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1:0 gegen Rostock : Ein Tor hebt die Eintracht in ungewohnte Höhen

Symbolisch: Frankfurt obenauf, Rostock am Boden Bild: ddp

Drei Spiele, sieben Punkte: Viel besser hätte die Saison für Eintracht Frankfurt nicht beginnen können. Gegen Rostock gewann das Team von Friedhelm Funkel mit 1:0. Den goldenen Treffer erzielte Meier schon in der dritten Spielminute.

          2 Min.

          „Da werden die Bayern jetzt aber Angst bekommen“, sagte Eintracht-Präsident Peter Fischer. „Bei diesen Verfolgern!“ Bayern München Erster, Arminia Bielefeld Zweiter, VfL Bochum Dritter, Eintracht Frankfurt Vierter. Fischer schmunzelte angesichts dieser verqueren Bundesliga-Rangliste nach dem dritten Spieltag, an dem sich die Frankfurter Eintracht mit einem am Ende mühevollen 1:0-Sieg gegen Aufsteiger Hansa Rostock und nunmehr sieben Punkten in ungewohnte Höhen aufschwang.

          Michael Eder

          Sportredakteur.

          Das entscheidende Tor gelang dem stark spielenden Alexander Meier bereits in der dritten Minute. Die 44.400 Zuschauer in der Frankfurter Arena, die wie immer den vollen Eintrittspreis bezahlt hatten, bekamen dafür eine sehenswerte halbe Stunde Fußball zu sehen; der Rest, vor allem die zweite Halbzeit, war eine Enttäuschung; dem Frankfurter Spiel entwich die Luft, die schwachen Rostocker kamen in die Partie, und am Ende konnten die anfangs haushoch überlegenen Hessen froh sein, die Führung über die Zeit gerettet zu haben.

          Chancen durch Köhler, Meier und Amanatidis

          Der Frankfurter Leistungsabfall nach der Pause war so eklatant, dass die allgemein angebotenen Erklärungen von Spielern und Trainer ziemlich dünn klangen. „Die große Hitze“ hörte man, und „das hohe Anfangstempo“, das viel Kraft gekostet habe, aber es erstaunte schon, dass offenbar kaum ein Frankfurter Bundesligaspieler in der Lage ist, bei sommerlichen Temperaturen neunzig Minuten Sport auf professionellem konditionellen Niveau zu treiben. Torhüter Markus Pröll, der bei einem abgefälschten Schuss von Addy-Waku in der 66. Minute den Frankfurter Sieg rettete, sah dennoch einen großen Fortschritt im Vergleich zur vergangenen Saison. „In der letzten Runde“, sagte er, „haben wir oft schön gespielt und am Ende noch ein Tor bekommen und Punkte verloren. Da hieß es: Wir sind zu blöd.“ Und jetzt? „Jetzt bieten wir keine Leckerbissen mehr, aber jetzt sind wir effektiv.“ Und dagegen ist ja nichts einzuwenden.

          Frankfurt freut sich, Rostock ist deprimiert

          Freilich war der Unterschied zwischen den forschen ersten dreißig Minuten und der zweiten Halbzeit derart eklatant, dass die Frage nach der Fitness der Mannschaft nicht zu überhören war. Trainer Friedhelm Funkel gab zu Protokoll, dass sein Team zum Start „ganz bewusst ein sehr hohes Tempo gegangen“ sei, dann aber mehrere gute Chancen durch Benjamin Köhler, der in der 23. Minute nur den Pfosten traf, Meier und Ioannis Amanatidis nicht genutzt und damit die zeitige Entscheidung verpasst habe.

          „Wir wussten, das kann Folgen für die zweite Halbzeit haben“, sagte Funkel. „Uns hat dann in der einen oder anderen Szene die Kraft gefehlt.“ Verteidiger Marco Russ wollte die hohen Temperaturen nicht als Entschuldigung anführen, fand aber, „dass wir in der ersten halben Stunde vielleicht zu viel Gas gegeben haben“. Angreifer Amanatidis empfand dies bei seinem ersten Einsatz nach überstandenem Muskelfaserriss ähnlich. „Wenn man anfangs ein so hohes Tempo geht wie wir, dann vergeudet man Kraft, die einem später fehlt.“

          Sicherheit in der Abwehr

          Im Unterschied zur vergangenen Saison blieb dies aber, wie schon beim 1:0 zu Beginn der Runde gegen Hertha BSC Berlin, ohne Spätfolgen. Woran das lag, worin der Unterschied zur letzten Saison liegen könnte, erklärte der Eintracht-Vorstandschef mit asiatisch anmutender Freundlichkeit einer japanischen Reporterin mit den Worten: „Ich bin sehr zufrieden mit Junichi Inamoto. Er ist ein wichtiger stabilisierender Faktor in unserem Mittelfeld geworden.“

          So sah das auch Pröll aus der Sicht des Torhüters. „Fakt ist, dass wir hinten sicherer stehen. Wir gewinnen den Ball viel öfter schon vor der Abwehr.“ Ohne Puste reichte diese Qualität der Eintracht immerhin, um die zweite Halbzeit gegen einen Gegner zu überstehen, der ordentliches Zweitliganiveau präsentierte und in der ersten Halbzeit den lauf- und kombinationsfreudigen Hessen eine ganze Klasse unterlegen war. Das Tor, das Pröll bewachte, war in dieser Phase das unnötigste Requisit im Stadion, die Rostocker kamen ihm kein einziges Mal gefährlich nahe.

          Dass es am Ende eng wurde selbst gegen diesen schwachen Gegner - die Eintracht konnte es verschmerzen. Ein Blick auf die Tabelle brachte das gute Gefühl zurück. Drei Spiele, sieben Punkte, vierter Tabellenplatz - da kann man nicht meckern. „Unterm Strich haben wir gegen Rostock 1:0 gewonnen“, stellte Amanatidis fest. „Damit können wir zufrieden sein.“

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