https://www.faz.net/-gtm-y2yo

1:0 gegen Freiburg : Magath gewinnt neue Freunde

  • -Aktualisiert am

Siegtorschütze Farfan (r.) gratuliert noch nicht übers soziale Netzwerk Bild: dpa

Der Facebook-Offensive von Trainer Felix Magath folgt der nächste Streich im Kampf um die Fan-Sympathien: Nach dem 1:0-Sieg gegen Freiburg nähert sich Schalke der oberen Tabellenhälfte. Farfan erzielt das Tor des Tages.

          2 Min.

          Felix Magath ist schon ein paar Tage vor dem Spiel in die Offensive gegangen. Der Trainer und Manager des FC Schalke 04 wirbt neuerdings auf Facebook um die Gunst und das Verständnis der Fans. Offenbar eine Reaktion auf die Kritik, die große Organisationen aus der Anhängerschaft an seiner Transferpolitik und seinem Auftreten geübt hatten. Auch Clemens Tönnies, der Aufsichtsratsvorsitzende des Reviervereins, hatte Magath Versäumnisse im Umgang mit der Basis vorgeworfen. „Auf Schalke muss man die Fans mitnehmen. Da hat er einen großen Fehler gemacht.“ Diesen Fehler will der Trainer nun mittels Facebook-Account korrigieren. Kaum registriert („Da meld' ich mich jetzt doch mal an“) rief Magath zum gemeinsamen Kampf auf und beteuerte, er sei „gar nicht auf die Idee gekommen“, jemand könnte glauben, er sei gegen die Fans. „Spieler, Mannschaft, Fans und Verein - wir müssen zusammen gegen den Rest der Welt arbeiten und gegen den Rest der Welt ankommen“, sagt Magath in einer Videobotschaft.

          Am Samstagnachmittag wurde der Kampf um die Fan-Sympathien mit den konventionellen Mitteln des Bundesliga-Fußballs wieder aufgenommen. Beim 1:0 über den zuvor siebenmal nacheinander ungeschlagenen SC Freiburg lieferte Magaths Mannschaft in der Arena einige gute Argumente, so dass Magath sich nicht nur von einer Mehrheit auf Facebook in seiner Linie bestätigt fühlt, sondern zur Abwechslung auch wieder mal „auf“ Schalke. „Nach dem Sieg im Hinspiel gegen Freiburg haben wir unseren Rhythmus gefunden“, sagte Magath nach dem Spiel. „Bis zu den internationalen Plätzen ist es noch ein weiter Weg. Wenn wir aber eine Serie hinlegen, haben wir auch in der Bundesliga durchaus eine Chance, weiter nach oben zu kommen.“

          Den ersten Bundesliga-Heimsieg dieses Kalenderjahres verdanken die Königsblauen Jefferson Farfans Tor aus der 48. Minute. Die Mannschaft wird sich aber steigern müssen, wenn sie an diesem Dienstag in der Champions League bestehen will. Im Viertelfinalhinspiel beim FC Valencia geht es darum, eine gute Grundlage für den Einzug ins Halbfinale zu schaffen.

          Ist das nicht einer meiner Freunde aus Facebook? Felix Magath (r.) wirbt auch in Real um Erfolg

          Vor dem Anstoß hatte Magath einen kurzen Auftritt als Blumenkavalier. Der Manager überreichte Verteidiger Uchida einen großen bunten Strauß - als Anerkennung für den Gewinn der Asienmeisterschaft, die der Schalker Profi mit der japanischen Nationalmannschaft gewonnen hat. Danach gab es für längere Zeit nicht viel Buntes zu sehen auf dem Rasen. Die Heimelf suchte zwar den Weg nach vorn, fand aber kein Durchkommen gegen die diszipliniert verteidigenden Freiburger. 10:0 Ecken - mehr Zählbares brachten die Schalker im ersten Durchgang nicht zustande. Während die Westfalen sich wenigstens darum bemühten, auf Angriff zu spielen, zeigten die Freiburger kein Interesse an eigenen Offensivaktionen, sondern beschränkten sich darauf, ihren Strafraum abzusichern.

          Tempowechsel behagte den Freiburgern nicht

          Das gelang den Breisgauern nach dem Seitenwechsel nicht mehr so gut, weil Schalke das Tempo steigerte. Mit einer spanischen Eröffnung über Jurado und Raul setzten die Westfalen den Peruaner Farfan in Szene, der das von südländischer Spielkultur inspirierte Teamwork mit dem Führungstreffer vollendete. Schon drei Minuten später bot sich die Chance, den Vorsprung auszubauen. Doch Mario Gravranovic, in der Pause für Huntelaar eingewechselt, traf nur den Pfosten.

          Der Tempowechsel behagte den Freiburgern nicht; es fiel ihnen nun viel schwerer, die Schalker in Schach zu halten, bei denen vor allem Raul und Farfan besser zur Geltung kamen als in der ersten Hälfte. In der Abwehr mittlerweile anfällig, blieben die Freiburger sich jenseits der Mittellinie treu - und dem gegnerischen Tor zumeist fern. Raul und Gavranovic versäumten es, bei weiteren Chancen klare Verhältnisse in dieser einseitigen Partie zu schaffen. Auf der anderen Seite machten es die Freiburger den Schalkern mit ihrem passiven Widerstand leicht, das knappe Ergebnis zu behaupten und ihr Selbstvertrauen aufzufrischen. So lautet das Fazit dieser Schalke-Woche: Freiburg und Facebook machen Magath Mut.

          Weitere Themen

          Werder spät frustriert

          0:1 gegen SC Paderborn : Werder spät frustriert

          Rückschlag für Werder Bremen: Trotz einer überzeugenden zweiten Hälfte gelang gegen Paderborn kein Treffer. Der Aufsteiger hat spät Glück mit dem Videobeweis, jubelt – und verlässt den letzten Tabellenplatz.

          München in Not

          Frust beim Eishockey-Topklub : München in Not

          Eine solche Dominanz hat die DEL in ihren 25 Jahren noch nicht erlebt. Doch auch wenn der EHC weiter an der Spitze der deutschen Eishockey-Liga steht: Die alte Souveränität ist dahin. Das Problem der Münchener ist offensichtlich.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.