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1:0 gegen Schalke : Stuttgarter Befreiung

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Verkleidung des Tages: Felix Magath mit ultradunkler Sonnenbrille wegen einer Bindehautentzündung Bild: dpa

Der VfB Stuttgart zittert sich gegen Schalke 04 trotz 75 Minuten in Überzahl zu einem 1:0-Erfolg. Höwedes sieht nach einem Handspiel Rot und sagt: „Mir fehlt jedes Verständnis“.

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          75 Minuten in Überzahl gespielt, um den Sieg gezittert und am Ende überglücklich: Der VfB Stuttgart hat im Kampf gegen den Abstieg aus der Fußball-Bundesliga durch den 1:0-Erfolg über den FC Schalke 04 nach einem Elfmetertor von Kuzmanovic (15. Minute) wertvollen Boden gutgemacht und fürs erste Tabellenplatz 15 erreicht. Durch ihren Erfolg beförderten die Schwaben auch den auf Rang zehn plazierten Pokalfinalisten in die Nähe der großen Abstiegszone. Die Schalker mussten schon nach 15 Minuten auf Innenverteidiger Höwedes verzichten, den Schiedsrichter Brych (München) wegen eines absichtlichen Handspiels im eigenen Strafraum die Rote Karte zeigte. „Mir fehlt jedes Verständnis“, sagte Höwedes.

          Seit dem 1:0-Sieg im DFB-Pokalhalbfinale bei den Bayern sieht so mancher Schalker seine Fußballwelt wieder durch die rosarote, pardon, frisch herausgeputzte königsblaue Brille. Nicht so Felix Magath. Der Trainer des Pokalfinalisten trägt seit ein paar Tagen Sonnenbrillen mit ultradunkeln Gläsern, um eine Bindehautentzündung möglichst bis zum Achtelfinalrückspiel in der Champions League gegen den FC Valencia los zu werden. Wie ein Nachfahre der legendären Blues Brothers erlebte er am Samstag das Wiedersehen mit seinem alten Arbeitsplatz Mercedes-Benz-Arena.

          Höwedes sah zum dritten Mal in dieser Spielzeit Rot

          Die Schwaben gingen als Vorletzter und damit unter einer erheblichen Belastung in dieses Duell. Die Stuttgarter hofften vor allem darauf, endlich einmal ein Gesetz dieser bisher so schweren Saison zu brechen: einem Sieg keinen zweiten im darauffolgenden Spiel folgen zu lassen. Auch die Schalker hatten nach gewonnenen DFB-Pokalspielen jeweils einen Rückschlag in der Liga hinzunehmen: bis zum Samstag vier und nun fünf Niederlagen nacheinander.

          Stuttgart hat wieder Hoffnung: 1:0 gegen Schalke

          Pleite Nummer fünf deutete sich nach 15 Minuten an. Es war die einzige Szene der ersten Hälfte, über die es sich danach zu diskutieren lohnte: der Schalker Innenverteidiger Benedikt Höwedes sah zum dritten Mal in dieser Spielzeit Rot, und der Stuttgarter Zdravko Kuzmanovic suchte wenige Momente später nach drei Stuttgarter Fehlschüssen in vier Versuchen als fünfter VfB-Elfmeterschütze sein Glück - und fand es. Ohnmächtig mussten dazu alle Schalker mitansehen, wie Höwedes sie verlassen musste - weil er nach Ansicht von Schiedsrichter Brych und dessen Gespann, allerdings nach einem nicht geahndeten Foul von Pogrebnjak, einen Schuss von Hajnal im Fallen mit einer aktiven Armbewegung unerlaubterweise geblockt hatte.

          Antrag gegen die Doppelbestrafung

          Eine harte Entscheidung, die die Fernsehbilder just an einem Wochenende stützten, an dem der Deutsche Fußball-Bund bei den obersten Regelhütern des Internationalen Fußball-Verbandes den Antrag gestellt hatte, die Doppelbestrafung bei Strafraumvergehen, Elfmeter plus Platzverweis, abzuschaffen. Stuttgart jedenfalls war auf einen Schlag in einer kommoden Situation: Überzahl über 74 Minuten. Vor einer Woche war es noch genau andersherum gewesen, als Labbadias Profis trotz Unterzahl über 75 Minuten 2:0 bei Eintracht Frankfurt gewannen.

          Dass sie diesmal über dreiviertel der Spielzeit einen Mann mehr auf dem Platz hatten, war indes kaum zu merken. Schalke gestaltete diese ziemlich schwache Begegnung ausgeglichen. Die meiste Arbeit hatte Brych, der eine weitere Millimeterentscheidung treffen musste, als Neuer einen Schuss von Harnik im Nachfassen soeben noch vor Überschreiten der Torlinie zu fassen bekam (70.). Gegen Ende einer lange langweiligen Partie wurde es noch einmal aufregend. Zuerst, als Schmitz und Metzelder Pogrebnjak im Strafraum foulten, Brych aber nicht auf einen weiteren Strafstoß entschied (75.), danach als VfB-Torhüter Ulreich den Kopfball des eingewechselten Edu phantastisch parierte (86.). Am Ende konnte der VfB erstmals in dieser Bundesliga-Saison den zweiten Sieg nacheinander feiern.

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