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1:0 gegen Schalke : Gladbach trifft zur rechten Zeit

  • -Aktualisiert am

Der Gladbacher Mann für das späte Tor: Roberto Colautti traf spät gegen Schalke Bild: AP

Spät, aber nicht zu spät trafen die Gladbacher: Robert Colautti erzielte den Siegtreffer gegen Schalke in der 90. Minute. Der Sieg verhilft der Borussia zum Sprung auf Platz 15 - gerade rechtzeitig vor dem Abstiegsduell in Cottbus.

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          Vor dem Spiel versammelte sich eine Abordnung von Anhängern des FC Liverpool vor der Nordkurve, um die Fans von Borussia Mönchengladbach ein wenig aufzumuntern. Die freundschaftliche Solidaritätsadresse aus der Premier League half den Gladbacher Profis spät, aber gerade noch rechtzeitig auf die Sprünge. Beim 1:0 über den FC Schalke 04 gelang Roberto Colautti in der neunzigsten Minute der Treffer, der drei Tage vor dem Abstiegsduell in Cottbus die Gladbacher Fußball-Lebensgeister wieder geweckt hat. Dank des Sieges rückten die Rheinländer auf Rang fünfzehn vor. „Nun können wir mit dem nötigen Selbstvertrauen in die restlichen Spiele gehen. Die erste Halbzeit ging nach Punkten klar an Schalke. Das war ein bisschen enttäuschend. In der zweiten Halbzeit haben wir engagierter gespielt“, sagte der Gladbacher Trainer Hans Meyer.

          Die Borussen hatten sich lange Zeit nur mühsam, fast zaghaft nach vorn getastet, ohne Schwung und ohne Mut. Keine Spur von englischem Flair im ausverkauften Stadion im Borussia-Park! Eine Gruppe Gladbacher Anhänger rief sogar „Aufwachen, aufwachen!“ Es dauerte 22 Minuten, bis die Borussen erstmals Zutritt zum gegnerischen Strafraum verschafften. Und prompt kam es zur aufregendsten Szene der ersten Hälfte. Im (Über-)Eifer des Gefechts drückte Rafinha den Gladbacher Mittelfeldspieler Alexander Baumjohann zu Boden, und Schiedsrichter Peter Sippel erkannte auf Elfmeter.

          Psychische Last

          So bot sich den Borussen unverhofft die große Chance, in die Spur zu kommen. Doch dem jungen Nationalspieler Marko Marin versagten die Nerven. Torhüter Manuel Neuer parierte den schwachen wie unplazierten Schuss. Auch im Anschluss gaben die Gladbacher nicht gerade das Bild einer Mannschaft ab, die sich entschlossen gegen den Abstieg stemmt. Auf der Gegenseite zeigten auch die spielerisch besseren, wenn auch nicht guten Schalker nicht die Tatkraft, die von einer Elf zu erwarten wäre, die davon überzeugt ist, noch einen Platz im Europapokal ergattern zu können.

          Turbulenzen an der Seitenlinie: Die Kollegen belagern Torschütze Colautti

          Nur ausnahmsweise stellten sie die Gladbacher Abwehr so bloß wie in der Anfangsphase, als der nicht immer souveräne Torwart Logan Bailly gerade noch rechtzeitig an den Ball kam, um Kuranyi am Kopfball zu hindern. Viel mehr hatten auch die Königsblauen vor der Pause nicht zu bieten. Zu Beginn des zweiten Durchgangs versuchten die Borussen sich ein wenig mehr Druck zu erzeugen, aber sie hatten offenkundig zu schwer zu tragen an der psychischen Last, die ihre Angriffe oftmals lahmlegte.

          Schalke fehlt der letzte Biss

          Die vermeintlichen Kreativkräfte blieben wirkungslos. Marin rannte sich immer wieder fest und lag häufig am Boden - Bilder mit Symbolcharakter, wie es schien. Der enttäuschende Baumjohann musste nach einer Stunde dem altgedienten Stürmer Oliver Neuville weichen. Schalke kam einem Treffer allmählich näher, so etwa als Kuranyi sich einen Fehler Baillys zu Nutze machte, Verteidiger Dante den Ball aber vor der Linie wegköpfen konnte.

          Aber den Schalkern fehlte der letzte Biss, um gegen eine immer nervöser werdende Heimelf zuzuschnappen. In der hektischen Schlussphase griff Gladbach, mit dem Mute der Verzweiflung, beherzter an - und wurde belohnt. Als es fast schon zu spät war, nutzte Colautti einen Pass von Neuville zum Tor des Tages und erzeugte doch noch englische Fußballatmosphäre im Borussia-Park.

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