https://www.faz.net/-gtm-6ybsh

1:0 gegen Hertha BSC : Köln trennt sich von Sportdirektor Finke

  • -Aktualisiert am

Volker Finke Bild: dpa

Zunächst gab es wilde Farbenspiele in Köln, dann eine Entlassung: Beim 1:0-Sieg des FC über Hertha BSC gibt es drei Platzverweise. Auch Podolski muss früher als gewollt vom Rasen. Danach ist für Sportdirektor Finke in Köln Schluss.

          2 Min.

          Erst sprachen alle über ein aufregendes und hektisches Bundesligaspiel mit drei Platzverweisen und vielen Turbulenzen. Ein paar Stunden nach dem 1:0-Sieg des 1. FC Köln gegen Hertha BSC Berlin war dies alles nicht mehr der Rede wert. Da teilten die Rheinländer völlig überraschend mit, dass sie sich mit sofortiger Wirkung von Sportdirektor Volker Finke getrennt haben.

          Als Grund nannte der Verein in einer Erklärung vom Samstagabend „unterschiedliche Auffassungen über die Weichenstellungen im Fußball-Bereich des Klubs“. Die Trennung erfolge einvernehmlich und mit sofortiger Wirkung. Der Klub kündigte für Sonntagvormittag eine Pressekonferenz an. Dort wolle Werner Wolf, der Vorsitzende des Verwaltungsrats, die „näheren Beweggründe für diese Entscheidung“ erläutern, teilte der Club mit.

          Zuletzt hatte es immer wieder Berichte über atmosphärische Störungen zwischen Trainer Ståle Solbakken und Finke gegeben. Volker Finke hatte vor der Partie noch gesagt, er sei „kein Notfallkoffer“. Der Sportdirektor wollte damit klarstellen, dass er nicht die Absicht habe, sich in prekärer Lage wieder als Trainer auf die Bank zu setzen. Nun hat er gar nichts mehr zu sagen.

          Lukas Podolski und Schiedsrichter Guido Winkmann werden keine besten Freunde mehr

          Mit dem Sieg im Abstiegsduell gegen Berlin haben die Kölner Fußballprofis immerhin dafür gesorgt, dass ihr Klub nicht zu einem akuten sportlichen Notfall wird. Der erste Heimsieg nach drei Monaten gelang in einer umkämpften Partie. Der FC gewann zwar drei Punkte, verlor aber auch zwei Spieler. Zunächst bestrafte Schiedsrichter Guido Winkmann aus Kerken den wenige Minuten zuvor erst eingewechselten Mittelfeldspieler Mato Jajalo für ein Foul an Lewan Kobiaschwili hart und zeigte ihm die Rote Karte (66. Minute).

          Platzverweis Nummer eins: Der Kölner Mato Jajalo (links, verdeckt) muss den Rasen verlassen

          Zehn Minuten später wurde Kobiaschwili vom Opfer zum Täter. Der Georgier erhielt zunächst die Gelbe Karte für ein Foul und nach dem Tumult, der sich anschloss, Gelb-Rot. Als Folge dieses Gerangels musste auch FC-Ikone Lukas Podolski wegen einer vermeintlichen Tätlichkeit gegen Kobiaschwili den Rasen verlassen. Ihm hielt der Schiedsrichter die Rote Karte vor.

          Platzverweis Nummer zwei: Der Berliner Lewan Kobiaschwili (Nummer 3) muss gehen

          Trotz Unterzahl gelang es den Kölnern, ihren Vorsprung zu verteidigen, den Christian Clemens in der 36. Minute herausgeschossen hatte. Als Erster hatte Flügelspieler Peszko im Berliner Strafraum Gefahr herauf beschworen. Durch einen Doppelpass von Podolski und Milivoje Novakovic in Szene gesetzt, verfehlte er knapp das Ziel. Auch nach dem Seitenwechsel zeigten die Kölner Tatkraft, ließen gute Chancen aber ungenutzt. Dann kam Jajalo für Lanig ins Spiel - und musste nach einem Tritt gegen Kobiaschwili mit gestrecktem Bein alsbald wieder gehen.

          Platzverweis Nummer drei: Lukas Podolski (Nummer 10) sieht ebenfalls Rot

          Längst war es nicht mehr nur in den Strafräumen turbulent. Wenig später sah auch Kobiaschwili sich gezwungen, seinen Dienst am Ball zu beenden. Zunächst für ein Foul verwarnt, führte er in einem Gerangel Diskussionen mit Kölner Gegenspielern, unter denen auch Podolski war. Das Ergebnis: Gelb-Rot für Kobiaschwili und Rot für den Kölner.

          Podolski geht seinem Trainer Stale Solbakken an den Kragen - zu Demonstrationszwecken

          „Ich bin ganz ruhig geblieben, habe mich vom Gegenspieler weggerissen“, sagte Podolski: „Ich habe den Schiri gefragt, wieso ich die Rote Karte bekommen habe. Er meinte, ich hätte einen Hertha-Spieler am Hals gewürgt.“ Statt zehn gegen elf hieß es nun neun gegen zehn, dennoch brachte Köln das 1:0 über die Zeit. „Heute war alles dabei, was ein Fußballspiel mitzubringen hat“, sagte der Berliner Lell, „leider mit dem unglücklichen Ende für uns.“ Und mit einem unglücklichen Ende für den Kölner Sportdirektor Volker Finke.

          Bilderstrecke

          1. FC Köln - Hertha BSC 1:0 (1:0)

          1. FC Köln: Rensing - Brecko, Sereno, Geromel, Eichner - Lanig (58. Jajalo), Riether - Clemens, Podolski, Peszko (82. Roshi) - Novakovic (68. McKenna)
          Hertha BSC: Kraft - Lell (80. Niemeyer), Hubnik, Janker, Bastians - Perdedaj, Kobiaschwili - Torun (46. Ben-Hatira), Raffael, Rukavytsya - Lasogga (46. Ramos)
          Schiedsrichter: Winkmann (Kerken)
          Zuschauer: 48.000
          Tor: 1:0 Clemens (36.) Gelbe Karten: Peszko (6), Riether (6) / Hubnik (3), Lell (6), Torun (2)
          Gelb-Rote Karten: - / Kobiaschwili (76./Unsportlichkeit)
          Rote Karten: Jajalo (67./grobes Foulspiel), Podolski (76./Tätlichkeit) / -

          Weitere Themen

          Rhein-Derby vor leeren Rängen Video-Seite öffnen

          Düsseldorf gegen Köln : Rhein-Derby vor leeren Rängen

          Am Wochenende trifft Fortuna Düsseldorf auf den 1. FC Köln. Doch auch das Rhein-Derby muss in dieser Saison ohne die Fans stattfinden. Doch auch als Geisterspiel sei das Aufeinandertreffen der beiden Vereine etwas Besonderes, wie beide Trainer beteuerten.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.