: Neuzugang Ademola Lookman (rechts). Bilderstrecke

          Etwas aufregender ging es erst nach dem Wechsel zu, als zuerst Herrmann und Stindl zwei kapitale Gelegenheiten für die Gladbacher vergaben (51.) und dann Keita frei vor Torhüter Sippel den Ball über das Tor hob (74.). Der Vertreter von Sommer war ein starker Rückhalt der etwas schwächeren Mannschaft, als er wenig später Sabitzers Freistoß parierte (79.). Gegen den Treffer des eingewechselten Debütanten Lookman war der Pfälzer machtlos an einem Abend des Missvergnügens für die Borussia.

          „Genau das habe ich mir von ihm erhofft“, sagte Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl zu den Impulsen von Lookman nach der Einwechslung. „Er hat seine Qualitäten im Eins gegen Eins und das hat er heute auch direkt gezeigt.“ Hasenhüttls Kollege Hecking war angefressen: „So ein Spiel musst du dann unentschieden spielen“, sagte der Gladbacher Trainer. „Deswegen bin ich jetzt auch sauer.“

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