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1:0 in Braunschweig : Freiburg gewinnt Kellerduell

  • -Aktualisiert am

Die Unruhe vor dem Sturz: Pilar tappt in Bellarabis Stolperfalle Bild: dpa

Braunschweig unterliegt Freiburg in einem tristen Spiel. Eintracht-Trainer Lieberknecht motzt und muss auf die Tribüne. Der SCF verschafft sich durch das Tor von Fernandes Luft.

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          Auch sein Platz in der Verbannung konnte den Ärger nicht vertreiben. Torsten Lieberknecht, dieser so impulsive Cheftrainer von Eintracht Braunschweig, mochte sich mit dem 0:1 seines Teams gegen den SC Freiburg und den Begleitumständen einfach nicht anfreunden. War der Ball kurz vor dem entscheidenden Tor des Tages, das Gelson Fernandes in der 52. Minute gelungen war, über die Seitenlinie gerollt?

          Lieberknecht fand ja – und war außer sich vor Wut. Schiedsrichter Wolfgang Stark meinte nein – und schickte den motzenden Lieberknecht auf die Tribüne. Von dort aus musste dieser mit ansehen, wie die Braunschweiger das Kellerduell der Fußball-Bundesliga verdient verloren. Sie hatten zu wenig Qualität zu bieten, um die Freiburger noch ins Wanken zu bringen.

          Es hatte ehrlich und wenig nach den üblichen Lobhudeleien des Gegners geklungen: Was Christian Streich als Trainer des SC Freiburg über die Braunschweiger in ihrer Rolle als Aufsteiger zu sagen hatte, war ein ziemliches dickes Lob.

          „Die Eintracht spielt klar, ist stabil und schaltet nach der Balleroberung sehr gut um“, sagte der Chefcoach vor der Partie. Der Respekt vor einer Mannschaft, der zum Saisonstart so gut wie niemand den Klassenverbleib zugetraut hat, war zuletzt von Spieltag zu Spieltag gewachsen.

          Gelson Fernandes feiert seinen Führungstreffer mit Admir Mehmedi
          Gelson Fernandes feiert seinen Führungstreffer mit Admir Mehmedi : Bild: dpa

          Auch im Heimspiel gegen Freiburg trauten sich die Braunschweiger wieder ein wenig mehr und waren in der ersten Halbzeit die dominierende Elf. Aber sie stießen eben auch an ihre Grenzen. Wann immer sich Angreifer Karim Bellarabi und Omar Elabdellaoui auf der rechten Seite in die Angriffe einschalteten, wurde es gefährlich. Nur Zählbares wollte ihnen dabei nicht gelingen.

          Das Duell des Vorletzten gegen den Drittletzten bleib ein gegenseitiges Bearbeiten und Beackern. Die 21.810 Zuschauer bekamen viele Zweikämpfe und taktische Fouls zu sehen, aber leider so gut wie gar keine Torchancen. Es durfte zumindest einmal geraunt werden, als Elabdellaoui in der 21. Minute einen Gewaltschuss auf das Freiburger Tor abgegeben hatte und SC-Torhüter Oliver Baumann angesichts der Schussgeschwindigkeit zu einer Faustabwehr zwang.

          Ab auf die Tribüne: Braunschweig-Trainer Torsten Lieberknecht hatte sich zuvor lautstark beschwert
          Ab auf die Tribüne: Braunschweig-Trainer Torsten Lieberknecht hatte sich zuvor lautstark beschwert : Bild: dpa

          Auf der Gegenseite durften die Freiburger für sich in Anspruch nehmen, nach einer scharf hereingetretenen Freistoßflanke von Christian Günther zur besten Gelegenheit der ersten Halbzeit gekommen zu sein. Sein Kollege Nicolas Höfler hatte den Ball noch leicht berührt und gegen die Unterkante der Latte gelenkt. Der Braunschweiger Torhüter Daniel Davari hatte das Glück des Tüchtigen auf seiner Seite, weil der Ball noch vor der Torlinie aufkam und wegbefördert werden konnte.

          Die Bundesliga lebt nicht nur den großen Spitzenspielen und ihren Gipfeltreffen. Im Kampf gegen den Abstieg gibt es auch viele leidenschaftlich geführte Vergleich. Aber es muss am besonderen Druck für beiden Seiten gelegen haben, dass die Profis aus Braunschweig und Freiburg wenig bis gar nichts zustande brachten. Vor allem Domi Kumbela als Angreifer der Eintracht und sein Pendant Mike Hanke im Freiburger Trikot verbrachten einen denkbar tristen Nachmittag. Sie waren als Spitzen ganz auf sich alleine gestellt und nahmen kaum am Spiel teil.

          Zu Fall gebracht: Freiburgs Admir Mehmedi landet unsanft
          Zu Fall gebracht: Freiburgs Admir Mehmedi landet unsanft : Bild: dpa

          Eintracht Braunschweig - SC Freiburg 0:1 (0:0)

          Eintracht Braunschweig: Davari - Elabdellaoui (85. Jackson), Bicakcic, Dogan, Perthel (83. Oehrl) - Kratz, Vrancic (72. Ademi), Theuerkauf - Bellarabi, Boland - Kumbela
          SC Freiburg: Baumann - Sorg, Ginter, Höhn, Günter - Höfler - Freis (88. Guédé), Fernandes, Mehmedi (81. Coquelin), Pilar (65. Kerk) - Hanke
          Schiedsrichter: Stark (Ergolding) 
          Zuschauer: 21.810
          Tor: 0:1 Fernandes (52.)
          Gelbe Karten: Bellarabi (3), Bicakcic (4), Boland (3) / Pilar (1)

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