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1:0 gegen Gladbach : Münchner Minimalisten

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Tor des Tages: Arjen Robben sorgt für das einzige Highlight in einer mauen Partie Bild: REUTERS

Zwei schwache Mannschaften, zwei unterschiedliche Richtungen: Robbens Tor schießt Gladbach weiter Richtung Abstieg und den FC Bayern näher an die Champions League.

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          Die Fußball-Welt des FC Bayern München ist zwar noch immer nicht in Ordnung, und sie wird es in dieser titellosen Saison auch nicht mehr werden. Aber immerhin ist der Rekordmeister seinem Minimalziel, dem dritten Tabellenplatz, der zur Champions-League-Qualifikation berechtigt, am Samstag näher gekommen. Die Münchner gewannen gegen den Tabellenletzten Borussia Mönchengladbach dank des neunten Saisontreffers von Arjen Robben (75.) 1:0 und schoben sich an Hanover vorbei auf Rang drei. Zu ausgiebiger Freude gab aber es kaum Anlass, zu mäßig war die Vorstellung vor 69.000 Zuschauern in der heimischen Arena.

          Und auch die verbesserte Tabellensituation nahmen die Münchner ohne Genugtuung zur Kenntnis. „Es ist nicht interessant, jetzt Zweiter oder Dritter zu sein“, sagte Bayern Trainer Louis van Gaal. Aber es beruhigt vielleicht ein bisschen, sich nicht immer hinten anstellen zu müssen. „Wir haben nicht unser bestes Spiel gezeigt, aber es war es sehr wichtig, dass wir gewonnen haben“, resümmierte van Gaal. „Ich bin zufrieden, denn die Mannschaft hat in der zweiten Halbzeit um jeden Meter gekämpft. Robben und Ribéry haben wieder den Unterschied gemacht“.

          Die abermalige Umstellung der Bayern-Abwehr war dieses Mal nicht ganz freiwillig. Holger Badstuber rückte für den verletzten Daniel van Buyten in die Anfangself und bildete zusammen mit Luis Gustavo die Innenverteidigung. Zuerst aber setzte sich vor allem der Tabellenletzte vom Niederrhein in Szene. Gladbach trat in der Anfangsphase nicht auf wie eine Mannschaft, die nur sechs Bundesligaspiele in dieser Saison gewonnen hat, sondern spielte selbstbewusst nach vorn und wurde von den Münchnern beim Aufbau kaum gestört. Der FC Bayern fiel vor allem durch Ballverluste, schlampige Pässe und fehlendes Durchsetzungsvermögen in Zweikämpfen auf. Wieder einmal war Bastian Schweinsteiger im Mittelfeld ein Sicherheitsrisiko. Gladbach wusste mit der Münchner Aufbauhilfe aber nicht viel anzufangen. Marco Reus bemühte sich, wurde jedoch von dem dieses Mal sehr aufmerksamen Gustavo gut bewacht.

          Es dauerte zehn Minuten, ehe die Münchner zum ersten Mal im gegnerischen Strafraum auftauchten, da versuchte es Arjen Robben mit einem Drehschuss, der Ball flog allerdings weit über das Tor. Der Noch-Meister agierte uninspiriert und ideenlos. Franck Ribéry konnte sich kaum einmal gegen den engagierten Tony Jantschke auf der linken Seite durchsetzen, Mario Gomez lief immer wieder ins Abseits, und Robben fehlten die Anspielstationen.

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          Die zweite Halbzeit begann für die Münchner nicht besser. In der 54. Minute schaffte es Ribéry endlich einmal, sich auf seiner Seite durchzusetzen, sein strammer Schuss aus halblinks verpasste das Ziel nur knapp. Kurz darauf herrschte erstmals Konfusion in der Gladbacher Defensive, aber Robben traf den Ball nicht richtig, und Torhüter Logan Bailly konnte klären.

          Das Münchner Publikum honorierten selbst diese kleinen Chancen dankbar. Die Bayern-Fans nutzten die ereignislosen Phasen, um ihren Unmut gegen die finanzielle Nachbarschaftshilfe für den maroden Lokalrivalen TSV 1860 kund zu tun. „Wer den Blauen Millionen zuschiebt, hat unser Vertrauen nicht verdient“, stand auf einem riesigen Banner. Damit waren allerdings nicht Mannschaft und Trainer gemeint, sondern in erster Linie Präsident Uli Hoeneß. Dem nehmen die Fans auch übel, dass er angeblich weiter die Verpflichtung von Manuel Neuer anstrebt. „Neuer im Tor ist für uns wie Trainer Daum und Manager Lemke für Dich“, lautete ein weiteres Transparent.

          Nicht einmal die Meldungen aus Dortmund, wo Hannover in Rückstand lag, halfen den Bayern, ihr Phlegma abzulegen. Der Gladbacher Trainer Lucien Favre witterte die Chance für seine Mannschaft und brachte mit Karim Matmour und Mohamadou Idrissou zwei offensive Spieler, die auch gleich ein paar Minuten für Wirbel sorgten. Van Gaal brachte dagegen den defensiv orientierten Andreas Ottl für Toni Kroos.

          Als die Bayern die kritische Phase überstanden hatten, sorgte Robben für einen Energieschub. Er umspielte in der 77. Minute die Gladbacher Akteure im Mittelfeld wie Slalomstangen, passte zu Ribéry, und der Franzose legte wieder zurück auf Robben, der ungehindert aus zehn Metern schießen durfte und zum 1:0 für den FC Bayern traf. Der Widerstand des Gegners war gebrochen, die Münchner hatten nun viel Platz in der Offensive, gaben sich aber mit dem knappen Sieg in einem schwachen Spiel zufrieden.

          „Es war ein Arbeitssieg, denn wir haben einfach nicht gut gespielt“, sagte Robben und kündigte an: „Wir wollen versuchen, jetzt eine Serie zu starten und sieben Spiele in Folge zu gewinnen. Das war heute der erste Sieg.“ Bayern-Manager Christian Nerlinger indes hat den zweiten Platz so gut wie abgehakt. „Leverkusen amcht einen starken Eindruck. Es muss noch viel passieren, damit wir Platz zwei kriegen.“

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