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1:0 gegen Hertha : Endlich Eintrachts erster Erfolg

Eintracht gegen Hertha: Nur wenige Szenen muteten so ästhetisch an wie dieser Zweikampf zwischen Rode (l.) und Ramos Bild: dpa

Im neunten Anlauf gelingt der Frankfurter Eintracht ihr erster Heimsieg in dieser Bundesliga-Saison. Die Hessen gewinnen dank Meiers Tor gegen Hertha BSC Berlin.

          Der Rückrundenstart ist geglückt. Mehr noch: Die Frankfurter  Eintracht hat es endlich geschafft, ein Heimspiel zu gewinnen. Für die  Mannschaft von Trainer Armin Veh ist die Partie am Samstagabend gegen Hertha  BSC Berlin der neunte Versuch gewesen, in dieser Bundesligasaison ihren Anhang vollends zufrieden zu stellen. Geglückt ist es mit dem 1:0. Schütze des einzigen Tores vor 41.600 Zuschauern war Alexander Meier.

          Für den 31 Jahre alten  Frankfurter Führungsspieler war der Volltreffer in der 36. Minute das vierte Saisontor im neunten Spiel. Dank des knappen Erfolgs nach einem insgesamt zähen Spiel ist die Eintracht mit achtzehn Punkten Tabellenvierzehnter. Dort wird sie zumindest bis zu diesem Sonntagabend bleiben, an dem der Hamburger SV gegen den  FC Schalke 04 spielen muss und mit einem Sieg noch an den Hessen vorbeiziehen  könnte.

          Der Moment des Spiels: Alexander Meier (r) trifft gegen Berlins Torwart Thomas Kraft zum 1:0

          „Psychologisch war dieser Sieg enorm wichtig“, sagte Veh. Der sieht  sich darin bestätigt, seine Mannschaft vor allem im Wintertrainingslager von  Abu Dhabi besser für den Kampf um den Klassenverbleib aufgestellt zu haben.

          Der Druck, unbedingt siegen zu müssen, hatte schon vor dem Anpfiff  zugenommen. Denn die Eintracht konnte am Nachmittag zuschauen, was die Konkurrenten im Kampf gegen den Abstieg machten. Sie siegten, was den Frankfurtern nicht gefallen haben dürfte. Nürnberg 4:0 gegen Hoffenheim, Freiburg 3:2 gegen Leverkusen: „Die Ergebnisse sind nicht so toll für uns“,  sagte Heribert Bruchhagen.

          Das Spiel begann zäh und verlief schleppend

          Der Vorstandschef der Eintracht sah Vehs Mannschaft  danach mehr denn je in der Pflicht. Doch sowohl Bruchhagen als auch die mit der Eintracht sympathisierenden Zuschauer mussten am kalten Samstagabend eine gehörige Portion Geduld aufbringen. Das Spiel begann zäh - und es setzte sich von Minute zu Minute ähnlich schleppend fort. Torszenen blieben zunächst Mangelware. Ein Fehlpass reihte  sich an den anderen, Pfiffe hallten durch die Arena.

          In der 15. Minute waren es  die Berliner, die erstmals gefährlich vor dem Tor von Kevin Trapp auftauchten,  doch der Linksschuss von Sami Allagui strich am linken Pfosten vorbei.Sollte es der Eintracht auch im neunten Versuch nicht gelingen, in dieser Saison ein  Heimspiel zu gewinnen?

          Nur auf Meier war Verlass

          Die Verunsicherung war der Mannschaft anzusehen, und es war geradezu eine Frechheit, was Takashi Inui zeigte. Nichts, gar nichts. Der Japaner wirkte wie ein Fremdkörper und nahm am Spiel der Kollegen überhaupt nicht teil. Auch auf der anderen Außenbahn herrschte relativer Stillstand, weil auch Sebastian Aigner nicht ins Rollen kam.

          Seltener Moment in dieser Saison: Eintracht-Spieler lassen sich zu Hause feiern

          Dafür aber konnte sich Veh ein weiteres Mal auf seinen wohl wichtigsten Spieler verlassen: Alexander Meier. Für den in der  Hinserie längere Zeit verletzten Mittelfeldstürmer war es erst das neunte Saisonspiel - und er würzte es mit Treffer Nummer vier. Sein Schuss zum 1:0 in der 36. Minute, als er gedankenschnell eine Konfusion zweier Berliner zu nutzen wusste, war eine einzige Befreiung.

          Mit Glück und Geschick

          Es konnte also doch noch etwas mit dem ersten Heimsieg werden - dem insgesamt 400. in der Bundesliga-Historie der Eintracht. Es stimmte schon: Ein Zufall war es nicht, dass Hertha BSC als  Tabellensechster nach Frankfurt gekommen war. Die Aufsteiger-Mannschaft von Trainer Jos Luhukay präsentierte sich auch im ersten Rückrundenspiel als  kompakte, unangenehm zu spielende Mannschaft.

          Die Berliner bestätigten damit nur, was Uwe Anweiler in der Winterpause aus eigener Anschauung erfahren  hatte. Der im vergangenen Sommer als zusätzlicher Scout eingestellte Anweiler hatte die Hertha während ihres Trainingslagers in Belek eine Woche lang inspiziert. Mit schnell vorgetragenen Kontern hätte man dem Hauptstadtklub vielleicht beikommen können. Doch Inui, der auch noch nach dem Seitenwechsel mitspielen durfte, vertändelte den Ball (52.). Drei Minuten später war aber endlich Schluss. Der Japaner wurde gegen Stephan Schröck  ausgewechselt. Großartig besser freilich wurde es danach auch nicht. Doch das war letztlich egal, denn der Eintracht ging es vor allem darum, das knappe 1:0  über die Zeit zu bringen. Ein Plan, der mit Glück und Geschick aufging.

          Ob sich  die Trendwende freilich ausweitet und auch in der nächsten Prüfung zu einem Sieg führt, ist fraglicher denn je. Am kommenden Sonntag geht es nach München. Dort sollte man von der Eintracht nicht zu viel erwarten: Der FC  Bayern ist saisonübergreifend seit 42 Spielen ungeschlagen.

          Eintracht Frankfurt - Hertha BSC 1:0 (1:0)

          Eintracht Frankfurt: Trapp - Jung, Zambrano, Russ, Djakpa - Schwegler, Rode - Aigner (74. Joselu), Meier, Inui (56. Schröck) - Rosenthal (85. Madlung)
          Hertha BSC: Kraft - Pekarik, Lustenberger, Langkamp, van den Bergh - Hosogai (73. Kobiaschwili), Niemeyer - Allagui, Skjelbred (78. Wagner), Schulz (56. Ronny) - Ramos
          Schiedsrichter: Drees (Münster-Sarmsheim)
          Zuschauer: 41 600
          Tor: 1:0 Meier (36.)
          Gelbe Karten: Schwegler (4), Zambrano (9) / Ramos (3), Ronny (3), Skjelbred (3)

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