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1:0 gegen Leverkusen : Braunschweiger Ekstase

  • -Aktualisiert am

Mit Beistand von oben: Domi Kumbela bejubelt seinen Siegtreffer Bild: dpa

Eintracht Braunschweig schafft die Sensation des Bundesliga-Spieltags. Gegen Champions-League-Teilnehmer Bayer Leverkusen schießt Domi Kumbela die Niedersachsen zum frenetisch gefeierten Heimsieg.

          2 Min.

          Aus einem verunglückten Schuss, den Norman Theuerkauf auf den Weg gebracht hatte, war die entscheidende Torvorlage geworden. Und Kollege Domi Kumbela nutzte die allgemeine Verwirrung in der 81. Minute, um Eintracht Braunschweig zum ersten Heimsieg seit dem Aufstieg in die Fußball-Bundesliga zu schießen. Das 1:0 gegen Bayer Leverkusen war hart erarbeitet und frenetisch umjubelt. Vor 22.720 Zuschauern belohnte sich die Eintracht für eine gute Leistung, mit der die Rheinländer nicht dienen konnten. Drei Tage vor der weiten Reise zur Champions-League-Partie bei Schachtar Donezk fehlte es dem Tabellendritten am nötigen Elan und Spielwitz. Die erhoffte Schlussoffensive, für die unter anderem Torjäger Stefan Kießling in der 63. Minute eingewechselt worden war, blieb ein harmloses Unterfangen.

          Aktiv an der Seitenlinie: Braunschweig-Trainer Torsten Lieberknecht

          Mit dem Spagat zwischen Bundesliga-Alltag und den besonderen Herausforderungen in der Champions League kennt sich Bayer Leverkusen eigentlich bestens aus. Dass Trainer Sami Hyypiä bei seiner Personalrotation, um die hohe Belastung gleichmäßig zu verteilen, am elften Spieltag aber gleich eine ganze Sturmreihe ausgetauscht hatte, war dann doch verblüffend. Sowohl Kießling als auch Heung-Min Son und Sidney Sam saßen beim Anpfiff der Partie in Braunschweig nur auf der Bank und wurden geschont. Ihre Vertreter hatten jedoch nur mäßigen Erfolg bei dem Versuch, sich in den Vordergrund zu spielen. Die Leverkusener Schwäche war neben kollektiven Nachlässigkeiten vor allem die Offensive. Eren Derdiyok, Jens Hegeler und Robbie Kruse konnten sich kaum in Szene setzen – was nur bedingt an der starken Leistung der gegnerischen Abwehr lag.

          Der Favorit kombinierte und mühte sich, der Außenseiter kämpfte und konterte: Das Leverkusener Gastspiel beim Tabellenletzten war eines dieser typischen Duelle, bei der die vermeintlich bessere Mannschaft einfach nur schlecht aussehen kann. Bis zum Halbzeitpfiff waren kaum hochkarätige Torchancen zu verzeichnen. Immerhin musste Eintracht-Schlussmann Daniel Davari bei Schüssen von Simon Rolfes und Kruse sein ganzes Können aufbieten und wurde dafür mit einer Extraportion Beifall belohnt. Wenn es um die Frage geht, ob Eintracht Braunschweig auf seinem minimalistischen Weg durch die erste Liga wirklich das Ziel Klassenverbleib erreichen kann, verweisen Kritiker meistens sofort auf die Torwartposition der Niedersachsen. Aber Davari, angesichts der Verletzung von Marjan Petkovic derzeit Stammtorhüter des Aufsteigers, zeigte gegen Leverkusen eine fehlerfreie Leistung.

          Augen zu und durch: Leverkusens Jens Hegeler köpft, Omar Elabdellaoui kommt zu spät

          Die Braunschweiger ließen sich am Ende zu Recht feiern. Der Braunschweiger Orhan Ademi hatte kurz vor dem Abpfiff sogar noch die Chance auf das 2:0. Der Leverkusener Nationalspieler Lars Bender, zur zweiten Halbzeit erst eingewechselt, rundete mit seiner Gelb-Roten Karte wegen wiederholten Foulspiels Sekunden vor dem Abpfiff das Bayer-Dilemma ab.

          Eintracht Braunschweig - Bayer Leverkusen 1:0 (0:0)

          Eintracht Braunschweig: Davari - Elabdellaoui, Bicakcic, Dogan, Reichel - Kratz, Vrancic, Theuerkauf - Bellarabi, Boland (90.+2 Kruppke) - Kumbela (86. Ademi)
          Bayer Leverkusen: Leno - Hilbert, Wollscheid, Toprak, Boenisch - Can (46. Bender), Rolfes, Castro - Hegeler, Derdiyok (63. Kießling), Kruse (63. Sam)
          Schiedsrichter: Sippel (München) -
          Zuschauer: 22.720
          Tor: 1:0 Kumbela (81.)
          Gelbe Karten: Dogan (1), Reichel (2) / Castro (2), Sam (2)
          Gelb-Rote Karten: - / Bender (90.+3/wiederholtes Foulspiel)

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