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1:0 in Hannover : Gladbacher Lebenszeichen

  • -Aktualisiert am

Mann gegen Mann: Hier setzt sich Hannovers Rausch gegen Jantschke durch Bild: dpa

Marco Reus belohnt das Anrennen der Borussia: Mönchengladbach schöpft wieder Mut im Abstiegskampf. Hannover verspielt die Chancen auf die direkte Qualifikation zur Champions League.

          Beste Chancen hatte er schon vergeben, ehe Marco Reus seiner Gladbacher Borussia in der 76. Minute den Sieg schenkte. Sein herrlicher Treffer lässt Mönchengladbach im Kampf um den Klassenverbleib weiter hoffen. 1:0 gewann die Borussia am Samstag bei Hannover 96 in einem Spiel, das lange brauchte, um auf Betriebstemperatur zu kommen, dann aber begeisterte. Letztlich verdiente sich Gladbach den Sieg, man spielte strukturierter, hatte mehr Chancen. In Hannover waren die Gesichter indes betrübt - vielleicht war diese Niederlage schon der entscheidende Rückschlag im Kampf um Platz drei.

          Pfiffe für den Champions-League-Aspiranten - kurz vor der Pause verliehen die Fans von Hannover 96 ihrer Unzufriedenheit Ausdruck. Gegen eine gute Gladbacher Mannschaft fehlten Hannover Ideen und Durchsetzungsvermögen, um in dieser ersten Halbzeit irgendetwas Brauchbares zustande zu bringen. Der Plan für das Spiel gegen den Abstiegskandidaten aus dem Westen war dabei so klar wie in allen Heimspielen zuletzt: nach der Balleroberung schnell umschalten, und dann in den von Trainer Mirko Slomka geforderten zehn Sekunden zum Torschuss kommen. So wollte Hannover zum Erfolg finden. Ein Pflichtsieg musste her, und schnell wurde deutlich, dass es ein Spiel der Nerven sein würde.

          Gladbach durchkreuzte den Plan des schnellen Spiels in die Spitze erst einmal. Offenbar beflügelt vom Heimsieg gegen Dortmund, waren die Borussen das bessere Team. Lucien Favres Mannschaft spielte schnell nach vorne, stand im Mittelfeld gut und kam weitgehend ohne Fouls aus. Das sah überhaupt nicht nach Abstiegskampf aus, eher nach Fußball der gehobenen Kategorie. Und hätte der wuselige Marco Reus in seinen beiden guten Szenen in der 29. und 34. Minute besser gezielt, Gladbach wäre schon vor dem Seitenwechsel verdient in Führung gegangen. Reus schoss aber zweimal in aussichtsreicher Position über das Tor. Am Gladbacher Spiel war eigentlich nur der Abschluss schwach.

          Der Torschütze springt am höchsten: Marco Reus nach seinem goldenen Treffer

          Nach Schusspech macht Reus den Unterschied

          Und Hannover? Irgendwie schien die Aussicht, im nächsten Jahr unter den Besten Europas in der Champions League zu spielen, die Mannschaft eher zu lähmen als zu beflügeln. Die sonst so treffsicheren Stürmer Abdellaoue und Ya Konan wurden von ihren Gegenspielern zugedeckt, bekamen aus dem Mittelfeld allerdings auch kaum einmal vernünftige Zuspiele. Vielleicht waren es auch die Erwartungen der Fans, die Hannover belasteten: ein hoher Sieg der „Roten“ war das, was die Anhänger vorhersagten. Die Stadt war an diesem sonnigen Tag in Feierlaune. Da war die erste Hälfte ein ziemlicher Dämpfer, das Ergebnis später erst recht.

          Nach der Pause nahm das Spiel vor ausverkauftem Haus erheblich an Fahrt zu. Dabei war es wieder der Gladbacher Reus, der im Mittelpunkt stand - nach Hankes klugem Querpass stand er frei vor dem Hannoveraner Tor, seinen Schuss wehrte Schlussmann Zieler aber ab (53.). Hannover machte endlich mehr Druck, Schlaudraff hatte das 1:0 auf dem Fuß - doch der Gladbacher Torwart Ter-Stegen riss die Fäuste hoch (55.). Beiden Teams schien nun bewusst zu sein, dass ein Punkt nichts bringen würde. Die Partie wogte hin und her, bei Gladbach war es immer wieder Reus, der für Gefahr sorgte, bei Hannover rutschten die beiden Stürmer drei-, viermal an scharfen Hereingaben vorbei. Die beste Chance des Spiels vergab in der 74. Minute dann der Gladbacher Idrissou - sein Kopfball klatschte an die Latte. Reus hatte vorher so viel Schusspech gehabt, dass man ihm einen solchen Treffer wie in der 76. Minute nicht zugetraut hätte. Letztlich wurde er für seinen vielen Versuche aber belohnt und schoss Gladbach zum Sieg.

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