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1:0 in Mainz : Boateng zahlt an Schalke zurück

Ein Blick, ein Tor: Boateng trifft für Schalke Bild: dpa

Dieser Transfer hat sich gelohnt. Im zweiten Spiel für Schalke schießt Kevin-Prince Boateng das goldene Tor. Durch den 1:0-Sieg in Mainz klettern die Königsblauen in der Tabelle nach oben.

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          Zwölf Millionen Euro sind eine Stange Geld, auch im professionellen Fußball. Trotzdem gab es rund um den FC Schalke 04 relativ wenige Zweifel daran, dass die große Last-Minute-Investition gut angelegt war. Kevin-Prince Boateng erschien vielen als der (Charakter-) Kopf, der einer veranlagten aber zugleich etwas schwachbrüstigen Mannschaft Halt und Format würde geben können.

          Am Samstag hat er begonnen zurückzuzahlen. Beim 1:0 in Mainz gelang dem Deutsch-Ghanaer der Treffer des Tages – zugleich sein erstes Tor für Königsblau im zweiten Spiel. Zwar hatte längst nicht alles Hand und Fuß, was der 26 Jahre alte Boateng, der vom AC Mailand gekommen war, veranstaltete. Der Eindruck jedoch, dass er der richtige Mann am richtigen Platz sein könnte, verdichtete sich.

          Zwei Siege in zwei Spielen mit Boateng (und dem anderen Neuen, Dennis Aogo) stehen zu Buche. Das mag noch eine dünne Basis für eine Zwischenbilanz sein, und in Mainz kamen die Schalker gegen Ende gehörig ins Schwimmen. Ihren eigenen Ansprüchen aber kommen sie mit Boateng allemal ein gutes Stück näher als vorher ohne ihn. Dem Champions-League-Spiel gegen Bukarest am Mittwoch (20.45 Uhr / Live im Champions-League-Ticker bei FAZ.NET) können sie so mit Vorfreude entgegenblicken.

          Ehe der Ball rollte, verabschiedete man sich in Mainz mit großer Geste von Wolfgang Frank. Der frühere Trainer und Vordenker des FSV war in der vergangenen Woche im Alter von 62 Jahren gestorben. Zu seinen Ehren zeigte sich der Fanblock der 05er zunächst ganz in schwarz und zeigte das Konterfei des Verstorbenen. „Mainz bleibt Deins“, lautete die Botschaft dazu. Eine Schweigeminute und Trauerflor bei den Mainzer Spielern gehörten ebenfalls zum traurigen Anlass.

          Der Neuzugang vom AC Mailand ist schon Leistungsträger

          Das Spiel war allseits als hochattraktive Angelegenheit erwartet worden. Auf der einen Seite die Mainzer mit ihrem überraschend guten Saisonstart, auf der anderen die Schalker mit eher grauem Beginn und ihren dafür umso schillernderen Nachkäufen - das verhieß Unterhaltung auf gehobenem Niveau.

          Die erste Hälfte wurde dem allerdings nicht ganz gerecht. Zwar war beiden Teams schon anzusehen, dass sie zu den Klassenbesseren der Bundesliga gehören. Zugleich aber schien der gegenseitige Respekt so groß, dass sich noch keiner so richtig aus der Deckung wagen wollte. Taktische Verstrickungen taten ihr Übriges.

          Vom rechten Innenpfosten ins Tornetz

          Bei der Führung für die grün gewandeten Königsblauen waren die Mainzer so freundlich, ein wenig nachzuhelfen. Okazaki spielte auf der rechten Seite einen reichlich riskanten Rückpass in Richtung Baumgartlinger - und schon war Boateng zur Stelle. Zielstrebig zog er Richtung Tor, verzögerte den Schuss noch einmal und schloss dann aus knapp 20 Metern mit beachtlicher Präzision ab.

          Vom rechten Innenpfosten prallte der Ball ins Netz. Und Boateng machte sich sogleich in Richtung des eigenen Fanblocks auf, um das freudige Ereignis gebührend zu feiern. Keine Frage, der Schalker Anhang hat den neuen Mann schnell ins Herz geschlossen – dessen frühere Sympathiebekundungen für den Rivalen Dortmund hin oder her.

          Die Mainzer hingegen schmerzt die Niederlage

          Der Mainzer Trainer Thomas Tuchel hatte so etwas wohl befürchtet. Er hatte die Schalker während der Woche als dritte Kraft im Lande bezeichnet - auch dank der prominenten Zukäufe. Ganz so weit allerdings scheint es nach den Eindrücken vom Samstag noch nicht. Ein Gegner zum Fürchten waren die Gelsenkirchener trotz ihres grimmig daherkommenden neuen Anführers nicht.

          Boateng vermittelte zwar den Eindruck von Präsenz und Willensstärke, dennoch nahm er sich auch einige Pausen, und alles in allem waren die Mainzer vor allem gegen Ende dem Ausgleich näher als Schalke dem zweiten Treffer. Defensive Stabilität sieht anders aus. Und so war es gewiss keine Majestätsbeleidigung, dass Trainer Jens Keller in der 82. Minute Boatengs Arbeitstag beendete.

          FSV Mainz 05 - FC Schalke 04 0:1 (0:1)

          FSV Mainz 05: Heinz Müller - Pospech, Svensson, Noveski, Park - Baumgartlinger, Soto (76. Schahin) - Nicolai Müller, Moritz (76. Geis), Choupo-Moting - Okazaki (57. Polter)
          FC Schalke 04: Hildebrand - Uchida, Matip, Höwedes, Aogo - Neustädter, Höger (69. Jones) - Farfán (90.+1 Meyer), Boateng (82. Goretzka), Draxler - Szalai
          Schiedsrichter: Sippel (München)
          Zuschauer: 34.000 (ausverkauft)
          Tor: 0:1 Boateng (34.)
          Gelbe Karten: Svensson (2) / Matip (1), Meyer (1), Uchida (1)

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