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1:0 beim VfL Osnabrück : Paderborn steigt in die zweite Bundesliga auf

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Mann der Relegation: Frank Löning schoss in Hin- und Rückspiel jeweils das einzige Tor Bild: dpa

Nach dem 1. FC Nürnberg setzte sich auch der klassentiefere SC Paderborn in der Relegation durch. Die Ostwestfalen gewannen auch in Osnabrück mit 1:0 und steigen in die zweite Bundesliga auf. Nach dem Spiel erhob VfL-Trainer Wollitz schwere Vorwürfe.

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          Ausgelassener Jubel bei Paderborn, Tränen bei Osnabrück: Der SC Paderborn hat am Montag dank des Treffers von Frank Löning (63.) die Rückkehr in die zweite Fußball-Bundesliga gefeiert und den gastgebenden VfL in die Drittklassigkeit gestoßen. Das Team aus Ostwestfalen gewann das Relegations-Rückspiel beim niedersächsischen Nachbarn vor 16.000 Zuschauern in der ausverkauften Osnatel-Arena 1:0 (0:0), nachdem es bereits das Hinspiel am Freitag mit 1:0 für sich entschieden hatte (siehe auch: 1:0 gegen Osnabrück: Paderborn hofft auf Zweitliga-Rückkehr).

          Osnabrücks beste Chance vergab Thomas Cichon, als er mit einem Foulelfmeter an Paderborns Torwart Kasper Jensen (47.) scheiterte. Die Paderborner, vor einem Jahr aus der zweiten Liga abgestiegen, spielten nach dem Hinspiel-Erfolg deutlich ruhiger. Der Dritte der dritten Liga, der sich erst im Endspurt die Relegation gesichert hatte, wirkte in der Spielanlage wesentlich reifer.

          Osnabrück ist die Nervosität von Beginn an anzumerken

          Mit dem früheren Bremer Löning in der Startelf, der schon im ersten Relegationsspiel den Siegtreffer erzielt hatte, zeigten die Gäste zeitweise gefällige Spielzüge. In den VfL-Strafraum kamen die Gäste zwar nur selten und sorgten lediglich mit Fernschüssen von Toni Wachsmuth (17.) und Florian Mohr (18.) für Gefahr. Aber Löning nutzte die erste Möglichkeit nach einem Konter und schob den Pass des eingewechselten Sercan Güvenisik überlegt ein.

          Da konnte auch Maria nicht mehr helfen - der VfL Osnabrück ist nur noch drittklassig
          Da konnte auch Maria nicht mehr helfen - der VfL Osnabrück ist nur noch drittklassig : Bild: dpa

          Das Team von Trainer André Schubert spielte die Partie nach diesem Treffer ruhig zu Ende, während die mitgereisten Fans bereits sangen: „Nie mehr dritte Liga.“ In dem zerfahrenen Spiel war den Osnabrückern die Nervosität von Beginn an deutlich anzumerken. Die stark ersatzgeschwächten Gastgeber standen nach dem verpatzten Hinspiel unter Druck und fanden keine Sicherheit.

          Dem VfL merkt man das Fehlen der Stützen an

          Technisch und taktisch enttäuschte der VfL, versuchte es immer wieder mit langen Bällen in die Spitze. Gesucht wurde Stürmer Thomas Reichenberger, der im Gegensatz zum Hinspiel von Beginn an auflief. Der Routinier, mit sieben Toren treffsicherster Osnabrücker in dieser Saison, agierte im Angriff aber unglücklich. Er wirkte hektisch und vergab nach einem Fernschuss (4. Minute) die beste Chance der ersten Halbzeit (27.), als er allein vor Paderborns Keeper Jensen auftauchte und aus knapp 15 Metern neben das Tor schoss.

          Abermals machte sich beim VfL das Fehlen von Spielmacher Pierre de Wit (Kreuzbandriss) und Antreiber Paul Thomik (Knöchel-Operation) bemerkbar. Ohne die beiden besten Offensivkräfte gab es keinen konstruktiven Spielaufbau, sondern nur Steil- und lange Diagonalpässe, die von der Gästeabwehr in der Regel leicht abzufangen waren.

          „Das entscheidet der Verein. Ich bin nur Angestellter“

          „Der Aufstieg ist absolut verdient. Wir wussten, dass wir irgendwann unser Tor machen„, analysierte Paderborns Coach André Schubert, und Matchwinner Löning versprach eine Mega-Sause: „Ich bin nur noch erleichtert. Wir werden feiern, bis wir nicht mehr können.“ Osnabrücks Trainer Claus-Dieter Wollitz stand die Ernüchterung dagegen ins Gesicht geschrieben. „Ich trage die Verantwortung. Wenn man gewinnt, wird man gefeiert. Wenn man verliert, ist man für Teile des Publikums der Sündenbock“, erklärte er und polterte, „es ist schade, dass einige Spieler nicht gezeigt haben, was in Osnabrück entscheidend ist. Hingabe, Leidenschaft.“

          Ob er mit dem Verein in die dritte Liga geht und seinen Vertrag bis 2011 erfüllt, ließ er offen. „Das entscheidet der Verein. Ich bin nur Angestellter.“ Nur Minuten später bekam Wollitz von Klub-Präsident Dirk Rasch die Arbeitsplatz-Garantie. „Wir im Präsidium sind einstimmig der Meinung, dass der Vertrag eingehalten wird“, meinte Rasch, „er hat erstklassige Arbeit geleistet, aber einige Spieler sind überfordert - nicht nur spielerisch, sondern auch menschlich.“

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