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1:0 in Hoffenheim : Bayern arbeitet sich zum Sieg

  • -Aktualisiert am

Der Torero hat zugeschlagen: Mario Gomez schießt die Bayern zum Sieg in Sinsheim Bild: dpa

Bayern München strebt in der Fußball-Bundesliga unaufhaltsam der Meisterschaft entgegen. In Sinsheim siegt der Rekordmeister ohne Glanz mit 1:0. Gomez schießt das Siegtor.

          2 Min.

          Als hätte sie die Nasa auf eine Umlaufbahn gesetzt, streben die Münchner Bayern ihrer 23. deutschen Fußballmeisterschaft entgegen. Unbeirrbar, präzise, technisch ausgereift. Die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes hat in dieser Saison schon prickelndere Leistungen geboten als beim 1:0 über die TSG Hoffenheim. Aber den Dienst nach Vorschrift lieferten die Bayern in aller Zuverlässigkeit ab. Was auch einmal reichen muss in Anbetracht der Dauerbelastungen, die ein Fußball-Frühling in der Liga, Champions League und im DFB-Pokal mit sich bringt.

          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Mario Gomez war in der 38. Minute der Schütze des entscheidenden Tores. Dass der deutsche Nationalstürmer das 1:0 erzielte und nicht der kroatische Mario Mandzukic, zeigt schon, dass Trainer Heynckes die Begegnung mit Hoffenheim als Möglichkeit als Teil des Schonprogramms ansah. Auch Shaqiri und Boateng durften ihre Einsatzquote steigern, zudem ersetzte Ribery den leicht angeschlagenen Robben. Sogar Torwart Manuel Neuer durfte Pause machen, Ersatzmann Tom Starke vertrat ihn in dem Stadion, in dem er noch in der vergangenen Saison zu Hause war.

          Vier Tage nach der Pokalabrechnung mit Borussia Dortmund vermochten die Bayern nicht, eine ähnliche Aggressivität und Spannung aufzubauen. So gelang es dem Tabellensiebzehnten Hoffenheim, die Begegnung mit dem dominanten Team dieser Spielzeit eine gute halbe Stunde lang offen zu halten. Mit großem läuferischen und kämpferischen Einsatz störten die Kraichgauer die Kreise der Münchner. Der Mannschaft, die in den vergangenen Wochen unsicher und nervös gewirkt hatte, tat es offensichtlich gut, in diesem Spiel nichts zu verlieren zu haben.

          Bayern legten Schusselfehler ab

          In zwei Szenen der ersten Halbzeit schien Hoffenheim sogar etwas zu gewinnen zu haben. Bei dem Weitschuss von Williams wäre Starke im Münchner Tor überfordert gewesen, doch der Ball ging knapp vorbei. Kurz zuvor hatte de Camargo den Ball schon an Starke vorbei gelegt, doch Bayern-Verteidiger Dante war so aufmerksam, die Lage noch zu bereinigen. Die Münchner Gelegenheiten beschränkten sich zunächst auf eine paar halbherzige Versuche, richtiges Bedrohungspotential ging von den Angriffen nicht aus.

          Das änderte sich etwa nach einer halben Stunde Spielzeit. Die Bayern legten ihre Schusselfehler ab, mit denen Lahm, Boateng und auch Ribery den Hoffenheimern immer wieder Atempausen verschafft hatten. Die Schlinge zog sich langsam zu, der letzte Mann am Seil war Gomez. Davor hatte Boateng einen Hoffenheimer Konterversuch unterbunden und sogleich Ribery in Szene gesetzt. Dessen Kopfballvorlage verwertete Gomez zu seinem sechsten Saisontor. Bis zur Pause hatte Lahm die Chance, die Partie zu entscheiden, doch der Hoffenheimer Torwart Gomes wehrte dessen Schuss ab.

          Von Anfang an: Tom Starke ersetzte Manuel Neuer im Tor der Bayern
          Von Anfang an: Tom Starke ersetzte Manuel Neuer im Tor der Bayern : Bild: dpa

          Der Hoffenheimer Manager Andreas Müller war mit der Leistung seines Teams zufrieden, gab aber zu, den Favoriten dennoch nicht richtig in Bedrängnis gebracht zu haben. „Dazu müssen wir noch aggressiver nach vorne spielen.“ Seine Profis taten ihm in der zweiten Halbzeit den Gefallen. Große Torchancen vermochten sich die Hoffenheimer zwar nicht herauszuspielen, dazu blieb der letzte Pass zu unpräzise. Aber sie schafften es immerhin, die Bayern-Abwehr in einigen Momenten durcheinanderzurütteln. In der 67. Minute musste Starke schon prächtig reagieren, um den Ausgleich bei Schröcks Schuss zu verhindern. Und die Bayern?

          Schweinsteiger jagt den Ball an den Pfosten  

          Sie kamen trotz eines Durchhängers ihrem zweiten Tor näher als die Kraichgauer dem Ausgleich. Namentlich durch Bastian Schweinsteiger. Der Nationalspieler hatte erst vor wenigen Wochen das erste Freistoßtor seiner Karriere geschossen, in der Rhein-Neckar-Arena  bestätigte er seine neu gewonnene Torgefährlichkeit. In der 67. Minute setzte er einen Freistoß an den Pfosten, in der 75. Minute an den Pfosten. Die beiden Schreckmomente nahmen den Hoffenheimern etwas an Mut. In der Schlussphase jedenfalls waren sie nicht mehr in der Lage, den Bayern noch einmal gefährlich zu werden. Manager Müller wollte trotz der Niederlage das Positive sehen: „Aus diesem Spiel können wir eine Menge für die nächsten Wochen mitnehmen.“ Was auch schon dringend notwendig ist, um den Abstieg zu vermeiden. Zehn Spieltage vor Saisonende liegen Hoffenheimer fünf Punkte hinter dem Relegationsplatz 16 und elf Zähler hinter
          Rang 15.

          1899 Hoffenheim - Bayern München 0:1 (0:1)

          1899 Hoffenheim: Heurelho Gomes - Ochs, Abraham, Vestergaard, Johnson - Williams, Weis - Schröck (76. Derdiyok), Volland (70. Joselu), Usami (46. Roberto Firmino) - de Camargo
          Bayern München: Starke - Lahm, Boateng, Dante, Alaba - Javi Martínez, Schweinsteiger - Müller, Shaqiri (64. Luiz Gustavo), Ribéry - Gomez (75. Mandzukic)
          Schiedsrichter: Kinhöfer (Herne)
          Zuschauer: 30.150 (ausverkauft)
          Tor: 0:1 Gomez (38.)
          Gelbe Karten: Derdiyok (1), Schröck (3), Williams (8) / Boateng (3)

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