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1:0 gegen Hertha : Bayern schließt zum BVB auf

Die Bayern mal wieder obenauf: Javi Martinez (r) und Joshua Kimmich klatschen ab Bild: dpa

In einem umkämpften Duell reicht den Bayern ein Tor, umvorerst mit den Dortmundern gleichzuziehen. Berlin geht nicht nur leer aus, sondern muss auch vorerst auf Rekik verzichten.

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          Er wirkte seit längerem wie ein Auslaufmodell, doch in dieser Woche hat der unverwüstliche Javi Martinez sich zum x-ten Mal in seinen bald sieben Jahren in München als das große Stehaufmännchen des FC Bayern erwiesen. Am Dienstag hatte der Spanier, der inmitten der Filigrantechniker im Mittelfeld des deutschen Meisters manchmal wie ein Fremdkörper wirkt, den Bayern mit seiner Zweikampfstärke beim 0:0 in Liverpool eine gute Basis für das Achtelfinalrückspiel in der Champions League beschert.

          Bundesliga
          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          Und am Samstag entschied er für sein uninspiriertes Ensemble das Spiel gegen Hertha BSC mit seiner anderen großen Stärke, einem Kopfball zum 1:0-Siegtreffer in der 62. Minute. Mit dem glücklichen Erfolg, begünstigt durch einen Torwartfehler von Rune Jarstein, haben die Bayern binnen gut zwei Monaten einen Neunpunkterückstand auf Borussia Dortmund aufgeholt, zumindest bis zu diesem Sonntag, wenn die Dortmunder wieder auf drei Punkte wegziehen können.

          Die Bayern, die sich Mitte der Woche für ihre bisher beste Defensivleistung der Saison in der Champions League gefeiert hatten, schienen am Samstag über weite Strecken noch im 0:0-Modus von Liverpool festzustecken. Das Umschalten von zäher Defensive zu kreativer Dominanz, wie sie gegen ein tiefstehendes, kompakt verteidigendes Team wie Berlin nötig war, gelang so gut wie nie. Bis zur ersten nennenswerten Torgelegenheit dauerte es eine Viertelstunde, als Joshua Kimmich aus 16 Metern aus halbrechter Position flach am langen Eck vorbeischoss – es blieb die einzige bis zur Pause.

          Wenn sich einmal eine seltene Gelegenheit ergab, Tempo aufzunehmen, kam meist sofort ein schlampiges Zuspiel daher, so wie in der 17. Minute, als der schwache Franck Ribéry von links auf Robert Lewandowski in den Rücken der Berliner Abwehr passen konnte, aber ins Nirgendwo zielte. Der Spielaufbau der Bayern blieb oft Stückwerk, reihenweise landeten Bälle im Aus, im Niemandsland oder gleich beim Gegner, vor allem durch den fahrigen James.

          Die Berliner ihrerseits zeigten wenig Neigung, dem Spiel durch offensives Risiko einen Hauch von Unterhaltungswert zu geben. Immerhin gelangen ihnen bis zur Pause zwei flüssige Kombinationen, also zwei mehr als den Bayern. Die eine führte zu einem Abseitstor von Davy Selke (11. Minute), die zweite kam einem regulären Treffer nahe, als Salomon Kalou nach Doppelpass mit Grujic den Ball aus spitzem Winkel vorbei an Torwart Manuel Neuer brachte, aber Jerome Boateng knapp vor der Linie klären konnte (28.).

          Mit Thiago für Leon Goretzka kam nach Wiederanpfiff etwas mehr Zug ins Bayern-Spiel. Doch die aufmerksame Hertha-Abwehr zeigte sich druckresistent. Nach Flanke von James klärte Mittelstädt im Fünfmeterraum vor Kimmich (47.), ebenso wie zwei Minuten später Niklas Stark vor Lewandowski.

          Nach 55 Minuten fehlten den Berlinern ihrerseits nur Zentimeter zum Führungstreffer, als Selke, rechts freigespielt, Neuer überwand, aber Kimmich den Ball in letzter Not gegen die eigene Laufrichtung gekonnt zur Ecke lenken konnte. Gleich neben dem linken Pfosten hoppelte der Ball ins Toraus.

          Die vertane Chance für die Hertha rächte sich. Bei der neunten Ecke der Bayern verschätzte sich der in dieser Saison sonst konstant verlässliche Torwart Jarstein, verließ seine Linie, ohne in die Nähe des Balles zu kommen, so hatte Martinez mit seinem Kopfball leichtes Spiel. Die Bayern verlegten sich danach wieder auf die Liverpool-Taktik, um das Ergebnis ins Ziel zu bringen, wobei ihnen die Rote Karte für Hertha-Verteidiger Karim Rekik entgegenkam, eine harte Entscheidung nach einem Gerangel mit Lewandowski (84.). Trotz des Sieges nehmen die Sorgen für Trainer Niko Kovac nicht ab. Kingsley Coman, nach zwei schweren Sprunggelenksverletzungen im vergangenen Jahr zuletzt der formstärkste Offensivspieler der Bayern, verletzte sich nur neun Minuten nach seiner Einwechslung für Ribéry abermals.

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