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1:0 gegen Nürnberg : Leverkusen bleibt Vizekusen

  • -Aktualisiert am

Was habe ich da nur gemacht? Kießling trifft gegen seine alten Kollegen aus Abseitsposition zum Sieg Bild: dpa

Ausgerechnet ein früherer Nürnberger besiegelt die Niederlage für den „Club“ in Leverkusen. Stefan Kießling trifft aus Abseitsposition zum 1:0-Erfolg. Bayer beendet seine überaus erfolgreiche Woche auf Platz zwei.

          Auch schmucklose Siege gehören zum Repertoire der Bundesliga-Spitzenklubs. Bayer Leverkusen, seit Mittwoch Tabellenzweiter und damit tabellarisch so etwas wie der erste Verfolger hinter dem weit enteilten Rekordmeister Bayern München, begnügte sich am Samstagnachmittag mit einer mäßigen Darbietung beim 1:0-Erfolg über den Tabellenvierzehnten 1. FC Nürnberg.

          Nur Stefan Kießling, mit nun neun Toren einer der besten Stürmer der Liga, hellte mit seinem (Abseits-)Treffer zum 1:0 (37. Minute) die gedämpfte Fußballatmosphäre ein wenig auf. Er sorgte dafür, dass die Werkself auch ihr drittes Spiel der „englischen Woche“ gewann und damit zum sechsten Mal in den vergangenen sieben Bundesliga-Begegnungen als Gewinner vom Platz ging.

          Der Arbeitssieg riss zwar niemand vom Hocker, doch interessierte das diesmal niemand so recht. Dass Bayer auch für Erlebnisfußball steht, hatte die Mannschaft ja drei Tage zuvor beim 4:1-Triumph in Bremen bewiesen. Wenn man einmal oben steht, kommt oft das Glück noch hinzu. Dass die Rheinländer bei Halbzeit 1:0 durch das neunte Saisontor des früheren „Club“-Stürmers Stefan Kießling führten (37.), hatte auch mit einer Wahrnehmungsschwäche des Schiedsrichtergespanns zu tun.

          Der Schütze, vor seinem achten Treffer gegen seinen früheren Verein glänzend freigespielt vom umtriebigen Schürrle, stand nämlich im Augenblick seines Flachschusses ins linke Toreck erkennbar im Abseits. Die Unparteiischen aber ließen das Tor gelten und belohnten damit den Tabellenzweiten, der schon davor Glück gehabt hatte.

          Schon wieder am Boden: Nach dem Sieg über Hoffenheim verliert Nürnberg in Leverkusen wieder

          Dass Gebhart nach feinem Doppelpass mit dem Japaner Kiyotake frei vor Torhüter Leno sein großes Ziel verfehlte (28.), war ein Anlass zum Aufatmen für die Werkself; dass Polter zwei Minuten später einen Kopfball gegen die Latte setzte, ein weiterer. Der Tabellenzweite kam mit dem Nürnberger Spiel über weite Strecken nicht zurecht.

          „Club“-Coach Dieter Hecking hatte seinem Team ein sehr flexibles 4-4-2-System gegen die auf Konter angelegte 4-3-3-Formation der Leverkusener verordnet und dabei die richtige Mischung zwischen konzentrierter Defensive und überfallartigen Gegenattacken gefunden. Bayer musste stets auf der Hut sein, keine Freiräume zwischen Abwehr und Angriff zu öffnen und hatte damit erkennbar Probleme.

          Bilderstrecke

          Was nach der Pause folgte, erwärmte die 29.000 Zuschauer in der BayArena nur ausnahmsweise. Am Ende einer kräftezehrenden „englischen Woche“ fehlte diesem Spiel mehr als nur eine Spur an Tempo und Temperament. Nun verlegte sich die Mannschaft des Trainerduos Lewandowski/Hyypiä mehr und mehr darauf, das 1:0 zu verteidigen und auf einen groben Patzer beim Gegner zu hoffen. Die Franken dagegen verstärkten ihren Offensivdrang, ohne dabei wirklich gefährlich zu wirken.

          Zwei weitere Gelegenheiten zum Ausgleich vertaten Frantz und Polter (51.). Auf der anderen Seite raffte sich Bayer wenigstens noch zu einem ansehnlichen Endspurt auf, bei dem Friedrich mit einem Kopfball (82.) und Kießling mit einem wuchtigen Schuss (87.) am starken Torhüter Schäfer scheiterten; Rolfes’ Schuss prallte vom Pfosten (85.) zurück. Am Gesamteindruck änderte sich dadurch wenig: Es war kein anschaulicher Fußballnachmittag in Leverkusen. Schließlich aber zählte für den Sieger nur das Ergebnis - und das zumindest konnte sich sehen lassen.

          Die Leverkusener Fans blieben nicht nur stumm, zu Beginn ließen sie den Block sogar leer

          Bayer Leverkusen - 1. FC Nürnberg 1:0 (1:0)

          Bayer Leverkusen: Leno - Carvajal, Wollscheid, Toprak (72. Friedrich), Hosogai - Bender, Reinartz, Rolfes - Castro (88. Renato Augusto), Schürrle (63. Hegeler) - Kießling
          1. FC Nürnberg: Schäfer - Chandler, Nilsson, Klose, Pinola - Balitsch (62. Mak), Simons - Kiyotake, Frantz (77. Esswein), Gebhart - Polter (62. Pekhart)
          Schiedsrichter: Schmidt (Stuttgart)
          Zuschauer: 29.325
          Tor: 1:0 Kießling (37.)
          Gelbe Karten: Hosogai (1), Rolfes (3) / Pekhart (3), Pinola (7)

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