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1:0 gegen Leverkusen : Ein Österreicher reicht den Mainzern

Torschütze des Tages: Andreas Ivanschitz verwandelt einen Elfmeter für Mainz Bild: dpa

Sechs Italiener hatte der Mainzer Trainer Tuchel gefordert, um die Abwehr zu stabilisieren, ein Österreicher reicht Mainz 05 letztlich zum Sieg. Ivanschitz verwandelt einen umstrittenen Strafstoß. Kießling vergibt selbst beste Chancen.

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          Der Mainzer Trainer Thomas Tuchel hatte vor dem Spiel seines Teams gegen Bayer Leverkusen bedauert, dass Mainz 05 „mindestens sechs Italiener“ fehlten, um auch einmal mit einer defensiven Herangehensweise ein  Spiel gewinnen zu können. Gegen die spielerisch überlegene Werkself reichte es  jedoch auch ohne Hilfe abgezockter „Catenaccio“-Experten zu einem 1:0-Sieg. Das  Tor des Tages erzielte Andreas Ivanschitz per Strafstoß  (61. Minute).

          Daniel Meuren
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Schiedsrichter Florian Meyer hatte ein Handspiel des einst in  Rheinhessen ausgebildeten Innenverteidigers Manuel Friedrich als elfmeterwürdig  bewertet. Die Mainzer werden die harte Entscheidung als ausgleichende  Ungerechtigkeit empfinden, nachdem Tuchel zuletzt häufige Benachteiligung durch die Schiedsrichter moniert hatte.

          Dank des glücklichen Siegs geht eine sechswöchige Fastenzeit des nun wieder in die Europapokalränge vorgerückten Karnevalsvereins ohne Erfolgserlebnis zu Ende. Die Leverkusener müssen sich hingegen ärgern, dass sie trotz eines deutlichen spielerischen Übergewichts vor 30.000 Zuschauern nichts Zählbares zuwege brachten und somit den Sprung auf den bei Bayer „Vizekusen“ gar nicht so ungeliebten zweiten Platz verpassten.

          Vor allem Stefan Kießling versäumte dabei die Gelegenheit, Joachim Löw wenige Tage vor der Nominierung des DFB-Kaders für die anstehenden EM-Qualifikationsspiel doch noch von seinen Qualitäten zu überzeugen. Der Bundestrainer, der das Spiel gemeinsam mit Nationalmannschafts-Scout Urs Siegenthaler verfolgte, sah einen oftmals unglücklich agierenden und bei zwei großen Torchancen allzu verschwenderischen Mittelstürmer, der somit auch seine Spitzenposition in der Torjägerliste der  Bundesliga verlor. Vor allem in der 25. Minute hätte Kießling  die Führung erzielen müssen, als er nach einem Fehler von Nikolce Noveski allein auf Christian Wetklo zulief, aber kläglich am Mainzer Torwart scheiterte.

          Kann sich nicht durchsetzen: Kießling (r) ist kaum zu sehen angesichts der Wucht von Bell (Mitte), auch Kadlec kommt nicht ran
          Kann sich nicht durchsetzen: Kießling (r) ist kaum zu sehen angesichts der Wucht von Bell (Mitte), auch Kadlec kommt nicht ran : Bild: REUTERS

          Die Rheinhessen hatten zwar durch Adam Szalais Distanzschuss an die Latte des gegnerischen Tores ebenfalls eine große Chance (12. Minute), sie agierten  ansonsten aber ungewohnt zurückhaltend.

          Die Passivität erklärte sich auch aufgrund eines personellen Defensivnotstands. Kurz vor dem Spiel fiel auch noch Linksverteidiger Marco Caligiuri aus - der aufgrund seines italienischen Vaters tatsächlich ein wenig von der geforderten Mentalität eingebracht hätte.

          FSV Mainz 05 - Bayer Leverkusen 1:0 (0:0)

          FSV Mainz 05: Wetklo - Bell, Svensson, Noveski, Pospech - Baumgartlinger, Soto - Nicolai Müller (90.+2 Ede), Zimling, Ivanschitz (70. Risse) - Szalai (89. Choupo-Moting)
          Bayer Leverkusen: Leno - Carvajal, Friedrich, Schwaab, Kadlec (79. Milik) - Bender, Reinartz (78. Sam), Rolfes (65. Hegeler) - Castro, Kießling, Schürrle
          Schiedsrichter: Meyer (Burgdorf)
          Zuschauer: 30.124
          Tor: 1:0 Ivanschitz (61./Handelfmeter)
          Gelbe Karten: Bell (1), Noveski (6), Szalai (6) / Friedrich (1), Reinartz (8)

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