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1:0 gegen Nürnberg : Schalke mit Geduld auf Platz zwei

  • -Aktualisiert am

Grauer Sieg für Königsblau: Erst Farfans spätes Tor hilft Schalke Bild: dapd

Zum Abschluss einer denkwürdigen Woche mit Siegen in Dortmund und bei Arsenal quält sich Schalke zu einem mageren 1:0 gegen Nürnberg. Farfans später Treffer beschert Königsblau vorerst Platz zwei.

          Vor dem Anpfiff würdigten die Fans des FC Schalke 04 mit einem Transparent noch einmal die Leistung, die ihre Lieblingsmannschaft eine Woche zuvor in Dortmund gezeigt hatte: „Alles in Butter: Derbysieger“. Der Auswärtssieg gegen den FC Arsenal in der Champions League steigerte die Lust auf den Fußball in Gelsenkirchen zusätzlich.

          Auf dem Rasen der ausverkauften Arena interpretierten die Schalker die Rückkehr in den Alltag allerdings nicht auf lustvolle Art, sondern legten einen Auftritt der graueren Art hin. Dank Jefferson Farfans Treffer aus der 77. Minute erreichten die Königsblauen gegen eine harmlose Nürnberger Elf ein 1:0, das in die Kategorie Arbeitssieg fiel.

          Spätestens beim Blick auf die Tabelle der Fußball-Bundesliga war für die Schalke-Fans jedoch wieder „alles in Butter“. Die Gelsenkirchener rückten, zumindest für eine Nacht, auf den zweiten Platz vor und verkürzten den Rückstand auf Spitzenreiter Bayern München, der an diesem Sonntag gegen Leverkusen (17.30 Uhr / Live im Bundesliga-Ticker bei FAZ.NET) antritt, auf vier Punkte. „Wir wollten oben dran bleiben“, sagte Torhüter Lars Unnerstall. „Wir wollten unbedingt auch gegen einen nicht so prominenten Gegner gewinnen.“

          Das Eintauchen in die Erdatmosphäre des Bundesliga-Alltags begann für Schalke mit einem Schreckschuss der Nürnberger. Hiroshi Kiyotake zwang Lars Unnerstall schon nach zwanzig Sekunden zum Eingreifen. Doch der Torwart wehrte den Ball im Fluge ab. Die Franken nahmen diesen frühen, forschen Vorstoß nicht zum Anlass, so weiterzumachen.

          Nürnberg und Cohen gewinnen wieder nicht und rutschen weiter ab

          Nach und nach überließen sie dem Gegner das Feld. Den Schalkern fiel es schwer, auf den Wettkampfmodus umzuschalten – das überraschte nicht nach den anstrengenden Fußballfestivitäten in Dortmund und London, zumal Trainer Huub Stevens seine Startelf im Vergleich nur auf einer Position verändert hatte: Jermaine Jones, zuletzt zweimal eingewechselt, rückte anstelle von Marco Höger wieder auf seinen Stammplatz im defensiven Mittelfeld.

          Die Schalker ließen zwar den Willen erkennen, nach vorn zu spielen, ihrem Bemühen mangelte es aber an Energie, Präzision und Esprit. In der ersten Hälfte hatte der Nürnberger Torwart Patrick Rakovsky, der den verletzten Paphael Schäfer vertrat, nur zwei heikle Situationen zu überstehen: Ein Kopfball von Jones und ein Schuss von Afellay erzeugten zumindest den Anschein von Gefahr. Mit ein wenig mehr Mut hätten die Nürnberger Schalke durchaus in Bedrängnis bringen können. Als Angreifer machten sie sich aber erst kurz vor der Pause wieder bemerkbar.

          Bilderstrecke

          Auch nach dem Seitenwechsel versuchte Schalke, die Richtung zu bestimmen, aber die Angriffe blieben meist im Stadium des Versuchs stecken. Strafraumszenen waren selten, der Unterhaltungswert niedrig. Das änderte sich auch nach der Hereinnahme der Mittelfeldspieler Draxler (für Holtby) und Barnetta (für Afellay) nicht grundlegend. Aber zwei Tugenden zeichneten den Favoriten, bei allen Mängeln, auch an diesem Tag aus: Fleiß und Geduld.

          In der Schlussphase strichen die Schalker dann doch noch den Lohn für ihre Willensleistung ein. Farfan legte sich im Strafraum für seine Mannschaft nicht nur krumm und verwertete eine Flanke von Christian Fuchs zum Siegtreffer. In der Nachspielzeit bot sich Huntelaar und Draxler die Chance, den Vorsprung auszubauen. Aber am Ende einer für Schalke denkwürdigen Woche wäre das des Guten etwas zu viel gewesen.

          Schalke und Nürnberg schenkten sich nichts - am Ende gewann Königsblau knapp

          FC Schalke 04 - 1. FC Nürnberg 1:0 (0:0)

          FC Schalke 04: Unnerstall - Uchida, Höwedes, Matip, Fuchs - Jones, Neustädter - Farfán (81. Höger), Holtby (58. Draxler), Afellay (69. Barnetta) - Huntelaar
          1. FC Nürnberg: Rakovsky - Chandler, Nilsson, Klose, Pinola - Frantz (23. Feulner), Balitsch (69. Cohen), Simons, Gebhart (80. Esswein) - Kiyotake, Pekhart
          Schiedsrichter: Kircher (Rottenburg)
          Zuschauer: 61.673 (ausverkauft)
          Tor: 1:0 Farfán (77.)
          Gelbe Karten: - / Gebhart (2), Pekhart (2), Pinola (5)

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