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0:4 in Dortmund : Eintracht Frankfurt lässt sich vorführen

Feiertag in Westfalen: Dortmunds Owomoyela jubelt mit dem Torschützen Santana (r.) Bild: ddp

Schon nach einer halben Stunde war die einseitige Partie nach zwei Toren von Subotic und einem Treffer von Hajnal zugunsten der Gastgeber entschieden. Später traf auch noch Santana gegen die ersatzgeschwächten Hessen.

          Für Routinier Friedhelm Funkel ist die Stadt Dortmund unter dienstlichen Gesichtspunkten längst keine Reise mehr wert. Der 54 Jahre alte Trainer, der seit beinahe zwei Jahrzehnten sein Geld im professionellen Fußballgeschäft verdient, unternahm am Samstag bereits den 23. Versuch mit einer von ihm betreuten Mannschaft den BVB in dessen eigenem Stadion zu bezwingen - und scheiterte aufs Neue.

          Eintracht Frankfurt erlebte beim 0:4 vor 72.000 Zuschauern ein Debakel. Schon nach einer halben Stunde war die einseitige Partie durch Tore von Neven Subotic (5. und 26. Minute) sowie Tamas Hajnal (19.) entschieden. Später traf auch noch Felipe Santana (69.). Für die Westfalen war es erst der zweite Heimsieg in dieser Saison. BVB-Trainer Klopp sagte später: „In der ersten Halbzeit hatte Frankfurt keine gute Chance. Anschließend war es natürlich angenehm, mit einem 3:0 in die zweite Hälfte zu gehen.“

          Es hätte noch schlimmer kommen können

          Die Mannschaft von Klopp, der nach seiner Verurteilung für die respektlose Schiedsrichterschelte in Hamburg in dieser Woche 12.000 Euro Strafe zahlen musste, schloss durch diesen Sieg zum oberen Mittelfeld der Tabelle auf. Für Klopp, der dieses Spiel wesentlich unaufgeregter und zurückhaltender an der Seitenlinie verbrachte als so manches vorherige, hatte der Erfolg aber auch Schattenseiten: Die Borussia musste sowohl Kapitän Sebastian Kehl, der den zweiten Treffer seines Teams durch einen cleveren Pass entscheidend initiierte, als auch Stürmer Nelson Valdez verletzungsbedingt ersetzen.

          Die chancenlose Frankfurter, die ihrerseits in diesem Herbst den Ausfall von acht Stammspielern zu beklagen haben, konnten von den Personalrochaden des Gegners nicht profitieren. Ganz im Gegenteil - sie konnten von Glück sagen, dass Patrick Owomoyela bei einem Fernschuss nur den Pfosten traf (22.) und Torwart Oka Nikolov in letzter Sekunde mit einem Reflex ein Eigentor von Michael Fink verhinderte (30.), sonst wäre es sehr früh noch viel schlimmer gekommen. Funkel aber wollte seinen Spielern dennoch nicht böse sein: „Ich mache der Mannschaft keinen Vorwurf. Sie hatte auch die eine oder andere Chance.“

          Erst als das Spiel Mitte der zweiten Halbzeit längst entschieden war, konnte sich die Eintracht ein wenig vom Dauerdruck der Schwarz-Gelben befreien. Doch anders als an in den zurückliegenden Wochenenden, als sie sogar noch imstande war, selbst verloren geglaubte Begegnungen zu drehen, fehlten es dem Häuflein Aufrechter diesmal an Ideen, Leidenschaft und der individuellen Klasse, um den Dortmundern noch einmal gefährlich zu werden. Stattdessen hätten Alexander Frei oder Nuri Sahin den Sieg sogar noch deutlicher gestalten können.

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