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1:0 gegen Hamburg : Dortmund pirscht sich nach oben

  • -Aktualisiert am

Hinten anstellen: Bei Nelson Valdez (2.v.r.) stehen nach dem 1:0 die Gratulanten Schlange Bild: dpa

Borussia Dortmund hat am Samstagabend das Dutzend voll gemacht und sich nach dieser Serie unbesiegter Spiele in der Bundesliga auf Platz vier der Tabelle vorangekämpft. Durch den 1:0-Erfolg über den Hamburger SV verdrängten die Westfalen die Norddeutschen von dieser Position auf Rang fünf

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          Borussia Dortmund hat am Samstagabend das Dutzend voll gemacht und sich nach dieser Serie unbesiegter Spiele in der Fußball-Bundesliga auf Platz vier der Tabelle vorangekämpft. Durch den 1:0-Erfolg über den Hamburger SV verdrängten die Westfalen die Norddeutschen von dieser Position auf Rang fünf und verbesserten damit ihre Aussichten, in der kommenden Spielzeit wieder einmal international dabei sein zu können.

          Der BVB, nun schon acht Punkte vor dem für europäische Perspektiven wertlosen sechsten Rang, verdiente sich die drei Punkte nach einem Treffer von Valdez (36. Minute) mit einer über neunzig Minuten sehenswerten, passionierten Leistung. Während sie in Hamburg von neuem Glanz dank eines niederländischen Altstars träumen und sehnsüchtig auf die Vertragsunterschrift von Ruud van Nistelrooy warten, dachten sie in Dortmund vor allem an Revanche: Revanche für die 1:4-Niederlage im Hinspiel.

          Nach ein klein wenig Genugtuung sehnte sich der Anhang der Westfalen im mit 80.552 Zuschauern ausverkauften WM-Stadion dazu, da der HSV dem BVB am letzten Spieltag der vergangenen Saison in letzter Minute den zum Greifen nahen Platz in der Europa League weggeschnappt hatte. Beim HSV war Boateng nach Verbüßen einer Rotsperre wieder von Anfang an dabei; dagegen saß der von Knöchelproblemen genesene holländische Flügelflitzer Elia fürs erste auf der Bank.

          Sprunghaft: Petric kontrolliert den Ball, Hummels (l.) sieht zu

          Dortmunder Überlegenheit in der ersten Hälfte

          Er sah von dort aus eine in der ersten Hälfte überlegene, leidenschaftliche Dortmunder Elf, der die Norddeutschen wenig entgegenzusetzen hatten außer ein paar harmlos-gepflegten Ballstafetten. Das war auf dem westfälischen Winteracker aber zu wenig, um das Team von Trainer Jürgen Klopp einschüchtern zu können. Angetrieben von Nuri Sahin, dem mit 21 Jahren in der Borussen-Geschichte jüngsten aller Kapitäne, dominierte der BVB diese Partie mit seinem druckvollen Spiel und der Fähigkeit, blitzschnell von Abwehr auf Angriff umschalten zu können.

          Nachdem Barrios (2. Minute) und Bender (24.) ihre Chancen nicht nutzen konnten, fasste sich Nelson Valdez in der 36. Minute ein Herz, nachdem der Hamburger Aogo den Ball hatte verspringen lassen. Seinen Sechzehnmeterschuss mit rechts hoch ins linke Eck bekam HSV-Torhüter Rost nicht zu fassen. Die Hamburger gerieten nach dem Rückstand ziemlich durcheinander und konnten von Glück reden, dass Großkreutz einen ansehnlichen Dortmunder Konter über Barrios und Blaszczykowski nicht noch zum 2:0 vollendete (39.).

          Hummels spielt vorzüglich

          Die Partie blieb nach dem Wechsel vehement und auf einem hohen Niveau. Dazu trug nun auch der HSV tatkräftig bei, der seine Offensivkraft durch die Hereinnahme von Berg und Elia (59.) stärkte. Wenig später senkte sich ein Kopfball des früheren Borussen Petric aufs Dortmunder Tornetz (62.) - ein erstes Alarmzeichen für die Defensive der Schwarz-Gelben. Fünf Minuten später war Marc Ziegler, der gute Vertreter des verletzten BVB-Stammtorwarts Weidenfeller, erstmals richtig gefordert, als er Bergs Schuss aus kurzer Distanz parierte.

          Allmählich machte sich in den Reihen der Westfalen der hohe Kraftaufwand bemerkbar, den die Mannschaft in den ersten 45 Minuten betrieben hatte. Klopp reagierte darauf und wechselte in Santana einen weiteren Innenverteidiger ein (75.). Für den Brasilianer rückte der wieder einmal vorzügliche Hummels vor ins defensive Mittelfeld. Er wie seine Kollegen verteidigten ihr Hab und Gut bis zum Schlusspfiff voller Courage und mit einer Leidenschaft, die den Dortmundern entscheidend mitgeholfen hat, den Aufstieg bis in die Spitzengruppe der Bundesliga zu schaffen.

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